Es geht voran beim Sicherheitsgewerbegesetz (SiGG): Im August wurde der erste Referentenentwurf veröffentlicht, jetzt haben die Sicherheitsverbände von ASW, BVSW und VSW ihre Stellungnahme dazu formuliert.

Die Sicherheitsbranche setzt hohe Erwartungen in die Reform des Rechtsrahmens: „Die richtige Ausgestaltung des SiGG bietet die einmalige Chance, das Sicherheitsgewerbe zu einer soliden und hochqualitativen Branche zu machen“, sagt Ernst Steuger, Vorstand für die Sparte Sicherheitsdienstleistungen beim Bayerischen Verband für Sicherheit in der Wirtschaft (BVSW) e.V. „Damit lässt sich die innere Sicherheit sowie der Schutz der Gesellschaft verbessern.“

Die Notwendigkeit ein neues Gesetz zu schaffen entstand 2020. Damals war die Zuständigkeit für das Sicherheitsgewerbe vom Wirtschafts- auf das Innenministerium übergegangen. Die ASW hatte Empfehlungen zur Neugestaltung des Gesetzes vorgelegt und die meisten davon finden sich im Referentenentwurf wieder. Trotzdem gibt es noch Verbesserungsbedarf:

„An einigen Stellen müssen konkretere Formulierungen gefunden werden, da die vorliegenden keine eindeutigen Schlussfolgerungen zulassen und damit für Unklarheiten sorgen“, so Steuger. Das betrifft aus Sicht der Verbände folgende Punkte:

Die Bezeichnung „Sicherheitsmitarbeiter“ wird derzeit als „Beschäftigte eines Gewerbes“ definiert, was eine recht weitreichende Formulierung darstellt, und den Eindruck erwecken könnte, dass das SiGG (Sicherheitsgewerbegesetz) sämtliche Bereiche der privaten Sicherheitsbranche betrifft. Dies ist jedoch weder beabsichtigt noch notwendig. Es ist wichtig, dass Unternehmen die Qualifikationen ihrer eigenen internen Sicherheitsmitarbeiter weiterhin eigenverantwortlich organisieren können (Inhouse-Security), was bereits in ihrem eigenen Interesse liegt.

Darüber hinaus ist es von entscheidender Bedeutung, in speziellen Sektoren wie Diskotheken, Prostitutionsstätten und Flüchtlingsunterkünften mögliche missbräuchliche Umgehungspraktiken der bestehenden gesetzlichen Vorschriften zu verhindern, um die organisierte Kriminalität effektiv zu bekämpfen. Daher begrüßen wir die gesetzlich vorgesehene Verschärfung in diesen speziellen Bereichen.

Spätestens seit der Corona-Pandemie ist es offensichtlich, dass das Sicherheitsgewerbe systemrelevant ist. Einige Bundesländer hatten das auch offiziell anerkannt. Eine bundesweite Anerkennung der Systemrelevanz ist dringend erforderlich, um auch in allen zukünftigen Sicherheitslagen den Schutz der Kritischen Infrastruktur und systemrelevanter Betriebe gewährleisten zu können.

Die Qualifikation von Gewerbetreibenden stellt einen zentralen Aspekt dar. Der aktuelle Entwurf des SiGG (Sicherheitsdienstleistungsgesetz) zieht keine klare Unterscheidung zwischen der Qualifikation von Gewerbetreibenden und sachkundepflichtigen Mitarbeitern im Sicherheitsdienstleistungsgewerbe. Da die Standard-Sachkundeinhalte keine Schulung in Bereichen wie Mitarbeiterführung, Arbeitsrecht, Gefährdungsanalyse oder Sicherheitskonzepte einschließen, setzen sich die ASW-Verbände dafür ein, dass eine höhere Qualifikationsstufe erforderlich ist, um diese Bereiche angemessen abzudecken. Die ASW plädiert dafür, dass Gewerbetreibende eine erweiterte Sachkundeprüfung ablegen sollten. Diese Prüfung sollte zusätzliches Wissen in den Bereichen Recht, Betriebswirtschaftslehre und Personalführung vermitteln und eine Mindestanforderung von zwei Jahren einschlägiger Berufserfahrung voraussetzen sollte. Dies ist von großer Bedeutung, da eine Unfähigkeit zur ordnungsgemäßen Betriebsführung nicht nur den Gewerbetreibenden selbst schadet.

Der ASW-Bundesverband hat bereits Fälle dokumentiert, in denen Sozialabgaben nicht ordnungsgemäß abgeführt wurden oder Mitarbeiter aufgrund ausstehender Lohnzahlungen nicht zur Arbeit erschienen sind. Solche Vorfälle führten dazu, dass wichtige Sicherungsaufgaben unangekündigt ausblieben und somit die Sicherheit gefährdet wurde.

Die Gültigkeit der Bewachungsverordnung sollte überdacht werden, da die derzeitige Regelung vorsieht, dass sie nur drei Monate nach dem Inkrafttreten des SiGG außer Kraft tritt. Dieser Zeitraum erscheint äußerst knapp bemessen, um die umfassenden Bestimmungen der Bewachungsverordnung an die aktuellen Anforderungen anzupassen. Daher sollte ernsthaft in Betracht gezogen werden, diesen Zeitraum angemessen zu verlängern.

Ein konkretes Beispiel hierfür ist die Anforderung, dass etwa 38.000 Sicherheitsmitarbeiter in Flüchtlingsunterkünften zukünftig über eine Sachkundeprüfung verfügen müssen. Die Schulung einer derart großen Anzahl von Personen erfordert eine erhebliche Zeitspanne, um sicherzustellen, dass die Sicherheitsdienstleistungsunternehmen nicht unversehens in rechtliche Konflikte geraten. Daher ist eine angemessene Verlängerung des Übergangszeitraums von mindestens 24 Monaten dringend geboten.

Die Unfallverhütungsvorschrift untersagt ausdrücklich das Mitführen und Verwenden von Schreckschuss- oder Gasschusswaffen während der Ausführung von Wach- und Sicherungsaufgaben (gemäß § 19 Abs. 4 DGUV 23). Dies ist aus sicherheitstechnischer Sicht von entscheidender Bedeutung, da im Falle eines bewaffneten Einbrechers das Ziehen einer Schreckschusswaffe, deren Ungefährlichkeit nicht offensichtlich ist, zu gefährlichen Situationen führen könnte. Daher ist es unerlässlich, die Bestimmungen der Unfallverhütungsvorschrift strikt einzuhalten.

