Interview mit Alexander Dupp, alexanderdupp.de

BVSW: Herr Dupp, Sie sind seit Kurzem Mitglied im BVSW. Was hat Sie zur Mitgliedschaft bewogen?
Mich hat vor allem mein Netzwerk zum BVSW geführt. Ich habe Kontakte zu mehreren Mitgliedern und konnte so einen guten Einblick in die Arbeit des Verbands gewinnen. Vor allem der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen sowie der Zugang zu aktuellen Entwicklungen in der Unternehmens- und Gebäudesicherheit stellen für mich einen besonderen Mehrwert dar. Außerdem schätze ich den Wissenstransfer zwischen Praxis, Normung und Wirtschaft sowie den interdisziplinären Ansatz, der für moderne Sicherheitstechnik so entscheidend ist.

Nicht zuletzt ist der BVSW für mich auch eine Plattform, um mein eigenes Fachwissen aus Gutachten, Prüfung und der Erstellung von Sicherheitskonzepten einzubringen und mein Netzwerk in Bayern und darüber hinaus weiter auszubauen.

BVSW: Welche Leistungen bieten Sie an und mit welchen Anliegen kommen Ihre Kunden auf Sie zu?
Unser Leistungsspektrum umfasst die gesamte Bandbreite der physischen Gebäudesicherheit – von der Planung bis zur Begutachtung im Schadensfall. Zu unseren Kunden zählen Unternehmen unterschiedlicher Branchen, exponierte Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft sowie Privatpersonen, die den Einbruchschutz an ihrem Anwesen verbessern oder neu planen möchten. Entsprechend ihrer Anforderungen entwickeln wir gemeinsam mit Architekten und Sicherheitsfachleuten individuelle Sicherheitskonzepte. Außerdem führen wir Risiko- und Schwachstellenanalysen für Neubauten und Bestandsobjekte durch. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Erstellung von Gutachten – etwa nach Einbrüchen oder bei Baumängeln. In unserem Prüflabor können wir zudem reale Situationen nachstellen und analysieren.

BVSW: Was bedeutet „bauliche Sicherheit“ für Sie konkret im Alltag?
Gebäudesicherheit ist immer ein Binom aus Mechanik und Elektrik. Wichtig ist, dass beide Systeme zusammen funktionieren. Es genügt nicht, einen starken physischen Schutz durch die Gebäudehülle herzustellen und dann keine Video- und Alarmsysteme zu installieren.

BVSW: Worin unterscheiden sich die Anforderungen an die Sicherheit von Unternehmensgebäuden im Vergleich zu privaten Wohnhäusern?
Im Unternehmen stehen oft höhere Schutzwerte im Fokus, wie beispielsweise Daten, Technik und Prozesse. Gleichzeitig ist der Zugang komplexer, bedingt durch unterschiedliche Nutzergruppen mit entsprechenden Berechtigungen. 24/7-Betriebsabläufe erhöhen das Risiko zusätzlich.

Ein privates Wohnhaus dagegen ist in erster Linie ein emotionaler Schutzraum für die Familie. Deshalb liegt der Fokus hier stärker auf der persönlichen Sicherheit sowie dem klassischen Einbruchsschutz.

Die Grenzen sind allerdings fließend. Wer in seinem Wohngebäude einen hohen Sicherheitsstandard braucht, benötigt eventuell ein ähnliches Schutzniveau im Unternehmen.

BVSW: Welche besonderen Anforderungen stellen schutzbedürftige Familien und exponierte Personen an bauliche Sicherheitskonzepte?
Im privaten Wohnbereich gelten heute erhöhte Anforderungen an die Gebäudehülle mit einer Widerstandsklasse von RC3 als sinnvolle Untergrenze. Die aktuellen normativen Voraussetzungen sind etwas älter und fordern ein geringeres Schutzniveau, das aber nicht das veränderte Täterverhalten berücksichtigt. Heute kommt auch der Gelegenheitstäter mit schwerem Werkzeug.

Gleichzeitig sollen die Sicherheitsmaßnahmen diskret sein, das Haus darf keinen Festungscharakter bekommen. Eine mehrstufige Zugangssicherung ist ebenso wichtig wie die Berücksichtigung von Flucht- und Notfallszenarien. In besonderen Fällen kann eine Abstimmung mit dem Personenschutz und Behörden erforderlich sein.

BVSW: Gibt es typische Denkfehler oder Fehleinschätzungen, die sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen machen?
Häufig wird angenommen, dass eine Einbruchmeldeanlage und eine Kamera ausreichen. Doch eine Einbruchmeldeanlage schlägt erst dann Alarm, wenn ein Einbruch stattgefunden hat und der Täter sich bereits im Gebäude befindet. Sinnvoller ist es, bereits frühzeitig zu detektieren, ob sich jemand dem Anwesen nähert. Außerdem wird oft auf verschiedene Einzelmaßnahmen gesetzt, statt ein stimmiges Gesamtkonzept zu planen.

BVSW: Wo liegen Ihrer Erfahrung nach die größten Schwachstellen, wenn es um Einbruchsschutz geht?
Türen und Fenster sind nach wie vor der Hauptangriffspunkt für Einbrüche. Eine unzureichende Montagequalität kann das Problem zusätzlich verschärfen. Ungesicherte Übergänge wie Terrassen, Dächer oder Nebengebäude stellen ebenso ein Risiko dar wie schlecht einsehbare Zugänge, beispielsweise Treppenabgänge oder die Einfahrt am Garagentor. Täter könnten sich hier verstecken, um unbemerkt in die Garage zu schlüpfen, nachdem das Garagentor geöffnet wurde. Generell bieten alle Türen und Tore, die sich vor dem Betreten des Geländes automatisch öffnen, Tätern die Gelegenheit, unbemerkt einzudringen.

BVSW: Sie entwickeln objektbezogene Sicherheitskonzepte. Wie gehen Sie dabei vor?
Im Regelfall erhalten wir ein Anforderungsprofil von einem Sicherheitsdienstleister, der einen ganzheitlichen Blick auf die Situation hat und festlegt, welche Schutzklasse für die Außenhaut erforderlich ist.

Ist kein Partner eingebunden, beraten wir den Kunden zu den passenden Sicherheitsklassen. Nach einer Objektbegehung und Bestandsaufnahme erstellen wir eine Risikoanalyse und definieren Schutzziele. Außerdem unterteilen wir das Gebäude in unterschiedliche Schutzzonen mit einem individuellen Sicherungsniveau. Anschließend planen wir die mechanischen und elektrischen Maßnahmen, holen uns aber Kooperationspartner aus den Bereichen Alarm- und Videotechnik dazu.

BVSW: Welche Rolle spielt Ihr Prüflabor in der Entwicklung und Bewertung von Sicherheitslösungen?Das Prüflabor bietet die Möglichkeit, realitätsnahe Tests von Bauelementen durchzuführen, und schafft so eine ideale Verbindung zwischen Theorie, Norm und Praxis. Für die Zulieferindustrie überprüfen wir neue Bauteile – sowohl gemäß der geforderten Norm als auch im Hinblick auf ein realistisches Angriffsszenario in Abhängigkeit vom Anforderungsprofil. Außerdem können wir ganze Hauswände nachstellen, wobei wir auch optische Gesichtspunkte berücksichtigen. Der Kunde hat dann die Möglichkeit, die Wand seines späteren Hauses zu begutachten, und wir führen in Abstimmung mit den Sicherheitsberatern eine einbruchhemmende Prüfung durch.

