Am 21. und 22. April 2026 fand die dritte BVSW SecTec statt. Der Fachkongress präsentiert Technologien, die sich in der Sicherheitsbranche einsetzen lassen, um das Schutzniveau zu verbessern und Prozesse effizienter zu gestalten.

Künstliche Intelligenz, Big Data und Cloud Computing sorgen dafür, dass in immer kürzeren Abständen technische Innovationen auf den Markt kommen. Viele davon lassen sich auch in die Sicherheitstechnik integrieren und schaffen damit die Möglichkeit, die Sicherheit zu verbessern und die Effizienz von Sicherheitsunternehmen zu steigern. Die BVSW SecTec bietet alljährlich einen Überblick über die wichtigsten Trends und zeigt Einsatzszenarien, die sich bereits in der Praxis bewährt haben.

BVSW Geschäftsführerin Caroline Eder und Tobias Schmid, Geschäftsführer von Schmid Alarm sowie Vorstand der Sparte für Hersteller und Errichter von Sicherheitssystemen, begrüßten die Teilnehmenden.

„Wir freuen uns sehr, erneut ein hochaktuelles Programm mit exzellenten Referenten präsentieren zu können. Dass wir auch in diesem Jahr wieder auf sehr großes Interesse bei Ausstellern und Teilnehmenden gestoßen sind, zeigt uns, wie relevant und zukunftsweisend diese Themen für unsere Mitglieder und die gesamte Sicherheitsbranche sind.“

Tobias Schmid, BVSW-Vorstand Sparte Technik und Errichter und BVSW-Geschäftsführerin Caroline Eder

Risikoanalyse per numerischer Simulation

Der Eröffnungsvortrag präsentierte die Möglichkeiten von numerischer Simulation, einer computerbasierte Berechnungsmethode, mit der sich komplexe physikalische Vorgänge durch mathematische Modelle nachstellen lassen. Dr. Daniel Huber, Gründer und Inhaber der Simblast GmbH, hatte die Schutzwirkung bei KRITIS-Objekten überprüft und konnte nachweisen, dass hier Verbesserungsbedarf besteht. Vor allem beim Zufahrts- und Gebäudeschutz gewinnt die numerische Simulation mittlerweile immer mehr an Bedeutung. Sie lässt sich einsetzen, wenn eine Überprüfung am bestehenden Objekt nicht möglich ist oder ein Realversuch zu gefährlich wäre.

Vernetzte Systeme und digitale Souveränität

Der Beitrag von Kai Eckstein, Director Vertrieb Deutschland/Schweiz bei Advancis Software & Service GmbH, lenkte den Blick auf integrierte Gefahrenmanagementsysteme deren Mehrwert: Durch die Bündelung unterschiedlicher Datenquellen und die Auswertung durch KI entsteht ein umfassendes Lagebild. Risiken lassen sich damit besser einschätzen und Reaktionszeiten verkürzen.

Sensoren und Künstliche Intelligenz revolutionieren auch das Besuchermanagement in Unternehmen. Digitale Prozesse steigern dabei nicht nur die Effizienz, sondern verbessern gleichzeitig die Navigation der Besucher sowie die Sicherheit, wie Christian Graf, Leiter des Entwicklungsmanagements bei der NWS Digital GmbH erklärte.

Die zunehmende Vernetzung und die neuen Technologien haben auch Einfluss auf die IT-Sicherheitsarchitektur, die sich auf eine wachsende Dynamik einstellen muss. Prof. Dr. Gabi Dreo Rodosek von der Universität der Bundeswehr München erläuterte, dass KI zahlreiche neue Angriffsvektoren schafft, die sich Kriminelle zu Nutze machen können. Andererseits können Unternehmen KI einsetzen, um die Abwehr zu verbessern, beispielsweise über die automatisierte Erkennung von Schadsoftware. Angesichts zunehmender geopolitischer Konflikte betonte die Professorin für Informatik auch die Bedeutung der digitalen Souveränität Europas.

Drohnenabwehr: Technische Möglichkeiten und rechtlicher Rahmen

Am zweiten Kongresstag stand zunächst die Drohnenabwehr im Mittelpunkt, nachdem es immer häufiger zu Zwischenfällen mit unbemannten Luftfahrtsystemen kommt. Hans-Peter Stuch, Forschungsgruppenleiter Frauenhofer-Institut FKIE, gab einen Überblick über aktuelle Verfahren zur Detektion und Abwehr – von Radar- und Funksignalanalyse bis zu optischen und akustischen Methoden.

Direkt im Anschluss wurde die rechtliche Perspektive der Drohnenabwehr beleuchtet. Rechtsanwalt und Fachautor Dr. Ulrich Dickert machte deutlich, dass der Handlungsspielraum im zivilen Bereich stark begrenzt ist. Die Drohnendetektion wiederum bietet eine legale Möglichkeit, sich gegen nicht genehmigte Drohnen zur Wehr zu setzen. Bevor sich Unternehmen teure Systeme anschaffen, sollten sie sich genau über die rechtlichen Rahmenbedingungen informieren, so der Experte.

Künstliche Intelligenz als Treiber neuer Lösungen

Der Vortrag von Sophia Simon, Geschäftsführerin acc:urate GmbH, zeigte, wie Computersimulationen die Sicherheit im öffentlichen Raum verbessern können. Die Simulationen bieten eine Möglichkeit, die Dynamiken in großen Menschenmengen nachzuvollziehen. Damit lassen sich Evakuierungspläne überprüfen und Abläufe in Gebäuden oder Veranstaltungsstätten optimieren, um gefährliche Engpässe und Gedränge zu vermeiden.

Einen konkretes Einsatzszenario von Künstlicher Intelligenz in der Sicherheitsbranche bildete den Abschluss der Veranstaltung. Markus Vollerthun, Geschäftsführer der VD Mayr GmbH und Yannick Evans, Co-Founder von Paul’s Job erklärten, wie die Einführung einer KI dem Sicherheitsdienstleister geholfen hat, seine Einstellungsprozesse deutlich effizienter zu gestalten.

Fachausstellung und intensiver Austausch

Ergänzend zum Vortragsprogramm präsentierten elf Sicherheitsunternehmen ihre Lösungen im Rahmen einer begleitenden Ausstellung, nämlich nedap, Schmid Alarm, Dehn, hensec secure solutions, puvp, EM-Shield, Kötter Security, Salto, ID Ausweissysteme, Securitas sowie die die Nürnberger Wach- und Schließgesellschaft.

Das bewährte Lunch-to-Lunch-Format, mehrere Networking-Pausen, sowie ein gemeinsamer Sekt-Empfang mit anschließenden Abendessen am ersten Tag boten zudem ideale Rahmenbedingungen für den Austausch und neue Kontakte.