Es ist jedoch beunruhigend festzustellen, dass der vorliegende Referentenentwurf die Möglichkeit in Betracht zieht, Schreckschuss- und Reizstoffwaffen als potenzielle Ausrüstung zuzulassen. Diese Überlegung kann Zweifel aufkommen lassen, ob die Unfallverhütungsvorschrift in solchen Fällen weiterhin Gültigkeit hat. Es wäre daher ratsam, diese Passagen im Entwurf ersatzlos zu streichen. Die Sicherheit der Mitarbeiter und die Einhaltung der bestehenden Sicherheitsvorschriften sollten immer oberste Priorität haben.

Im Sicherheitsgewerbegesetzes (SiGG) sollte klargestellt werden, dass Sicherheitsgewerbetreibende und ihre Sicherheitsmitarbeiter, die bereits einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen wurden, nur dann erneut überprüft werden müssen, wenn entweder eine höherstufige Sicherheitsüberprüfung für ihre aktuelle Tätigkeit erforderlich ist oder wenn seit der letzten Sicherheitsüberprüfung mindestens fünf Jahre vergangen sind. Unser Verständnis ist, dass bürokratischer Aufwand und zusätzliche Kosten vermieden werden können, indem Sicherheitsgewerbetreibende oder Sicherheitsmitarbeiter, die bereits für eine höhere Sicherheitsstufe überprüft wurden, nicht erneut überprüft werden müssen.

Die Sicherheitsverbände begrüßen die Berücksichtigung des Bestbieterprinzips in der Gesetzesbegründung zu § 22, sind jedoch der Überzeugung, dass es unabdingbar ist, dieses Prinzip auch ausdrücklich im Gesetzestext zu verankern. Ausschreibungen, die sich ausschließlich auf den Preis konzentrieren und keine Rücksicht auf die Qualität nehmen, sind im Bereich der Sicherheitsdienstleistungen, insbesondere wenn es um die Sicherheit von Menschen geht, nicht vertretbar.

23-09-14-Positionspapier-des-ASW-Bundesverbandes-SiGG-1Herunterladen

Achtung explosiv: Am 18.10.2023 bietet der Bayerischen Verband für Sicherheit in der Wirtschaft (BVSW) die Schulung „Sprengstoffwesen – Erkennen und Umgang mit verdächtigen Post- und Paketsendungen“. Die Teilnehmer lernen hier Grundsätzliches über Sprengstoffe, deren Zündmittel und wie sich Gefahrensituationen erkennen und entschärfen lassen.

Referent ist Jürgen Gust, Kriminalhauptkommissar und Sachgebietsleiter Waffen- und Sprengstoffdelikte im Bayerischen Landeskriminalamt. Wir haben vorab mit dem Experten gesprochen.

BVSW: Die Gefahr durch Cyberattacken ist in aller Munde, von Brief- und Paketbomben hört man aktuell wenig. Kommen sie vielleicht außer Mode?
JG: Brief- und Paketbomben sind kein Massenphänomen in Deutschland, trotzdem gibt es immer wieder Fälle. In Bayern gab es eine wirkliche Briefbombenserie zuletzt im Jahr 2004.

BVSW: Wer eine Briefbombe baut und verschickt, bringt auch sich selbst in Gefahr. Welches Motiv haben die Täter, die so ein Risiko in Kauf nehmen?
JG: Häufig liegt das Motiv im zwischenmenschlichen Bereich. Deshalb gestaltet sich die Suche danach oft schwierig, denn die Empfänger der Postsendungen müssen natürlich bereit und in der Lage sein, die notwendigen Informationen weiterzugeben. Bei der erwähnten Briefbombenserien aus dem Jahr 2004 waren die Sendungen an Personen des öffentlichen Lebens adressiert, also Bürgermeister, Landräte oder andere Politiker. Auch hier ließ sich das Motiv nicht mehr ermitteln, weil sich der Täter zuletzt selbst in die Luft gesprengt hat.

BVSW: Woher bekommen die Täter die Informationen und das Material für eine Briefbombe?
JG: Ganz einfach aus dem Internet und die Herstellung ist meistens nicht besonders schwierig. Anders als bei Rauschgift braucht man noch nicht einmal ein Labor. Der Bau von Briefbomben basiert im Prinzip auf Erkenntnissen aus den Naturwissenschaften, aus Chemie und Physik, und damit lässt es sich nicht verbieten, dass Anleitungen zur Herstellung von Schwarzpulver oder Schaltkreisen veröffentlicht werden. Strafbar ist, wenn die Anleitung zum Bau einer Bombe noch um die Aufforderung zu einer strafbaren Handlung ergänzt wird, also beispielsweise die Aufforderung zum Versenden der Bombe. Auch die private Herstellung von Schwarzpulver ist verboten.

BVSW: Welche äußeren Merkmale einer Postsendung können auf einen möglicherweise gefährlichen Inhalt hinweisen?
JG: Da gibt es verschiedene Merkmale: Fettflecken auf dem Paket oder dem Brief können auf ölhaltige Sprengstoffe hinweisen, die ausschwitzen. In einem kleineren Umschlag muss das Sprengpulver an einer bestimmten Stelle fixiert werden, damit es der auf dem Postweg nicht verrutscht. Dadurch lässt sich oft eine kleine Erhebung ertasten. Immer wieder sind die Briefe überfrankiert, weil der Täter ganz sichergehen will, dass er auch ankommt. Häufig verstellen die Täter ihre Handschrift. Bei einer Kombination dieser Merkmale ist Vorsicht geboten. Bei meinen Schulungen empfehle ich immer das Merkblatt des LKA zum Thema Sprengstoff, das eine sehr gute Grundlage zur Beurteilung der Situation bietet. (können Sie mir hier bitte einen Link schicken?)

BVSW: Wie verhält man sich richtig, wenn man den Verdacht hat, eine gefährliche Postsendung erhalten zu haben?
JG: Zunächst einmal sollte man die Sendung natürlich nicht mehr berühren. Der Mitarbeiter in der Poststelle sollte nicht die finale Entscheidung treffen müssen, ob es sich um eine Briefbombe handelt oder nicht. Deshalb empfehle ich, mehrere Personen zu Rate zu ziehen, um auch mehrere Meinungen zu bekommen und die Verantwortung nach oben zu delegieren.

Die Entscheidung, ob nun die Polizei gerufen wird oder nicht, machen sich viele nicht leicht. Denn tatsächlich bedeutet das einen vorübergehenden Stillstand des Unternehmens. Je nach Lage der Firma kann es eine Weile dauern, bis die Sprengstoffexperten aus dem LKA in München vor Ort sind. Liegt die Poststelle des Unternehmens in der Nähe einer Straße, so muss diese bis zur Entschärfung auch noch gesperrt werden. Diese weitreichenden Konsequenzen setzen die Verantwortlichen natürlich unter Druck. Aber ein Fehlalarm ist in jeden Fall besser, als eine Explosion zu riskieren.