BVSW: Wie kann man sich das vorstellen?
Unser Ziel ist es, das Bauteil in der Wand so zu öffnen, dass eine durchgangsfähige Öffnung entsteht – und zwar ausschließlich mit manueller Kraft und unter Einsatz jener Werkzeuge, die je nach einbruchhemmender Klasse oder Anforderungsprofil vorgesehen sind. Dazu zählen beispielsweise Brecheisen, Trennschleifer oder Spaltwerkzeuge – kurz: alles, was der Werkzeugfundus hergibt. Diese manuellen Tests sind so wichtig, weil sich ein und dasselbe Material je nach eingesetztem Werkzeug, Kraftaufwand und Engagement des Täters völlig unterschiedlich verhalten kann.

BVSW: Wie groß ist die Diskrepanz zwischen Normprüfung und realem Angriffsszenario?
Eine Norm basiert immer auf standardisierten und reproduzierbaren Bedingungen. Ein Einbrecher dagegen ist ein denkender Mensch – und der lässt sich nicht in ein normatives Raster pressen. Täter nutzen häufig genau jene Schwachstellen, die außerhalb der Normlogik liegen. Wie kreativ dabei vorgegangen wird, zeigen eindrücklich die Schäden, die mitunter in Justizvollzugsanstalten oder forensischen Kliniken entstehen und selbst Fachleute überraschen. Die dort Untergebrachten haben schlicht Zeit zum Nachdenken – und kommen dabei auf erstaunlich ausgefallene Ideen.

Hinzu kommt, dass viele Normen das veränderte Täterverhalten nicht mehr vollständig abbilden und in Teilen überholt sind. Insgesamt lässt sich festhalten: Normen sind die Basis, doch je nach Schutzbedürfnis sind individuelle Prüfungen unerlässlich.

BVSW: Welche Entwicklungen werden die bauliche Sicherheit in den nächsten Jahren am stärksten verändern?
Die Gewalt der Täter steigt, der sparsame Umgang mit Energieressourcen spielt eine zunehmend größere Rolle, und auch das Thema Resilienz rückt immer mehr in den Fokus, insbesondere bei Gebäuden der kritischen Infrastruktur.

Ein Zusammenspiel aus höheren Sicherheitsstufen und verbesserten Bauteilen in Bezug auf die Wärmedämmung sowie in Bezug auf den Schutz vor Unwettergefahren ist das, was wir in den nächsten Jahren sehen werden.

BVSW: Wohin geht der Trend: Mehr Technik oder stärkere physische Gebäudehülle?
Mechanik bildet das Fundament, die Elektrik ergänzt – aber beides funktioniert nur im Zusammenspiel. Auch eine Abstimmung auf die Bedürfnisse und Lebensgewohnheiten der Schutzperson ist wichtig, damit die Sicherheitsmaßnahmen nicht als Hindernis wahrgenommen werden. Andernfalls tendieren Menschen dazu, sie nicht zu nutzen oder zu umgehen – und damit haben wir wieder eine offene Flanke.

BVSW: Wenn Sie Unternehmen oder exponierten Personen nur einen einzigen Rat geben dürften – welcher wäre das?
Sicherheit sollte immer ganzheitlich und frühzeitig geplant werden.

Vielen Dank für das Gespräch!

Über Alexander Dupp: Mit über 20 Jahren Erfahrung im Sachverständigenwesen hat Alexander Dupp eines der führenden Gutachterbüros Deutschlands aufgebaut. Seine Spezialisierung liegt in der Begutachtung von Fenstern, Türen, Fassaden, Toren und Rollläden – von Alltagsschäden bis zu hochkomplexen Sicherheitssystemen und Denkmalschutzprojekten. Seit April ist er Mitglied im BVSW.

Lernen von erfahrenen Krisenmanagern – BVSW Seminar 22.–26. Juni 2026

In einer Welt, die von unvorhersehbaren Ereignissen und komplexen Bedrohungen geprägt ist, genügt es nicht mehr, auf Krisen nur zu reagieren. Wahre Stärke zeigt sich in der Vorbereitung, in der Fähigkeit, Stürme nicht nur zu überstehen, sondern gestärkt aus ihnen hervorzugehen.

Dieses 5-tägige Intensivseminar „Professionelles Krisenmanagement mit Organisationsentwicklungsfokus“ bietet die Möglichkeit, genau diesen entscheidenden Schritt zu gehen.


Mehr als ein Seminar: Eine Transformationsreise

Vergessen Sie trockene Theorie und endlose PowerPoint-Folien. In diesen fünf intensiven Tagen tauchen die Teilnehmenden tief in die Materie ein und erleben Krisenmanagement hautnah.

Der geschützte Rahmen ermöglicht es, unter professioneller Anleitung den Ernstfall zu proben, Fähigkeiten gezielt zu schärfen und sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen. Vermittelt werden nicht nur Methoden – im Fokus steht die Befähigung, eine nachhaltige Kultur der Resilienz im eigenen Unternehmen zu verankern.


Ihr konkreter Nutzen: Vom Wissen zum Handeln

Dieses Seminar ist eine Investition in die berufliche Zukunft und die Sicherheit der eigenen Organisation.

Am Ende dieser Woche werden die Teilnehmenden:


Für wen ist dieses Intensivseminar konzipiert?

Das Seminar richtet sich an die Gestalter und Verantwortlichen der unternehmerischen Sicherheit: an angehende und aktive Krisenmanager, an BCM- und Resilienzverantwortliche sowie an Führungskräfte, die ihre Organisation für die Zukunft wappnen und ihre Krisenkompetenz entscheidend ausbauen wollen.

Unser Referententeam:

Erik Liegle war in führenden Sicherheitsfunktionen bei Polizei, Europol sowie in internationalen Konzernen tätig. Er leitete u. a. den Bereich Corporate Forensics bei Volkswagen und der Deutschen Bahn AG mit Schwerpunkten auf strategische und operative Sicherheitsberatung, komplexe Ermittlungen sowie Krisenmanagement. Zuvor bekämpfte er bei Europol organisierte Kriminalität und führte u.a. Spezialeinheiten der Berliner Polizei. Heute berät er Unternehmen in den Bereichen Corporate Security, Risiko- und Krisenmanagement, Forensik, Compliance sowie Cyber- und Logistikschutz.
Peter Mnich verfügt über umfassende Erfahrung im Aufbau und Betrieb von Notfall- und Krisenmanagementstrukturen. Nach seiner militärischen Laufbahn in mehreren Verwendungen leitete er die Konzernsicherheit eines internationalen Schienenverkehrskonzerns und beriet die Bundesdruckerei beim Aufbau ihres Krisenmanagements. Als Krisenberater war er zudem weltweit in Präventions- und Akutlagen wie Entführungen, Erpressungen oder Cyberangriffen tätig. Seit 2005 begleitet er Unternehmen in verschiedenen KRITIS-Sektoren bei der Professionalisierung von Sicherheits- und Krisenprozessen und engagiert sich zudem als systemischer Organisationsentwickler, Forscher, Auditor sowie Trainer in internationalen Übungen und Projekten.
Jan Seitz ist in der Sicherheitsforschung tätig und spezialisiert auf die Entwicklung und Adaption von Modellen und Maßnahmen im Kontext KRITIS und Resilienz. Seine Schwerpunkte liegen in der Resilienz komplexer Systeme, der Strategieentwicklung sowie der Standardisierung von Abläufen. Praxiserfahrung sammelte er unter anderem in Forschungsprojekten wie AKRIMA und RESKON sowie bei Simulationen und Krisenübungen in der Lebensmittelindustrie, in Kommunen und im Logistiksektor.

International SOS arbeitet mit Unternehmen zusammen, um deren Mitarbeitende weltweit vor Gesundheits- und Sicherheitsbedrohungen zu schützen. Wolfgang Hofmann, Regional Security Manager Germany & Austria, sprach mit uns über die derzeitige Sicherheitslage bei Reisen in die USA.

Der Sicherheitsexperte Wolfgang Hofmann ist Redner auf dem BVSW Peer-Austausch Auslandssicherheit am 11. Juni 2026.

Bild: Wolfgang Hofmann, International SOS, Copyright: Mario Andreya

BVSW: Herr Hofmann, wie bewerten Sie aktuell die Sicherheitslage für Reisende in die USA?
WH: Die Sicherheitslage ist weitestgehend unverändert gegenüber der Zeit vor Donald Trumps zweiter Präsidentschaft. Zwar kommt es immer wieder zu vereinzelten Protesten, etwa wie zuletzt in Minnesota. Doch auch in der Vergangenheit gab es bereits vergleichbare Protestbewegungen, beispielsweise im Zusammenhang mit dem Tod von George Floyd, der im Mai 2020 durch einen Polizisten getötet wurde. Ereignisse wie diese können immer wieder auftreten.

    BVSW: Die Einreisebedingungen für ESTA-Reisende sollen verschärft werden. Welche Änderungen sind geplant?
    WH: Die geplanten Veränderungen zielen vor allem darauf ab, die digitale Vergangenheit des Einreisenden zu durchleuchten. Dafür sind die Social Media Accounts, Telefonnummern und E-Mail-Adressen von Interesse, teilweise rückwirkend für die letzten 10 Jahre. Werden diese Informationen zusammengeführt und mit KI ausgewertet, lässt sich ein recht umfassendes Gesamtbild erstellen. Auch aktuell gibt es beim ESTA-Antrag eine Abfrage von Social Media Accounts, die Angabe ist jedoch freiwillig.

    BVSW: Ist im Zusammenhang mit der Fußballweltmeisterschaft mit besonderen Einreisebestimmungen zu rechnen?
    WH: Über das Thema wird derzeit heiß diskutiert, insbesondere über die Frage, ob die genannten Verschärfungen bereits vor, oder erst nach der Fußballweltmeisterschaft 2026 eingeführt werden sollen. Für Reisende zur Fußballweltmeisterschaft ist eine beschleunigte Vergabe von Visum-Interviewterminen geplant: Für Touristen bestehen grundsätzlich zwei Möglichkeiten in die USA einzureisen, entweder das genannte ESTA-Verfahren oder das B1/B2 Visum. Wer einen FIFA-Pass besitzt, der soll einen bevorzugten Termin für das Interview erhalten. Dieses Interview ist aber keine Garantie für die Einreise.

    BVSW: Sind vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten intensivere Sicherheitsprüfungen erkennbar?
    WH: Tatsächlich sehen wir schon jetzt sehr intensive Sicherheitsüberprüfungen bei Einreisen in die USA. Diese begründen sich jedoch nicht auf den Krieg im Iran, sondern auf eine sogenannte „Presidential Action“, die bereits am 20. Januar 2025 veröffentlicht wurde. Darin werden die US-Grenzbeamten aufgefordert, alle Ausländer so umfassend wie möglich zu überprüfen und zu kontrollieren – insbesondere diejenigen, die aus Ländern oder Regionen stammen, in denen Sicherheitsrisiken festgestellt wurden. Zwar zählen Länder, die am ESTA-Verfahren teilnehmen, nicht zu den Ländern mit besonderen Risiken. Aber die Verordnung hatte bereits Auswirkungen auf die Art und Weise der Überprüfungen.

    BVSW: Welche ESTA-Angaben führen bei der Einreise in die USA besonders häufig zu Rückfragen oder Problemen?
    WH: Das Wichtigste ist, die Fragen wahrheitsgemäß zu beantworten. Eventuelle Widersprüchlichkeiten führen in der Regel immer zu Rückfragen. Auch die Frage nach besuchten Ländern müssen Reisende gewissenhaft beantworten, denn es gibt mehrere Länder, nach deren Besuch man nicht mehr per ESTA-Verfahren in die USA einreisen darf. Auf dieser Staatenliste steht seit dem 21. Januar 2021 auch Kuba. Wer also dort im Urlaub war und das nicht im Fragebogen angibt, wird Schwierigkeiten bekommen, wenn die Grenzbeamten den Aufenthalt nachvollziehen können.

    BVSW: Die endgültige Entscheidung über die Einreise liegt bei den US-Grenzbeamten. Wie sollten sich Reisende idealerweise auf eine Befragung vorbereiten und welche Unterlagen sollten sie griffbereit haben?
    WH: Reisende sollten möglichst ausgeglichen in diese Befragung starten, also weder übermüdet noch unterzuckert trotz des langen Flugs. Idealerweise wird im Flugzeug noch etwas gegessen oder getrunken, bevor es zur Einreise geht. Den Grenzbeamten sollte man höflich, freundlich und ehrlich begegnen.
    Für Geschäftsreisende empfiehlt es sich, das Rückflugticket sowie die Hotelbuchung parat zu haben. Auch ein Einladungsschreiben des Unternehmens kann hilfreich sein, insbesondere, wenn das Personal vorab in exotischen Ländern unterwegs war. Letztlich bleibt aber immer ein gewisses Restrisiko, ungünstige Umstände oder ein besonders strenger Grenzbeamter lassen sich nicht vollständig ausschließen.

    BVSW: US-Behörden haben das Recht, elektronische Geräte bei der Einreise zu kontrollieren. Wie läuft so eine Überprüfung typischerweise ab?
    WH: Entweder in Kooperation mit dem Reisenden, der aufgefordert wird, das Gerät einzuschalten und freizugeben. Hier wird auch wieder insbesondere auf die Social Media Profile geachtet. Falls sich bestimmte Verdachtsfälle ergeben, kann eine weiterführende forensische Untersuchung stattfinden, die dann in einem getrennten Raum durchgeführt wird. Die Überprüfungen finden stichprobenartig statt.

    BVSW: Wie können Unternehmen vertrauliche Daten schützen?
    WH: Unternehmen sollten sich generell die Frage stellen, ob schützenswerte Informationen vorhanden sind. Darauf aufbauend gilt es zu entscheiden, wie mit diesen Informationen umgegangen wird. Prinzipiell können nur Informationen abfließen, die sich auf dem Rechner befinden. Eine Verschlüsselung kann unter Umständen zusätzliche Nachfragen auslösen.
    Eine mögliche Alternative wäre, die vertraulichen Informationen nicht lokal, sondern in einer Cloud zu speichern. Der Zugriff darauf sollte nicht über eine vorinstallierte App, sondern über den Browser erfolgen. Allerdings sollte man beachten, dass sich das Problem damit eventuell nur verschiebt, denn letztlich erfolgt der Zugriff von den USA heraus über einen amerikanischen Provider.
    Von Schutzmethoden nach „James-Bond-Manier“ ist generell abzuraten, etwa von gut versteckten Datenträgern an vermeintlich sicheren Plätzen im Gepäck. Werden sie entdeckt, ist mit weitergehenden Fragen zu rechnen.