BVSW: Was war die außergewöhnlichste Briefbombe, die Sie im Laufe Ihrer Tätigkeit beim LKA je zu Gesicht bekommen haben?
JG: Das war eine fertiggestellte Paketbombe in einer Zigarrenschachtel. Hob man den Deckel der Schachtel an, so stand auf der Innenseite „Glück gehabt“ und die Adresse des Erbauers war auch noch zu sehen. Es hat sich dann herausgestellt, dass diese Bombe tatsächlich scharf war.

BVSW: Vielen Dank Jürgen Gust für das Interview!

Anmeldungen zum Seminar „Sprengstoffwesen – Erkennen und Umgang mit verdächtigen Post- und Paketsendungen“ sind ab sofort möglich:

Von neuen Antriebstechnologien bis hin zur Digitalisierung – zahlreiche Innovationen revolutionieren derzeit die Automobilbranche. Welche Auswirkungen diese technischen Neuerungen auf die Sicherheit haben, zeigte der Tech4Future-Event des Bayerischen Verbandes für Sicherheit in der Wirtschaft (BVSW) e.V. am 20. Juli 2023. Veranstaltungsort war die Trainingsakademie der BMW Group in Unterschleißheim.

„Autos werden auch zukünftig eine wichtige Rolle in der Mobilität spielen und insbesondere im Sicherheitsbereich bleiben sie unverzichtbar“, sagt BVSW-Geschäftsführerin Caroline Eder. „Für den BVSW war das der Anlass, die vielen Innovationen rund um das Automobil einmal aus dem Blickwinkel der Sicherheit zu betrachten. Das große Interesse an unserem diesjährigen Tech4Future-Event hat gezeigt, wie wichtig dieses Thema für unsere Mitglieder ist.“

Dr. Viktor Zeitter, Leiter Vertrieb an Direkt- und Sonderkunden der BMW Group, Johannes Strümpfel, Vorstandsvorsitzender des BVSW und Caroline Eder begrüßten rund 60 Teilnehmer, die sich zu der exklusiven Veranstaltung in der BMW Group Trainingsakademie in Unterschleißheim eingefunden hatten.

Wasserstoff als Kraftstoff der Zukunft

Der erste Vortrag des Tages befasste sich mit alternativen Antriebsmethoden – angesichts des Klimawandels eine der größten Herausforderungen für den Automobilsektor. Thomas Hofmann von der BMW Group erklärte, warum Wasserstoff, produziert aus erneuerbaren Energien, als einer der vielversprechendsten Kraftstoffe der Zukunft angesehen wird. So ermögliche er eine umweltfreundliche individuelle Mobilität, ohne dabei Abstriche bei der Praxistauglichkeit machen zu müssen.

Wie ein Wasserstoff-Auto aufgebaut ist, erklärte Hofmann am Beispiel des BMW iX5 Hydrogen, der aktuell in einer Pilotflotte getestet wird. Fragen von den Sicherheitsexperten gab es im Anschluss an den Vortrag zu der Sicherheit der Wasserstofftanks, in denen ein Druck von immerhin 700 bar herrscht. Mittlerweile, so versicherte Hofmann, seien die Tanks technisch so weit entwickelt, dass selbst bei einem Unfall keine Gefahr von ihnen ausgehe.

Resiliente Energiesysteme schaffen

Wasserstoff spielte auch beim zweiten Vortrag eine wichtige Rolle, wenn auch unter einem anderen Aspekt: Prof. Dr. Christian Trapp, Professor für Fahrzeugantriebe und Leiter des Munich Mobility Research Campus an der Universität der Bundeswehr, präsentierte seine Forschungsarbeiten zu resilienten Energiesystemen. Diese Forschungen sollen dazu beitragen, die Energieversorgung in Deutschland klimaneutral und unabhängig zu gestalten.

Wasserstoff, so Dr. Trapp, biete hier eine gute Möglichkeit, Energie aus den erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne zu speichern, um sogenannte „Dunkelflauten“ zu überbrücken – jene Phasen, in denen weder die Sonne scheint und noch Wind weht. In Bezug auf die Mobilität setze allerdings die Tankstelleninfrastruktur innerhalb Europas der Technik noch Limits. So gebe es in Italien beispielsweise bislang nur eine einzige Wasserstofftankstelle in Bozen. Ein Ausbau der Infrastruktur werde aber seitens der EU forciert.

Streifenwagen als digitaler Arbeitsplatz

Für die Polizei bleibt das Auto das Mittel der Wahl, um möglichst schnell zum Einsatzort zu gelangen und wie alle modernen Autos, sind auch Streifenwagen zunehmend vernetzt.

Die Sicherheitsbehörden profitieren dabei von der Digitalisierung, wie Andreas Ponath und Johannes Stadelbauer von der Polizei Mittelfranken in ihrem Beitrag zeigten. Sie präsentierten das neue „Infotainment-System Polizei“, kurz ISP, das Einsatzkräfte noch schneller zum Einsatzort leiten soll. Das neue Bedienelement vereint mehrere Funktionen auf einer einheitlichen Display-Oberfläche und sorgt damit für eine Verknüpfung von Lagezentrum, Digitalfunk und Navigation.

Entwickelt wurde das ISP in einer Kooperation zwischen der Polizei in Bayern und der in Sachsen. Wie das Bedienelement funktioniert, konnten die Teilnehmer des BVSW Tech4Future Events in einem Streifenwagen begutachten, der extra für diesen Zweck mit auf das Trainingsgelände gebracht wurde.

Schutzfahrzeuge für höchste Ansprüche

Nicht nur die Sicherheitsanforderungen für die Polizei nehmen zu, sondern auch für Sonderschutzfahrzeuge. Welchen Normen sie aktuell entsprechen müssen und wie aufwendig der Entwicklungs- und Herstellungsprozess für diese Autos ist, zeige Dr. Daniel Huber, Entwicklungsingenieur für Sonderschutzfahrzeuge bei der BMW Group. Zum Sicherheitskonzept gehören Leichtigkeit und Diskretion ebenso wie der Schutz vor Angriffen mit Schusswaffen oder Sprengstoffen. Dass die Entwickler von BMW den schwierigen Spagat zwischen diesen Anforderungen zu meistern wissen, sahen die Gäste zum Abschluss der Veranstaltung:

Als besonderes Highlight präsentierte Harald Scheffel von der BMW Group ein BMW Sonderschutzfahrzeug. Auch hier hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, einmal in einem so besonderen Fahrzeug Platz zu nehmen.