    BVSW: Welche Maßnahmen empfehlen Sie Unternehmen, um ihre Mitarbeitenden auf USA-Reisen abzusichern?
    WH: Ein häufig unterschätzter Aspekt ist das Thema Gesundheit. Zwar ist die Gesundheitsversorgung in den USA gut, doch sie kann schnell sehr teuer werden, beispielsweise in privaten Kliniken. Unternehmen haben die Möglichkeit, auf Dienstleister zurückzugreifen, die dabei unterstützen, eine angemessene Versorgung zu einem vernünftigen Preis zu sichern. Größere Unternehmen sind bei der Gesundheitsvorsorge im Ausland allgemein gut aufgestellt, etwas anders sieht es bei kleineren und mittleren Unternehmen aus.

    BVSW: Extreme klimatische Bedingungen sind in den USA keine Seltenheit. Welche Risiken sollten Unternehmen berücksichtigen?
    WH: Die USA sind ein Land der Wetterextreme, von starken Temperaturschwankungen bis hin zu Hurrikans und Tornados. Die Fußballweltmeisterschaft 2026 fällt tatsächlich in die Hurrikan-Saison. Andererseits kommen solche extremen Wetterlagen nie überraschend, ein Hurrikan baut sich über längere Zeit auf. Es ist daher empfehlenswert, regelmäßig einen Blick auf die Wettervorhersage zu werfen.

    BVSW: Welche gesundheitlichen Risiken werden bei USA-Reisen oft unterschätzt und welche Vorsorgemaßnahmen sollten getroffen werden?
    WH: Die USA sind nicht nur ein Land der extremen Wetterlagen, sondern auch der extremen Kontraste überhaupt, Großstädte gehen in teilweise extreme Wildnis über. Allein mit diesen Gegensätzlichkeiten zurechtzukommen kann zur Herausforderung werden.
    Letztes Jahr haben wir zudem einen der größten Masernausbrüche seit drei Jahrzehnten in den USA gesehen, die Mehrheit der Erkrankten war nicht geimpft. Es lohnt sich also, vor einer Reise in die USA den eigenen Impfstatus zu überprüfen.

      BVSW: Vielen Dank für das Gespräch!

      Hinweis zu einer Aufzeichnung zum Thema Fußball-Weltmeisterschaft 2026:

      Travel Smart for the 2026 Soccer Tournament: Managing Risk in Mexico and Canada

      Im Zuge der Fußball-WM 2026 steigt das Reiserisiko in Nordamerika. Eine Expertenaufzeichnung zeigt, wie Unternehmen Reisen zu Großereignissen sicher planen können – mit Fokus auf Sicherheit, Gesundheitsrisiken, Fürsorgepflicht und Notfallplanung.

      Hier können sich die Leser die Aufzeichnung kostenfrei ansehen:

      https://www.internationalsos.com/events/travel-smart-2026-soccer-tournament

      Am 21. und 22. April 2026 fand die dritte BVSW SecTec statt. Der Fachkongress präsentiert Technologien, die sich in der Sicherheitsbranche einsetzen lassen, um das Schutzniveau zu verbessern und Prozesse effizienter zu gestalten.

      Künstliche Intelligenz, Big Data und Cloud Computing sorgen dafür, dass in immer kürzeren Abständen technische Innovationen auf den Markt kommen. Viele davon lassen sich auch in die Sicherheitstechnik integrieren und schaffen damit die Möglichkeit, die Sicherheit zu verbessern und die Effizienz von Sicherheitsunternehmen zu steigern. Die BVSW SecTec bietet alljährlich einen Überblick über die wichtigsten Trends und zeigt Einsatzszenarien, die sich bereits in der Praxis bewährt haben.

      BVSW Geschäftsführerin Caroline Eder und Tobias Schmid, Geschäftsführer von Schmid Alarm sowie Vorstand der Sparte für Hersteller und Errichter von Sicherheitssystemen, begrüßten die Teilnehmenden.

      „Wir freuen uns sehr, erneut ein hochaktuelles Programm mit exzellenten Referenten präsentieren zu können. Dass wir auch in diesem Jahr wieder auf sehr großes Interesse bei Ausstellern und Teilnehmenden gestoßen sind, zeigt uns, wie relevant und zukunftsweisend diese Themen für unsere Mitglieder und die gesamte Sicherheitsbranche sind.“

      Tobias Schmid, BVSW-Vorstand Sparte Technik und Errichter und BVSW-Geschäftsführerin Caroline Eder

      Risikoanalyse per numerischer Simulation

      Der Eröffnungsvortrag präsentierte die Möglichkeiten von numerischer Simulation, einer computerbasierte Berechnungsmethode, mit der sich komplexe physikalische Vorgänge durch mathematische Modelle nachstellen lassen. Dr. Daniel Huber, Gründer und Inhaber der Simblast GmbH, hatte die Schutzwirkung bei KRITIS-Objekten überprüft und konnte nachweisen, dass hier Verbesserungsbedarf besteht. Vor allem beim Zufahrts- und Gebäudeschutz gewinnt die numerische Simulation mittlerweile immer mehr an Bedeutung. Sie lässt sich einsetzen, wenn eine Überprüfung am bestehenden Objekt nicht möglich ist oder ein Realversuch zu gefährlich wäre.

      Vernetzte Systeme und digitale Souveränität

      Der Beitrag von Kai Eckstein, Director Vertrieb Deutschland/Schweiz bei Advancis Software & Service GmbH, lenkte den Blick auf integrierte Gefahrenmanagementsysteme deren Mehrwert: Durch die Bündelung unterschiedlicher Datenquellen und die Auswertung durch KI entsteht ein umfassendes Lagebild. Risiken lassen sich damit besser einschätzen und Reaktionszeiten verkürzen.

      Sensoren und Künstliche Intelligenz revolutionieren auch das Besuchermanagement in Unternehmen. Digitale Prozesse steigern dabei nicht nur die Effizienz, sondern verbessern gleichzeitig die Navigation der Besucher sowie die Sicherheit, wie Christian Graf, Leiter des Entwicklungsmanagements bei der NWS Digital GmbH erklärte.

      Die zunehmende Vernetzung und die neuen Technologien haben auch Einfluss auf die IT-Sicherheitsarchitektur, die sich auf eine wachsende Dynamik einstellen muss. Prof. Dr. Gabi Dreo Rodosek von der Universität der Bundeswehr München erläuterte, dass KI zahlreiche neue Angriffsvektoren schafft, die sich Kriminelle zu Nutze machen können. Andererseits können Unternehmen KI einsetzen, um die Abwehr zu verbessern, beispielsweise über die automatisierte Erkennung von Schadsoftware. Angesichts zunehmender geopolitischer Konflikte betonte die Professorin für Informatik auch die Bedeutung der digitalen Souveränität Europas.

      Drohnenabwehr: Technische Möglichkeiten und rechtlicher Rahmen

      Am zweiten Kongresstag stand zunächst die Drohnenabwehr im Mittelpunkt, nachdem es immer häufiger zu Zwischenfällen mit unbemannten Luftfahrtsystemen kommt. Hans-Peter Stuch, Forschungsgruppenleiter Frauenhofer-Institut FKIE, gab einen Überblick über aktuelle Verfahren zur Detektion und Abwehr – von Radar- und Funksignalanalyse bis zu optischen und akustischen Methoden.

      Direkt im Anschluss wurde die rechtliche Perspektive der Drohnenabwehr beleuchtet. Rechtsanwalt und Fachautor Dr. Ulrich Dickert machte deutlich, dass der Handlungsspielraum im zivilen Bereich stark begrenzt ist. Die Drohnendetektion wiederum bietet eine legale Möglichkeit, sich gegen nicht genehmigte Drohnen zur Wehr zu setzen. Bevor sich Unternehmen teure Systeme anschaffen, sollten sie sich genau über die rechtlichen Rahmenbedingungen informieren, so der Experte.