Insgesamt hat der Tech4Future Event die Erwartungen übertroffen. „Die Teilnehmer waren nicht nur von den fachlich hervorragenden Vorträgen begeistert, sondern haben auch die Gelegenheit genutzt, sich mit den Experten und den anderen Teilnehmern auszutauschen und zu vernetzen“, so Caroline Eder. „Wir freuen uns schon darauf, die nächste Tech4Future-Veranstaltung zu planen.“

Immer wieder versuchen Kriminelle, über betrügerische E-Mails an vertrauliche Daten zu gelangen, oder Schadsoftware auf einem Computer zu installieren. Mittlerweile sind diese Phishing-Mails so professionell gestaltet, dass sie kaum zu erkennen sind. E-Mail-Empfänger sollten deshalb einen kurzen Check durchführen, bevor sie eine Nachricht öffnen.

Die E-Mail ist das gängigste Kommunikationsmittel der digitalisierten Geschäftswelt. Obwohl gerade seit der Pandemiezeit deutlich öfter Kollaborationstools, wie MS Teams und Videokonferenzen im Einsatz sind, erhält jeder zweite Berufstätige laut Bitkom über 20 E-Mails pro Tag. Da ist es wenig überraschend, dass auch Kriminelle auf elektronische Nachrichten setzen, um einen Cyberangriff auf ein Unternehmen zu starten.

Doch auch Privatpersonen sind zunehmend von Phishing-Attacken betroffen. Laut dem BSI-Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2022 haben im letzten Berichtszeitraum vor allem die sogenannten Finance Phishing-Mails stark zugenommen. Dabei versuchen die Kriminellen, Zugangsdaten zu Bankkonten abzugreifen, indem sie dem Adressaten vorgaukeln, er müsse seine Log-In Daten aus irgendeinem Grund aktualisieren.

Bis vor einigen Jahren fielen Phishing-Mails vor allem dadurch auf, dass der Text meist in bemerkenswert schlechtem Deutsch verfasst war. Das hat sich zwischenzeitlich geändert. Mit KI-Sprachmodellen ist es heutzutage für jeden möglich, fehlerfreie Texte zu schreiben.

Trotzdem gibt es eine ganze Reihe an Anhaltspunkten, über die sich Phishing-Mails enttarnen lassen. E-Mail-Empfänger sollten vor dem Öffnen einer Mail idealerweise die folgenden Punkte überprüfen:

  1. Empfänger: Wurde die E-Mail an mehrere Personen im Unternehmen versendet und sind darunter auch Namen, von denen der Empfänger bislang noch nie etwas gehört hat? Dann ist auf jeden Fall Vorsicht geboten. Auch allgemeine Anreden, wie „Sehr geehrte Damen und Herren“, oder „Sehr geehrte Kunden“ kommen bei Phishing-Mails häufiger zum Einsatz.
  2. Absender: Kriminelle tarnen ihre Absenderadressen oft hinter gefälschten oder leicht abgewandelten E-Mailadressen von bekannten und seriösen Organisationen. Gerne werden optisch ähnliche Buchstaben ausgetauscht, die besonders bei einer kleinen Darstellung auf dem Smartphone nicht so einfach zu erkennen sind. Im geschäftlichen Umfeld sollte sich der Empfänger in jedem Fall fragen, ob er eine Mail erwartet hat, die dem entspricht, was er im Postfach vorfindet und zwar in Bezug auf den Absender, das Thema und ob es Sinn macht, dass Links und Anhänge in der Mail enthalten sind.
  3. Datum und Uhrzeit: Viele Phishing-Attacken werden aus Ländern gestartet, die sich in einer anderen Zeitzone befinden. Sind E-Mails zu ungewöhnlichen Uhrzeiten oder Tage eingegangen, lohnt es sich, ein zweites Mal hinzusehen.
  4. Betreffzeile: Die Betreffzeile hilft den E-Mail-Empfängern, die Nachrichten gemäß ihrer Dinglichkeit zu sortieren. Phishing-Mails versuchen deshalb häufig über diese kurze Textzeile Druck aufzubauen und den Adressaten zu einem vorschnellen Öffnen zu bewegen. Sollten also Worte wie „WICHTIG“ oder „DRINGEND“ in der Betreffzeile auftauchen, sollten unbedingt weitere Parameter überprüft werden, bevor man auf die E-Mail klickt.
  5. Anhänge und Hyperlinks: Schadsoftware verbirgt sich meistens in Anhängen oder hinter Hyperlinks und wird aktiviert, sobald der Empfänger sie öffnet. Oft bemerkt der Nutzer selbst nach dem Öffnen oder Herunterladen von Anhängen nicht, dass er sich einen Schadcode einfangen hat. Eine Spyware kann beispielsweise lange Zeit unentdeckt arbeiten und Daten abgreifen, bevor der Schaden auffällt. Eventuell gefälschte Adressen bei einem Hyperlink lassen sich durch ein Mouse-Over enttarnen. Dafür wird der Mauszeiger über den Link gelegt OHNE zu klicken. In der Regel erscheint dann ein kleines Pop-Up Fenster oder eine Statusleiste mit der richtigen Zieladresse des Links.
  6. Inhalt: Bezieht sich der Inhalt der Mail auf ein längst abgeschlossenes Thema, oder handelt es sich um einen in irgendeiner Art und Weise unüblichen Vorgang, wie ein dringendes oder angeblich streng geheimes Projekt? Auch bei Inhalten, die nicht zu den gewöhnlichen Prozessen im Unternehmen passen, sollte der Empfänger vorsichtig sein.

Verdächtige Mail – was nun?

Erscheint einer der genannten Punkte unüblich, ist das Wichtigste, nirgendwo zu klicken und nichts zu öffnen.

Sind die Kontaktdaten des Absenders bekannt, kann es sinnvoll sein, anzurufen und nachzufragen, ob er die Mail auch wirklich versendet hat. Diese geringe Zeitverzögerung beim Bearbeiten der E-Mail ist in jedem Fall weniger schädlich, als eine erfolgreiche Cyberattacke.

Sollte Geschäftspartner dazu auffordern, Rechnungen über eine Mail herunterzuladen oder die Kundendaten über einen Link zu aktualisieren, empfiehlt es sich, nicht darauf zu klicken. Sicherer ist es, auf die Website des Unternehmens zu gehen und den Sachverhalt zu überprüfen, bzw. sich im Kundenportal anzumelden und die jeweiligen Aktionen dort durchzuführen.

Holger Baierlein ist stellvertretender Leiter der Unternehmens­sicherheit bei Audi und vertritt im Vorstand der Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft den BVSW. GIT SICHERHEIT hat mit ihm über die aktuelle Sicherheitslage gesprochen.