      Künstliche Intelligenz als Treiber neuer Lösungen

      Der Vortrag von Sophia Simon, Geschäftsführerin acc:urate GmbH, zeigte, wie Computersimulationen die Sicherheit im öffentlichen Raum verbessern können. Die Simulationen bieten eine Möglichkeit, die Dynamiken in großen Menschenmengen nachzuvollziehen. Damit lassen sich Evakuierungspläne überprüfen und Abläufe in Gebäuden oder Veranstaltungsstätten optimieren, um gefährliche Engpässe und Gedränge zu vermeiden.

      Einen konkretes Einsatzszenario von Künstlicher Intelligenz in der Sicherheitsbranche bildete den Abschluss der Veranstaltung. Markus Vollerthun, Geschäftsführer der VD Mayr GmbH und Yannick Evans, Co-Founder von Paul’s Job erklärten, wie die Einführung einer KI dem Sicherheitsdienstleister geholfen hat, seine Einstellungsprozesse deutlich effizienter zu gestalten.

      Fachausstellung und intensiver Austausch

      Ergänzend zum Vortragsprogramm präsentierten elf Sicherheitsunternehmen ihre Lösungen im Rahmen einer begleitenden Ausstellung, nämlich nedap, Schmid Alarm, Dehn, hensec secure solutions, puvp, EM-Shield, Kötter Security, Salto, ID Ausweissysteme, Securitas sowie die die Nürnberger Wach- und Schließgesellschaft.

      Das bewährte Lunch-to-Lunch-Format, mehrere Networking-Pausen, sowie ein gemeinsamer Sekt-Empfang mit anschließenden Abendessen am ersten Tag boten zudem ideale Rahmenbedingungen für den Austausch und neue Kontakte.

      Der BVSW hat gemeinsam mit dem langjährigen Mitgliedsunternehmen SecCon Group GmbH eine Weiterbildung im operativen Sicherheitsmanagement entwickelt, die erstmals Qualitätsstandards in einem bislang unregulierten Markt setzt. Der Lehrgang für angehende Personenschützer stößt auf große Resonanz und wird demnächst bereits zum zweiten Mal angeboten. Einen Einblick in die Ausbildung gibt dieser Beitrag.

      Ob Unternehmensvertreter, Vermögensinhaber oder Person des öffentlichen Lebens: Ein gewisser Bekanntheitsgrad kann heute ein potenzielles Sicherheitsrisiko darstellen – für die exponierte Person selbst ebenso wie für ihre Familie. Im Rahmen einer wirkungsvollen Risikobehandlungsstrategie sind neben organisatorischen und technischen Schutzmaßnahmen auch hoch qualifizierte Personenschützer erforderlich, um das Risikoportfolio deutlich zu reduzieren. Doch die Anforderungen an die Kompetenzen des eingesetzte Schutzpersonal sind intransparent und nicht reguliert.

      „Rein gewerberechtlich darf jeder Personenschutz anbieten. Das Berufsfeld ist bis heute jedoch nicht qualitativ geregelt“, sagt Markus Weidenauer, Geschäftsführer der SecCon Group GmbH. Der Sicherheitsexperte verfügt selbst über langjährige Erfahrung im operativen Sicherheitsmanagement und hat das Ausbildungsprogramm gemeinsam mit dem BVSW entwickelt. Die SecCon Group GmbH gehört zu den führenden Unternehmen im Bereich des operativen Sicherheitsmanagements für exponierte Personen, Familien und Unternehmen und ist seit Jahrzehnten für diverse Klienten in diesem Feld tätig. Gemeinsam mit dem BVSW e.V. wurde das nun umgesetzte Ausbildungsformat entwickelt und mit handverlesenen Referenten und Trainern durchgeführt.

      „Als Sicherheitsverband verfolgen wir das Ziel, unseren Mitgliedsunternehmen geeignetes Personal zuzuführen“, sagt Caroline Eder, Geschäftsführerin des BVSW. „Gerade im Bereich des operativen Sicherheitsmanagements haben wir einen großen Bedarf gesehen, für den es kein passendes Format gab. Mit der Weiterbildung wollen wir diese Lücke schließen.“

      Vorteil durch Praxis und Netzwerk

      Der BVSW bietet durch sein über Jahre gewachsenes Netzwerk die optimalen Rahmenbedingungen für eine Weiterbildung im operativen Sicherheitsmanagement. Da erkannt wurde, dass der Aufgabenbereich eines Personenschützers neben den bekannt klassischen Aufgaben viele strategische Aspekte beinhaltet. Darüber hinaus verfügt der Verband durch den intensiven Austausch mit Unternehmen über ein genaues Verständnis, welche Anforderungen heutzutage an Personenschützer gestellt werden. Im Umkehrschluss sieht sich der Verband als Vermittler zwischen den Mitgliedsunternehmen und den Lehrgangsteilnehmern, die den Lehrgang erfolgreich abgeschlossen haben. So entsteht eine echte Win-Win-Situation. Die Trainer für die Weiterbildung kommen ausschließlich aus der Praxis und bringen somit praxisorientierte Lösungsansätze ein, die sofort in den Arbeitsalltag der Lehrgangsteilnehmer integriert werden können. Hinzu kommt die langjährige Erfahrung des BVSW bei der Konzeption und Durchführung von Weiterbildungsangeboten mit dem Fokus auf praxisorientierten Lerninhalten.

      Vielseitiges Ausbildungsprogramm

      Die Weiterbildung ist modular aufgebaut und orientiert sich inhaltlich an den vielschichtigen Anforderungen des operativen Sicherheitsmanagements. Die Teilnehmenden werden nicht nur fachlich qualifiziert, sondern auch dazu befähigt, ihre Schutzmandate ganzheitlich zu planen und umzusetzen. Für dieses Ziel stehen theoretische Unterrichtseinheiten und Praxisübungen in sechs unterschiedlichen Handlungsbereichen auf dem Lehrplan.

      1) Handlungsbereich Sozialkompetenz
      Personenschutz erfordert ein Höchstmaß an sozialer Handlungssicherheit und deshalb gehört das Thema Sozialkompetenz mit zu den Ausbildungsinhalten. Die Teilnehmenden sollen zum einen lernen, sich souverän in unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten bewegen zu können. Alles Wesentliche dafür wird im Ausbildungsmodul Etikette vermittelt, beginnend vom stilvollen Auftreten bis hin zu den richtigen Tischmanieren. Den Abschluss dieses Moduls bildet ein stilvolles Abendessen, bei dem die Teilnehmenden zeigen müssen, dass sie das Gelernte richtig umsetzen können. Im Modul Teambuilding steht die Fähigkeit im Fokus, mit anderen Personen in Kontakt zu treten und ihnen wertschätzend zu begegnen, um ein Ziel in arbeitsteiliger Verantwortung zu erreichen. Teamübungen im Indoor- und Outdoor-Bereich dienen dabei nicht nur der Entwicklung gruppendynamischer Kompetenzen, sondern auch der Überprüfung der körperlichen Mindestbelastbarkeit.  

      2) Handlungsbereich Technik
      Der Einsatz modernster Technologien ist heute ein integraler Bestandteil jedes Sicherheitskonzepts. Die Teilnehmenden erwerben Kenntnisse über die richtige Nutzung und Funktionsüberwachung von technischen Schutzmaßnahmen. Der Handlungsbereich Technik unterteilt sich in zwei Schwerpunkte: Einerseits die elektronischen Schutzmaßnahmen von Gefahrenmeldeanlagen über Videoanlagen bis hin zu Zutrittskontrollsystemen und andererseits die baulichen bzw. mechanischen Schutzmaßnahmen mit dazugehörigen Normen und Richtlinien.

      3) Handlungsbereich Recht
      Personenschützer agieren in einem komplexen Rechtsrahmen, entsprechend konzentriert sich der Unterricht auf das Anwenden von Eingriffsnormen. Die Teilnehmenden vertiefen ihr bereits erworbenes Wissen aus der geforderten Vorqualifikation durch praxisnahe Fallbeispiele und detaillierten Aufgabenstellungen zu aktuellen Rechtsthemen. Die Schulungsinhalte sollen die angehenden Personenschützer in die Lage versetzen, Verstöße gegen rechtliche Normen zu erkennen und rechtlich konformes Handeln für den Dienstbetrieb abzuleiten. Hierfür werden Kenntnisse im Strafrecht, der Strafprozessordnung, dem Waffenrecht sowie dem Datenschutzrecht vermittelt.

      4) Handlungsbereich Operativ
      Dieser zentrale Bereich der Ausbildung umfasst insgesamt 12 Tage und unterteilt sich wiederum in vier unterschiedliche Themenfelder:

      Im ersten Themenblock lernen die Teilnehmenden alles über Aufklärungsmaßnahmen und wie sie richtig geplant, durchgeführt und dokumentiert werden, um gegnerische Ansätze zu erkennen. Im Weiteren werden spezielle Kenntnisse in präventiver Verhaltenserkennung vermittelt: Anhand von Mikromimik, Körpersprache und Bewegungsmustern lernen die Teilnehmenden Abweichungen vom Normverhalten zu erkennen.

      Der Bereich Personenschutztaktik, der Schwerpunkt des operativen Handlungsbereichs, umfasst fünf Tage. Dabei stehen theoretische Bereiche wie Spannungsfelder in der Auftragsdurchführung, Einsatzvarianten, Einsatzmittel sowie Attentatsanalysen ebenso auf dem Programm wie umfassende praktische Übungsszenarien. Da in der heutigen Gesellschaft eine hohe weltweite Mobilität vorherrscht, werden im vierten Teil dieses Ausbildungsabschnitts Kompetenzen im Bereich Reisesicherheit vermittelt. Dazu gehören die Grundlagen des Travel Risk Managements (TRM) gemäß ISO 31030, die Erstellung einer Risikoanalyse für Reisen sowie das Notfall- und Krisenmanagement im TRM.

      5) Handlungsbereich Analysen
      Fundierte Analysen bilden die Grundlage jedes Schutzauftrags. Dafür vermittelt die Weiterbildung das notwendige Rüstzeug: Im Qualifikationsschwerpunkt Risikoanalysen erlernen die Teilnehmenden die Grundzüge des Risikomanagements nach ISO 31000 und dessen Anwendung in Bezug auf persönliche Sicherheitsrisiken. Im Bereich Schwachstellenanalysen an Objekten wird vermittelt, wie Schwachstellen in der täglichen Arbeitspraxis strukturiert erfasst werden und sich transparent in Berichtsform darstellen lassen.

      Da sich Gefährdungspotenziale zunehmend im digitalen Raum entwickeln, gehören auch die Themen Open Source Intelligence (OSINT) und Social Media Intelligence zum Curriculum. Die Teilnehmenden lernen, im Internet frei zugängliche Informationen auszuwerten und Personenrecherchen durchzuführen.

      6) Handlungsbereich Psychologie
      Beim Personenschutz steht die Arbeit mit Menschen im Mittelpunkt. In diesem Themenfeld lernen die Teilnehmenden, menschliches Verhalten einzuschätzen und angemessen darauf zu reagieren. Zusätzlich stehen Themen wie Stressbewältigung, Selbstmotivation und Stärkung der Frustrationstoleranz auf der Agenda.

      Weiterbildung für qualifizierte Sicherheitskräfte

      Die anspruchsvolle Weiterbildung ist auf erfahrene Sicherheitskräfte ausgerichtet. Im ersten Schritt wird die persönliche Eignung im Rahmen eines Einzelgesprächs geprüft. „Unser Ziel ist es, Kandidaten herauszufiltern und auszubilden, die im Tätigkeitsfeld des Personenschutzes realistische und langfristige Beschäftigungsperspektiven haben“, sagt Weidenauer.

      Die formale Voraussetzung für eine Teilnahme ist eine abgeschlossene Ausbildung im Sicherheitsbereich. Bei behördlichem Hintergrund zählen dazu die mittlere Laufbahn im Polizeivollzugsdienst oder die Feldwebellaufbahn der Feldjägertruppe. Aus der privaten Sicherheitswirtschaft werden Bewerber mit einem IHK-Abschluss als „Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft“ zugelassen oder auch Kandidaten mit einer Ausbildung zur „Fachkraft für Schutz und Sicherheit“.

      Ergänzend ist eine Waffensachkundeprüfung nach § 7 WaffG für Kurzwaffen erforderlich, die ebenfalls beim BVSW abgelegt werden kann. Zu den Anforderungen gehören außerdem ein Sanitätshelfer-Lehrgang (Abschluss ebenfalls beim BVSW möglich) oder der Einsatzhelfer B der Bundeswehr, der Führerschein der Klasse B, sehr gute Deutschkenntnisse und ein Auszug aus dem Bundeszentralregister ohne Einträge.

      Organisation und Ausbildungsrahmen

      Die Weiterbildung ist als durchgängiges Präsenzformat konzipiert. Das bedeutet, dass sich die Teilnehmenden in einem geschlossenen Lehrgangsbetrieb befinden. Dieses Setting bietet eine realitätsnahe Trainingsumgebung, in der neben den fachlichen Inhalten auch Teamdynamik, Belastbarkeit und professionelles Verhalten unter Dauerbeanspruchung beobachtet und reflektiert werden können.

      Schulungsort ist unter anderen das BayZE (Bayerisches Zentrum für besondere Einsatzlagen). Die Voraussetzungen dort ermöglichen sowohl die Vermittlung theoretischer Inhalte als auch die Durchführung komplexer Einsatzszenarien unter kontrollierten Bedingungen.

      Die Weiterbildung gliedert sich in drei aufeinander aufbauende Module. Den Abschluss bildet eine legendierte, dreitägige Abschlussprüfung im Realeinsatz im Großraum München.

      Exklusive Einblicke in Krisenmanagement, Prävention und Best Practices für internationale Geschäftsreisen

      Am 11. Juni 2026 lädt der BVSW seine Mitglieder zu einem exklusiven Peer-Austausch zum Thema Auslandssicherheit in das Lufthansa Aviation Training am Munich Airport ein.

      Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen Best Practices, reale Vorfälle sowie wirksame Präventionsmaßnahmen rund um internationale Geschäftsreisen und Auslandseinsätze. Ziel ist es, aktuelle Herausforderungen praxisnah zu beleuchten und gemeinsam Lösungsansätze zu diskutieren.

      Themenschwerpunkte sind unter anderem:

      Die Veranstaltung bietet neben fundierten Fachimpulsen einen vertraulichen Austausch auf Augenhöhe. Teilnehmende profitieren von praxisnahen Einblicken, wertvollen Erfahrungsberichten sowie der Möglichkeit zum intensiven Networking.

      Ein besonderes Highlight ist die exklusive Führung durch das Lufthansa Aviation Training.

      Hinweis: Die Kapazitäten sind begrenzt – die Vergabe der Plätze erfolgt nach dem Prinzip „First come, first served“.