Am 3. Mai 2023 wurde Holger Baierlein, stellvertretender ­Leiter der Unternehmenssicherheit bei Audi AG, in den Vorstand der Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft (ASW) gewählt. Im Rahmen dieser neuen Aufgabe vertritt er den Bayerischen Verband für Sicherheit in der Wirtschaft (BVSW), wo er ­Vorstandsmitglied sowie 2. stellvertretender Vorstands­vorsitzender ist. Das Fachmagazin GIT SICHERERHEIT hat mit ihm über die aktuelle Sicherheits­lage und über seine neue Aufgabe gesprochen.

Herr Baierlein, mehrere Krisen finden derzeit parallel statt: Wo sehen Sie im Moment die größten Risiken für Unternehmen?

Holger Baierlein: Die geopolitischen und sicherheitspolitischen Entwicklungen haben derzeit direkte Auswirkungen auf die Sicherheitslage von Unternehmen. Mit Blick auf bestehende Auslandsstandorte, die Zusammenarbeit mit ausländischen Partnerfirmen und zukünftige Investitionen im Ausland stehen wir vor neuen Herausforderungen. In Deutschland selbst beobachten wir u. a. Cyberattacken, die vermehrt von ausländischen, staatlichen Akteuren durchgeführt werden. Diese Aktionen richten sich dabei nicht nur gegen staatliche Institutionen, sondern auch gegen zentrale Wirtschaftsbereiche, sowie Unternehmen der kritischen Infrastruktur. Das Ziel dabei ist es, gesellschaftliche Kernelemente lahmzulegen.

Darüber hinaus gibt es aber nach wie vor Cyberkriminelle, die in die eigene Tasche wirtschaften. Seit einigen Monaten registrieren wir sehr realistisch ausgestaltete Phishing-Mails, die nur schwer als Betrugsversuch zu enttarnen sind. Außerdem sehen wir vermehrt gezielte Angriffe auf Schlüsselpersonen in den Unternehmen, wie z. B. aus dem Finanzbereich oder der Unternehmensführung.

Die Qualität der Cyberattacken nimmt also zu. Welche Rolle spielt hier die Künstliche Intelligenz?

Holger Baierlein: Das lässt sich im Moment noch nicht eindeutig sagen. Fest steht allerdings, dass beispielsweise ChatGPT perfekt dazu geeignet ist, Informationen zu verknüpfen, die sich an unterschiedlichen Stellen im Web finden lassen. Darüber lässt sich beispielsweise schnell feststellen, wer welche Funktionen im Unternehmen ausübt und welche Unternehmen oder Personen miteinander in Beziehung stehen. Mit diesem Wissen im Hintergrund, und natürlich auch mittels Deep Fake oder Voice Cloning, ist es dann wieder möglich, äußerst professionelle Angriffe durchzuführen. Letztendlich sind auch automatisierte Cyberattacken mittels KI denkbar.

Wie können Unternehmen diesen ­Herausforderungen am besten ­begegnen und welche Veränderungen in der Unternehmenssicherheit sind dafür erforderlich?

Holger Baierlein: Wichtig ist ein gesamtunternehmerischer Blick auf die Lage. Bei strategischen Entscheidungen sollten wirtschafts- und sicherheitspolitische Aspekte eine zentrale Rolle spielen, beispielsweise bei der Frage, wo ein neuer Standort eröffnet wird, oder mit welchen Lieferanten oder Partnern eine Zusammenarbeit in Frage kommt. Eine Unternehmenssicherheit, welche die sicherheitspolitische Lage analysiert und die Unternehmensleitung berät, könnte hier einen wesentlichen Beitrag für entsprechende Entscheidungen leisten. Kleinere Unternehmen haben die Möglichkeit, auf externe Berater zurückzugreifen.

Für die Unternehmenssicherheit g­ewinnt auch ein eigenes Risikomanagement an Bedeutung. Es gilt, die Kernrisiken zu benennen und sich dynamisch darauf einzustellen. Außerdem sollten Unternehmen in der Lage sein, mehrere Krisenteams aufzubauen. Zum Thema Cyberangriffe wäre es bei Awareness-Maßnahmen wichtig, noch individueller auf die unterschiedlichen Zielgruppen im Unternehmen einzugehen.

Reicht das Tempo, mit dem sich die deutsche Wirtschaft auf die aktuelle Bedrohungslage einstellt?

Holger Baierlein: Auf jeden Fall müssen wir der Tatsache gerecht werden, dass sich die Bedrohungsszenarien mittlerweile sehr viel schneller verändern. Derzeit arbeitet die Unternehmenssicherheit eher reaktiv. Das Ziel muss jedoch sein, wieder vor die Lage zukommen, anstatt den Ereignissen hinterher zu eilen.  Das kann nur gelingen, wenn bei langfristigen und strategischen Unternehmensentscheidungen auch Sicherheitsrisiken berücksichtigt werden.

Wie können Unternehmen und Sicherheitsbehörden bei der Bewältigung der Herausforderungen am besten zusammenwirken?

Holger Baierlein: Zusammenwirken ist ein gutes Stichwort, denn viel zu oft gibt es Kompetenzstreitigkeiten – bei den Behörden ebenso wie in den Unternehmen. Bei dieser Art von Inseldenken gehen wertvolle Synergien verloren. Um den Herausforderungen angemessen zu begegnen ist es wichtig, an einem Strang zu ziehen, um die vorhandenen Ressourcen zu bündeln. Die Angreifer orientieren sich nicht an Kompetenzen oder Zuständigkeiten, sie nutzen jede vorhandene Sicherheitslücke.

Warum ist die Arbeit der Sicherheitsverbände aus Ihrer Sicht so wichtig für die Wirtschaft und die Unternehmen?

Holger Baierlein: Die Verbände fördern den Austausch zwischen Politik, Behörden und Unternehmen und diese Zusammenarbeit aller Akteure wird in der Sicherheit dringend gebraucht.

Der BVSW hat schon einige Formate für eine konstruktive Zusammenarbeit geschaffen: Mit dem BVSW-Sicherheitsforum für Polizei und Industrie beispielsweise bringen wir Unternehmen und Behörden in Kontakt und bieten mit dieser Plattform eine Möglichkeit, sich regelmäßig und persönlich abzustimmen.

Gleichzeitig wirken wir dem Fachkräftemangel in unserer Branche entgegen. Der BVSW engagiert sich schon seit vielen Jahren für die Aus- und Weiterbildung in der Sicherheit. Für die Ausbildung von Sicherheitsexperten, die den steigenden Anforderungen in diesem Bereich gewachsen sind, haben wir den Studiengang Sicherheitsmanagement an der TH Deggendorf gestartet, der sich mittlerweile gut etabliert hat. Auch hier arbeiten Dozenten von Behörden und Unternehmen gemeinsam, um die angehenden Führungskräfte auf ihre Aufgaben vorzubereiten.