      Die Teilnahme ist für BVSW-Mitglieder kostenfrei und exklusiv.

      Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung!

      Flyer Peer-Austausch Auslandssicherheit (9)Download Programm

      Markus Vollerthun, Geschäftsführer Veranstaltungsdienst Paul Mayr GmbH & Co. KG

      Im Interview: Markus Vollerthun, Geschäftsführer Veranstaltungsdienst Paul Mayr GmbH & Co. KG (VD Mayr) ist dieses Jahr Speaker auf der BVSW SecTec (21.-22. April 2026 in München)
      Die VD Mayr zählt zu den führenden Anbietern für die flexible Betreuung von sportlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Veranstaltungen. Beim Recruiting setzt das mittelständische Traditionsunternehmen auf Künstliche Intelligenz (KI), um die Prozesse effizienter zu gestalten. Wir haben mit dem Geschäftsführer Markus Vollerthun über seine Erfahrungen gesprochen

      Wo liegen die größten Herausforderungen beim Recruiting in Ihrem Unternehmen?
      Wir sind auf die Sicherung von Veranstaltungen spezialisiert, von Sportevents wie Fußballspielen über Kulturveranstaltungen, etwa in der Oper oder im Münchner Prinzregententheater, bis hin zu Messen. Zudem bieten wir klassischen Objektschutz an.

      Gerade im Veranstaltungsbereich müssen wir zu bestimmten Zeitpunkten sehr viele Mitarbeiter gleichzeitig einstellen. Dieses punktuelle High-Volume-Recruiting bedeutet einen enormen organisatorischen Aufwand.

      Was heißt das konkret?
      Nehmen wir mal den Sportbereich als Beispiel:Für die Sicherung eines Fußballspiels benötigen die Mitarbeiter grundsätzlich zwei Basis-Qualifikationen: Die Unterrichtung nach §34a GewO sowie die Schulung zur Qualifizierung Sicherheits- und Ordnungsdienste, kurz „QuaSOD“ vom DFB.

      Früher wurden diese Vorrausetzungen den Bewerbern immer bei einem Gruppentermin vermittelt. Zu diesen Terminen hat unser Recruiting etwa zehn Bewerber gleichzeitig eingeladen. Ein solcher Termin dauerte rund zwei Stunden, hinzu kam etwa eine Stunde jeweils für Vor- und Nachbereitung. Haben Bewerber ihre Termine abgesagt, verschoben oder gab es Nachfragen, erhöhte sich der Aufwand entsprechend. Diese Voraussetzungen erklärt heute sehr geduldig und ausführlich unsere KI den Bewerbern und entlastet dadurch massiv die Personalabteilung.

      Was war der Auslöser, sich mit KI im Recruiting zu beschäftigen?
      Wir hatten uns Anfang 2025 Wachstumszeile bis 2030 gesetzt und wollten diese erreichen, ohne die Verwaltungskosten zu erhöhen. Im Zuge der Überlegung, wie wir das erreichen, bin ich eher zufällig bin ich bei einer Recherche darauf gestoßen, dass KI auch im Recruiting unterstützen kann. Ab diesem Zeitpunkt haben wir das Thema konsequent weiterverfolgt, bis wir eine passende Lösung gefunden hatten.  

      Wie sind Sie bei der Auswahl eines KI-Tools vorgegangen?
      Es gibt tatsächlich mehrere Anbieter, die sich auf den ersten Blick ähneln. Wir haben uns sechs oder sieben Lösungen genauer angesehen.

      Unsere zentrale Anforderung lag darin, unseren gesamten Onboarding-Prozess abzubilden – von der Bewerbung über das Job-Portal, über die Terminvereinbarung zum Vorstellungsgespräch bis hin zur Vertragserstellung. Gleichzeitig sollte die Lösung eine gewisse Wirtschaftlichkeit bieten. Das konnte nur unser aktueller Partner Paul’s Job leisten.

      Wie hat sich Ihr Recruiting-Prozess durch den Einsatz von KI verändert?
      Vor der Einführung haben wir für die Auswahl und Einstellung von 50 Personen rund 40 Arbeitsstunden benötigt, heute schaffen wir das in ca. 15 Minuten. Die KI übernimmt einen Großteil der administrativen Tätigkeiten, das heißt sie überprüft die formalen Voraussetzungen, vereinbart Termine und kann bei eventuellen grundlegenden Fragen schon weiterhelfen.

      Hat sich die Passgenauigkeit der Mitarbeitenden verbessert?

      Die KI kann bereits eine gute Vorauswahl treffen und das hilft tatsächlich dabei, die Passgenauigkeit zu verbessern.

      Nehmen wir als Beispiel Empfangsmitarbeiter: Hier sind gute Deutschkenntnisse, Freundlichkeit und Kritikfähigkeit entscheidend. Diese Aspekte werden in einem telefonischen Erstgespräch überprüft, das nun von der KI geführt wird.

      Selbstverständlich werden die Bewerber vorab darüber informiert, dass sie mit einer KI sprechen. Doch diese Lösung verbessert auch die sogenannte Candidate Experience deutlich und bietet damit Vorteile für alle: Gespräche können jederzeit stattfinden, was die Terminfindung vereinfacht und die Prozesse beschleunigt.

      Wie stellen Sie sicher, dass Ihr System im Sinne Ihrer Anforderungen arbeitet?
      Die KI ist ein Werkzeug. Entscheidend ist, wie sie konfiguriert und trainiert wird.

      Zu Beginn war daher eine gewisse Justierarbeit notwendig, um der KI unseren Unternehmensspirit zu vermitteln. Jede Antwort musste zunächst durch einen Mitarbeiter freigegeben werden. Wir haben definiert, welche Formulierungen verwendet werden dürfen und welche Spielräume die KI hat.

      Ein Beispiel: Formal müssen die Sicherheitskräfte zu Einsatzbeginn mindestens 18 Jahre alt sein. Die KI würde also alle Bewerber unter 18 rigoros ausschließen. Wir mussten ihr beibringen, dass Bewerbungen ab etwa17,5 Jahren sinnvoll sind, da zwischen der Bewerbung und dem ersten Einsatz Zeit vergeht.

      Auch im laufenden Betrieb bleibt diese Feinjustierung wichtig. So kann es vorkommen, dass die KI Dinge tut, die nicht zur gewünschten Kommunikation passen, etwa, dass sie einen zu lockeren Ton anschlägt oder plötzlich Emojis in ihren Antworten verwendet. Deshalb ist es wichtig, regelmäßig ein Auge auf die Kommunikation zu haben und bei Bedarf nachzubessern.

      Wie wurde das Tool in Ihrem Unternehmen angenommen?
      Sehr positiv, auch weil wir unsere Personalabteilung von Anfang an aktiv in den Prozess einbezogen haben. Wir haben ihnen den Einsatz von KI vorgeschlagen und bewusst ihre Einschätzung dazu eingeholt. Sie haben das Potenzial erkannt und das Thema dann auch intern konsequent mit vorangetrieben. Für unsere drei Mitarbeiterinnen in der Personalabteilung sind durch den Einsatz der KI vor allem die repetitiven und administrativen Aufgaben deutlich weniger geworden. Dadurch können sie sich heute mehr auf die Bereiche konzentrieren, die bewusst in menschlicher Hand bleiben sollten, nämlich den direkten Austausch mit Bewerbern sowie die individuelle Vertragsgestaltung.

      Gerade die persönliche Komponente ist aus unserer Sicht weiterhin entscheidend und wird durch den Einsatz von KI nicht ersetzt, sondern gestärkt.