Mit vielen Jahren Vorstandserfahrung beim BVSW im Hintergrund treten Sie jetzt dem Vorstand des Bundesverbandes ASW bei. Mit welchen Zielen ­starten Sie in das neue Amt?

Holger Baierlein: In der ASW kooperieren die Landesverbände und bündeln ihre Kräfte, um ihre Ideen bei der Bundespolitik anbringen zu können. Gemeinsam können wir alle mehr erreichen und die Herausforderungen der Zukunft meistern. Als ASW-Vorstand will ich deshalb dazu beitragen, eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zu fördern.

Darüber hinaus ist es aus meiner Sicht wichtig, kleinen und mittleren Unternehmen mehr Unterstützung zu bieten und zwar auf Landes- sowie auf Bundesebene. Deutschland hat viele Hidden Champions, die immer öfter ins Visier von Kriminellen und Nachrichtendiensten geraten. Auch hier möchte ich gemeinsam mit den Vertretern der Landesverbände an entsprechenden Strategien arbeiten.

BVSW-Webinar am 14.6.2023 von 14 bis 16 Uhr

Welche KI-Tools gibt es, für welche Zwecke sind sie geeignet und wo liegen die Risiken der Nutzung? Boris Bärmichl, Vorstand der Digitalsparte beim BVSW und Julia C. Fackert, LL.M., Director Risk, Forensics and Compliance bei Ankura, geben am Mittwoch, den 14. Juni 2023 einen umfassenden Einblick in die Thematik.

Ein Mailing schreiben, das Team-Meeting zusammenfassen oder ein ansprechendes Bild für den nächsten Social Post erstellen – das sind alles Aufgaben, die mittlerweile KI-Tools wie ChatGPT, Dalle-E oder BlueWillow übernehmen können.Künstliche Intelligenz ist der Hype der Stunde: Von einer Revolutionierung der Arbeitswelt bis hin zur Übernahme der Weltherrschaft wird ihr beinahe alles zugetraut.

Das liegt nicht zuletzt an dem bewusst gewählten Begriff „Intelligenz“, der über eine gewisse Suggestionskraft verfügt. Tatsächlich handelt es aber um eine fortschrittliche Form des „Machine Learnings“, des maschinellen Lernens. Hierbei analysieren IT-Systeme die Muster in vorhandenen Datenbeständen und entwickeln mithilfe einer Algorithmik neue Outputs. Während also eine Intelligenz kreativ ist und in der Lage, etwas komplett Neues zu schaffen, greifen die sogenannten KI-Tools auf bereits vorhandene Dinge zu. Und genau hier ist der erste Haken:

Das Urheberrecht gilt in Deutschland als schutzwürdig. Nachdem KI-Tools einen Remix aus bestehenden Daten liefern, könnte dies einen Verstoß gegen das Copyright bedeuten. Bislang gibt es keine eindeutige Rechtsprechung, wie mit der Thematik umzugehen ist, aber es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage entwickelt.

Auch aus Datenschutzgründen sollten Unternehmen bei der Nutzung von KI-Tools vorsichtig sein: So mag es komfortabel erscheinen, das interne Meeting auf Teams gleich in ein Memo für alle Teilnehmer übertragen zu lassen. Die Verarbeitung findet jedoch auf den Rechnern eines anderen Unternehmens statt, das mit diesen Inhalten wiederum seine KI trainiert. Insbesondere bei der Erwähnung personenbezogener Daten kann das ein Problem darstellen.

Starke Leistungen bietet die sogenannte KI bei Themen, die auf streng logischen Abläufen basieren. Deshalb wird beispielsweise ChatGPT häufig genutzt, um Programmierungen zu optimieren. Auch hier müssen sich Unternehmen im Klaren sein, dass die Software diese Codes für Trainingszwecke verwendet und entsprechend weiterverarbeitet.

Unternehmen sind also gut beraten, genaue Richtlinien zu erlassen, ob und für welche Zwecke ChatGPT & Co. eingesetzt werden dürfen.

Das BVSW-Webinar bietet hier eine wertvolle Orientierungshilfe.

Melden Sie sich jetzt an unter:

Wir halten Sie über unsere neuesten Aktivitäten und wichtige Sicherheitsfragen auf dem Laufenden. Unser Verband ist bestrebt, Unternehmen dabei zu unterstützen, sich effektiv gegen verschiedene Sicherheitsrisiken in der Wirtschaft zu schützen.

Unsere Social-Media-Kanäle bieten Ihnen zahlreiche Möglichkeiten, immer auf dem neuesten Stand zu bleiben:

  1. Aktuelle Kurse und Seminare: Erfahren Sie aus erster Hand von bevorstehenden Schulungen und Seminaren, die von unserem Verband angeboten werden. Wir bieten ein breites Spektrum an Sicherheitsthemen, die Ihnen helfen, Ihr Unternehmen zu schützen und Ihre Mitarbeiter zu schulen.
  2. Updates zu Sicherheitsfragen: Erhalten Sie regelmäßige Updates zu den neuesten Sicherheitstrends und -entwicklungen. Wir teilen wertvolle Ressourcen, Informationen und bewährte Verfahren, um Sie über aktuelle Sicherheitsfragen auf dem Laufenden zu halten.
  3. Aktuelle Veranstaltungshinweise: Bleiben Sie über bevorstehende Veranstaltungen informiert, bei denen Sie die Möglichkeit haben, sich mit Experten aus der Branche auszutauschen und Ihr Netzwerk zu erweitern. Wir organisieren regelmäßig Konferenzen, Vorträge und Workshops, die Ihnen helfen, Ihr Sicherheitswissen zu erweitern.
  4. Einladungen zu Messen und Webcasts: Verpassen Sie keine wichtigen Messen und Webcasts, bei denen unser Verband vertreten ist. Diese Veranstaltungen bieten eine Plattform für den Austausch von Ideen, Innovationen und bewährten Verfahren im Bereich der Sicherheit in der Wirtschaft.
  5. Interviews und Fachartikel: Lesen Sie exklusive Interviews mit renommierten Experten aus der Branche, die ihre Einblicke und Erfahrungen teilen. Darüber hinaus bieten wir eine Auswahl an Fachartikeln, die Ihnen tiefergehende Informationen zu verschiedenen Sicherheitsthemen bieten.

Folgen Sie uns auf unseren Social-Media-Kanälen, um von all diesen Vorteilen zu profitieren. Klicken Sie auf die untenstehenden Links, um uns zu folgen:

Bleiben Sie auf dem Laufenden und verpassen Sie keine wichtigen Updates und Veranstaltungen! Folgen Sie uns und werden Sie Teil unserer wachsenden Community. Zusammen können wir eine sicherere Wirtschaftsumgebung schaffen.

Ihr Bayerischer Verband für Sicherheit in der Wirtschaft

Resilienz-Management, ein umfassender Ansatz zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Unternehmen, gewinnt in Zeiten zunehmender Komplexität und Krisen an Bedeutung. Marco Felsberger, Dozent am FH Campus Wien, an der TH Deggendorf, an der IBS Akademie sowie beim BVSW e .V., erläutert, wie Unternehmen ihre Resilienz stärken können, um besser mit den Herausforderungen umzugehen.

In diesem Jahr bietet der Bayerische Verband für Sicherheit in der Wirtschaft (BVSW) e.V. bereits zum zweiten Mal die Fortbildung zum „BCM Resilience Manager“ an. Ein stärkeres Bewusstsein für Resilienz soll Unternehmen dabei unterstützen, Krisen effektiver zu bewältigen. Wir sprachen mit Marco Felsberger über die Bedeutung des Resilienz-Managements.

Im Vergleich zu verwandten Disziplinen wie dem Risiko-Management ist das Resilienz-Management laut Felsberger deutlich umfassender. Risikomanagement, Business Continuity und Security Management seien lediglich Teilbereiche davon. Resilienz beinhalte die Fähigkeit, die Auswirkungen von Risiken richtig einzuschätzen, unabhängig davon, ob es sich um vernetzte systemische Risiken oder Einzelrisiken handelt. Um diese Einschätzung vornehmen zu können, sei es wichtig zu verstehen, wie Risiken miteinander verbunden sind und sich in Netzwerken ausbreiten. Ein weiterer zentraler Aspekt des Resilienz-Managements sei das Verständnis für Engpässe und Abhängigkeiten. Es existieren verschiedene Methoden, um diese zu identifizieren, wie zum Beispiel die „Theory of Constraints“. Viele dieser Methoden seien jedoch noch nicht im Business Continuity Management (BCM) oder im Risikomanagement etabliert. Genau hier setzt der Kurs an, indem er neue Ansätze vermittelt. Selbstverständlich behandele der Kurs auch BCM, allerdings in einer adaptiven und dynamischen Form, die über die klassische Variante hinausgeht. Der Kurs biete somit das vollständige Handwerkszeug für den richtigen Umgang mit Unsicherheit sowie das wichtigste Werkzeug für Resilienz: eine gute und agile Führung sowohl im Alltag als auch in Krisenzeiten.

Angesichts seiner Tätigkeit in der Logistikbranche stellt sich die Frage, ob unsere Lieferketten ausreichend resilient sind. Felsberger zufolge ist in vielen Fällen eine unzureichende Resilienz festzustellen. Dies sei auf die Optimierung der Supply Chains in den vergangenen Jahrzehnten zurückzuführen. Optimierung bedeute per Definition das Streben nach Effizienz, was jedoch oft zu einem Mangel an Redundanzen führe und somit die Resilienz erheblich beeinträchtige. Darüber hinaus seien starke „Klumpenrisiken“ entstanden, sei es in Bezug auf bestimmte Länder wie China oder einzelne Hersteller und Produzenten. Die Konsequenzen dieser Klumpenrisiken seien während der Pandemie, insbesondere in der Halbleiter- und Chip-Industrie,

deutlich geworden.

Ein zentraler Begriff im Resilienz-Management ist die Fragilität. Im Gegensatz zur Vulnerabilität oder zum Risiko stellt die Fragilität eine inhärente Schwäche des Systems dar und kann als potenzielle Sollbruchstelle betrachtet werden. Dabei spielt die Eintrittswahrscheinlichkeit keine Rolle. Wahrscheinlichkeiten sind nie zu 100 Prozent zutreffend und daher für Extremereignisse unbrauchbar. Ein anschauliches Beispiel für Fragilität liefert die COVID-19-Pandemie. Hier war die Eintrittswahrscheinlichkeit für das Risikomanagement relativ uninteressant, während die Auswirkungen auf unser Gesundheitssystem von großer Bedeutung waren. Die Sollbruchstelle in diesem Fall lag bei den Intensivbetten, was auf eine systeminhärente Fragilität hinwies. Eine solche Fragilität lässt sich gut berechnen, und wenn wir uns im Vorfeld darauf konzentriert hätten, sie möglichst resilient und flexibel zu gestalten, hätten wir die Pandemie möglicherweise besser bewältigen können.

Mit der fortschreitenden Digitalisierung wird die Vernetzung in Unternehmen zunehmen und damit auch die Komplexität steigen. In diesem Umfeld ist es von entscheidender Bedeutung, resiliente Organisationen zu schaffen. Komplexität erschwert die Vorhersagbarkeit von Systemen weiter. Die Digitalisierung kann dabei sowohl Segen als auch Fluch sein. Eine gut umgesetzte Digitalisierung kann beispielsweise die Sichtbarkeit erhöhen, sodass im Ernstfall schnellere und proaktivere Reaktionen möglich sind. Allerdings ist heutzutage eine funktionierende IT unerlässlich, wie etwa die Vorbereitung auf einen Blackout verdeutlicht.

Resilienz-Management gewinnt immer mehr an Bedeutung, da Unternehmen mit einer zunehmend komplexen und unsicheren Geschäftswelt konfrontiert sind. Es geht darum, die Fähigkeit zu entwickeln, mit Unsicherheit und Krisen flexibel umzugehen. Dies erfordert ein ganzheitliches Verständnis von Risiken, Netzwerken, Engpässen und Abhängigkeiten. Eine gute Führung, sowohl im Alltag als auch in Krisenzeiten, spielt dabei eine zentrale Rolle. Resiliente Organisationen sind besser gerüstet, um mit den Herausforderungen der Zukunft umzugehen und sich erfolgreich anzupassen.

Marco Felsberger und der „BCM Resilience Manager“-Kurs des Bayerischen Verbands für Sicherheit in der Wirtschaft bieten Unternehmen die Möglichkeit, ihr Resilienz-Management zu stärken und somit ihre Krisenfestigkeit zu verbessern. Die Erkenntnisse und Methoden aus dem Resilienz-Management können dabei helfen, die Komplexität zu bewältigen und resilientere Lieferketten, Prozesse und Systeme aufzubauen. Denn letztendlich liegt es in der Hand der Unternehmen selbst, ihre Resilienz zu stärken und sich den Herausforderungen der Zukunft erfolgreich zu stellen.

Der Bayerischer Verband für Sicherheit in der Wirtschaft BVSW e. V. steht für Gemeinsamkeit und Vielfalt. An diesem besonderen Tag möchten wir die Bedeutung von Diversität in unserer Organisation hervorheben.

In unseren Kursen, die wir als Verband anbieten, haben wir das Glück, Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus über 55 verschiedenen Nationen zu schulen. Diese kulturelle Vielfalt bereichert unsere Arbeit und ermöglicht uns, von unterschiedlichen Perspektiven zu lernen und gemeinsam zu wachsen.

Unsere Trainer und Mitarbeiter leben Diversität jeden Tag. Wir schätzen die Einzigartigkeit jedes Einzelnen und fördern aktiv den respektvollen Umgang miteinander. Um sicherzustellen, dass wir unsere interkulturelle Kompetenz kontinuierlich weiterentwickeln, investieren wir regelmäßig in Schulungen und Workshops. Diese ermöglichen es uns, unsere Fähigkeiten im Umgang mit kulturellen Unterschieden zu verbessern und die Herausforderungen, aber auch die Chancen, die Diversität mit sich bringt, besser zu verstehen.

Wir setzen uns aktiv dafür ein, dass jeder Mensch unabhängig von Geschlecht, Nationalität, Alter, Religion, sexueller Orientierung oder Behinderung gleiche Chancen und Anerkennung erhält.

Die Charta der Vielfalt ist eine Auszeichnung dafür, die unser Engagement für die Vielfalt in allen Bereichen unserer Arbeit unterstreicht. Wir sind stolz darauf, mitteilen zu können, dass der Bayerischer Verband für Sicherheit in der Wirtschaft BVSW e. V. diese offizielle Anerkennung des Bundesamtes für Migration, Flüchtlinge und Integration erhalten hat.

Caroline Eder, Geschäftsführerin BVSW e. V.

Der Diversity Day erinnert uns daran, wie wichtig es ist, eine diverse Arbeitsumgebung zu schaffen. Wir sind fest davon überzeugt, dass Vielfalt nicht nur eine Quelle der Inspiration ist, sondern auch zu besseren Ergebnissen führt.

Lasst uns heute gemeinsam feiern und uns weiterhin für eine Welt einsetzen, in der jede Stimme gehört wird und in der Vielfalt geschätzt wird. Gemeinsam können wir einen positiven Wandel bewirken!

Im Oktober 2023 ist der nächste Start des Strategy, Global Risk & Security Management – Einschreibung bis spätestens 31.07.2023

Die Welt wird immer komplexer, Lieferketten werden unsicherer, Länder und internationale Handelspartner bergen höhere Risiken, die den Fortbestand eines heute noch erfolgreichen Unternehmens gefährden könnten. Innovative und zukunftsorientierte Unternehmen müssen potentielle strategische Risiken aus einer ganzheitlichen unternehmerischen Perspektive betrachten. Strategie, Risiko- und Sicherheitsanforderungen verschmelzen mehr und mehr. Eine interne Trendstudie von Prof. Dr. Marc Knoppe an der Technischen Hochschule Ingolstadt über 20 global agierende Konzern- und mittelständische Unternehmen zeigt, dass maximal ein Drittel der Unternehmen auf die zukünftigen Risiko- und Sicherheitsanforderungen der Unbilden des Marktes und der Umwelt vorbereitet ist. Die Unternehmen stehen vor großen organisatorischen Herausforderungen, den komplexen externen Ereignissen angemessen zu begegnen und dies mit den bestehenden Geschäftsmodellen in Einklang zu bringen, um auch in Zukunft erfolgreich in der volatilen Welt zu konkurrieren. Es geht nicht nur um Klimawandel, Pandemien und Lieferkettenprobleme. Es geht vielmehr um die strategischen Folgen auf die Unternehmensstrukturen, die unternehmerische Landschaft und die Mitarbeiter sowie die Beantwortung der Frage „Wie beherrschen wir die andauernde Volatilität?“ Resilienz, digitale Fähigkeiten oder hybrides Arbeiten erfordern sichere Prozesse und Strukturen, um in den zukünftigen Märkten zu bestehen. Spielten Themen wie Risikomanagement, Unternehmenssicherheit und Nachhaltigkeit in der Vergangenheit nur eine untergeordnete Rolle, entwickeln sich diese zu Erfolgsfaktoren, um in einer komplexen, schwer beherrschbaren Welt, die Unternehmensevolution halbwegs sicher voranzutreiben und die bestehenden Geschäftsprozesse abzusichern. Die Künstliche Intelligenz eröffnet Möglichkeiten, Risiken zu simulieren, vorherzusehen und dabei zu helfen, unternehmensindividuelle Lösungen zur Stärkung der Resilienz zu entwickeln. Für die Entwicklung, Umsetzung und Implementierung dieser Lösungen werden neue Kompetenzen und Manager benötigt, die z.B. über hohe analytische Fähigkeiten und strategisches Wissen verfügen, um ganzheitliche Unternehmensstrategien zu formen, die den Unternehmen ein sicheres und nachhaltiges Umfeld ermöglichen, um bestehende und innovative Geschäftsmodelle abzusichern.

Um diesen Risiken zu begegnen und die Strategien der Zukunft vorausschauend zu entwickeln, wurde der MBA Strategy, Global Risk & Security Management an der Technischen Hochschule Ingolstadt entwickelt.

Die Kombination von Strategie-, Risiko- und Sicherheitsmanagement in einem globalen Kontext bildet den Kern des MBA. Um die Umwelteinflüsse und Wettbewerbskräfte sowie die steigenden Anforderungen an die Unternehmensstrategie und -sicherheit zu meistern, bietet der Studiengang Strategy, Global Risk & Security Management (MBA) eine hervorragende Vorbereitung auf die neuen Managementanforderungen in einem komplexen Umfeld. Der interkulturelle Austausch zwischen den Studierenden wird insbesondere durch die weltweite Studienmöglichkeit in englischer Sprache und in digitaler Form erleichtert.

Dieser Studiengang eignet sich insbesondere auch für Verantwortliche in mittelständischen Unternehmen im Bereich Strategie-, Risiko- und Unternehmenssicherheit um eine 360° Perspektive und effizientes Schnittstellenmanagement zu fördern.

Der Studiengang ist geeignet für Hochschulabsolventen und -absolventinnen

Der Bayerische Verband für Sicherheit in der Wirtschaft (BVSW) e.V. ist Schirmherr des Studiengangs und steht gemeinsam mit der THI für die akademische Weiterbildung im Bereich Unternehmenssicherheit.

Das Studium ist für Berufstätige konzipiert: Vorlesungen finden digital statt, sodass auch Mitarbeiter mit einer Vollzeitstelle daran teilnehmen können. Insgesamt ist eine Studienzeit von vier Semestern vorgesehen. Alle Interessierten finden unter https://www.thi.de/iaw/studiengaenge/strategy-global-risk-security-management-mba/.

Ausführliche Informationen zum Studiengang und zur Bewerbung gibt auch gerne Frau Andrea Schiberna unter 0841-9348-1581, Email andrea.schiberna@thi.de.