      Vielen Dank für das Gespräch!

      BVSW Interview mit Dr. Daniel Huber, Gründer SIMBLAST GmbH

      Wie wirken Anprall, Beschuss oder Sprengungen auf umliegende Strukturen? Fragen wie diese beantwortet die SIMBLAST GmbH mithilfe numerischer Simulation. Die Erkenntnisse fließen in Gefährdungs- und Schädigungsanalysen ein und können dabei helfen, Schutzmaßnahmen zu optimieren.

      Dr. Daniel Huber, Gründer der SIMBLAST GmbH, ist dieses Jahr Referent bei der BVSW SecTec (21.04.2026-22.04.2026). Wir haben vorab mit ihm gesprochen.

      (Bildrechte: Dr. Daniel Huber):
      Dr. Daniel Huber, Gründer der SIMBLAST GmbH
      1. Dr. Huber, worum geht es bei numerischer Simulation?
        Numerische Simulation ist eine computer-basierte Berechnungsmethode, die dazu dient, komplexe physikalische Vorgänge durch mathematische Modelle nachzustellen. Beispielsweise, wie verhält sich ein Stahlblech, wenn es beschossen wird? Mit den daraus gewonnenen Erkenntnissen kann man das Stahlblech so gestalten, dass es die maximale Sicherheit gegenüber einer Belastung bietet.

      2. Was war Ihre Motivation zur Gründung von SIMBLAST?
        Ich war über 13 Jahre lang Entwicklungsingenieur im Bereich der Sonderschutzfahrzeuge bei BMW. In der Zeit habe ich an der Universität der Bundeswehr in Hamburg über die numerische Simulation von Beschuss- und Absprengvorgängen promoviert. Die gepanzerten Fahrzeuge wurden bei BMW nicht nur numerisch, sondern auch empirisch überprüft. Bei den Real-Tests waren regelmäßig Vertreter von Behörden, wie beispielsweise der Polizei vor Ort. Und so wurde ich darauf angesprochen, ob ich derartige Beschuss- und Ansprengsimulationen auch für andere Bereiche ausführen könnte, beispielsweise zur Frage, wie sich Sprengladungen zum Öffnen von Türen auf die Gebäudestabilität auswirken. Da mich die Polizeithematik immer schon interessiert hat, habe ich zunächst eine Nebentätigkeit angemeldet, um diese Arbeiten am Abend und am Wochenende auszuführen. Die Nachfrage stieg und irgendwann kam ich an einen Punkt, an dem ich beide Aufgaben nicht mehr parallel durchführen konnte. Dann habe ich entschieden, mich ganz auf SIMBLAST zu fokussieren.

      3. Wie unterscheidet sich SIMBLAST von anderen Anbietern?
        SIMBLAST ist auf die Simulation von kurzzeitdynamischen Vorgängen spezialisiert, wie sie beispielsweise bei Beschuss, Anprall oder Ansprengungen entstehen. Das ist eine sehr spezielle Nische im Bereich der ingenieursmäßigen Simulationsdienstleistungen, die fundiertes Hintergrundwissen und langjährige praktische Erfahrungen im Beschuss- und Sprengwesen erfordert. Daher gibt es kaum vergleichbare Anbieter. Darüber hinaus ist es mir wichtig, dass sich meine Kunden darauf verlassen können, dass ein Projekt innerhalb einer bestimmten Zeit und zu vorab definierten Kosten abgeschlossen ist, um ihnen maximale Planungssicherheit zu bieten.

      4. Welche Branchen zählen zu ihrem Kundenkreis?
        Mein Angebot richtet sich an zivile und behördliche Kunden aus der Sicherheitsbranche sowie Auftraggeber aus der Verteidigungsindustrie und dem militärischen Umfeld. Gerade im zivilen Bereich gewinnen Simulationen im Zufahrts- und Gebäudeschutz zunehmend an Bedeutung, da kritische Infrastrukturen immer besser gegen Angriffe abgesichert werden müssen. Eine nachträgliche Überprüfung der Wirksamkeit am bestehenden Objekt ist oftmals nicht möglich. Mithilfe der Simulationen können eventuelle Schwachstellen identifiziert und entsprechende Nachbesserungen durchgeführt werden. Zum Angebotsspektrum von SIMBLAST zählen auch die Simulation zur Maschinensicherheit an Prüfständen, die ballistische und sprengtechnische Überprüfung von zivilen und militärischen Sicherheitsfahrzeugen und nicht zuletzt auch die Entwicklung von aktiven Systemen, wie beispielsweise Gefechtsköpfen.

      5. Können Sie erklären, wie ein Projekt abläuft?
        Eine numerische Simulation beginnt mit den vom Kunden bereitgestellten Geometriedaten. Dabei handelt es sich um eine digitale Beschreibung eines Bauteils oder Systems, beispielsweise den Aufbau eines Fensters, eines Maschinenprüfstands oder einer anderen Konstruktion. Die Geometriedaten bilden die Grundlage für die weiteren Schritte.

        Im nächsten Schritt, dem sogenannten Pre-Processing, wird diese Geometrie vernetzt. Das bedeutet, dass das Modell in sehr viele kleine Elemente zerlegt wird, oft anschaulich als kleine „Würfel“ bezeichnet. Gleichzeitig werden die Materialeigenschaften festgelegt, etwa, ob es sich um Glas, Kunststoff oder Metall handelt und wie sich diese Werkstoffe unter Belastung verhalten.

        Anschließend definiert man die Randbedingungen. Dazu gehören die äußeren Einwirkungen, die überprüft werden sollen, wie Beschuss, Ansprengung oder andere mechanische Kräfte. Auch das umgebende Medium, etwa Luft, wird berücksichtigt, da sich Druckwellen darüber ausbreiten, reflektiert werden und mit dem System wechselwirken.

        Sobald Geometrie, Vernetzung, Werkstoffe und Randbedingungen feststehen, beginnt der Computer mit der Berechnung. Er analysiert dann Schritt für Schritt, was mit den einzelnen Elementen passiert. Wird einer dieser „Würfel“ stark belastet oder zerdrückt, berechnet der Computer, wie sich diese Veränderung auf die benachbarten Elemente auswirkt. Diese Schritte werden für jeden Zeitschritt über alle Elemente wiederholt bis ein definiertes Abbruchkriterium erfüllt ist. Auf diese Weise lassen sich komplexe Prozesse, wie Verformungen, Rissbildung oder das Versagen ganzer Strukturen nachvollziehen.
      6. Woher bekommen Sie die Daten, auf denen die Berechnungen basieren?
        Neben den Geometriedaten sind sogenannte Materialkarten entscheidend. Sie beschreiben, wie sich ein Werkstoff bei unterschiedlichen Belastungen verhält. Ein wichtiger Punkt ist aber, dass unter hochdynamischen Einflüssen das Materialverhalten stark abweichen kann. Ein fester Werkstoff kann sich beispielsweise unter dem Einfluss von Beschuss und Sprengstoff etwa verflüssigen. Diese Effekte realitätsnah nachzuvollziehen ist nicht trivial.

        Wenn für einen eingesetzten Werkstoff eine Materialkarte vorhanden ist, so kann diese für die Berechnungen verwendet werden. Gibt es keine Materialkarte, wird mit dem Kunden abgestimmt, ob eventuell ein Ersatzwerkstoff mit vergleichbaren Eigenschaften herangezogen werden kann. Ist der Werkstoff jedoch sehr speziell, muss unter Umständen eine neue Materialkarte entwickelt werden. Das geschieht dann in speziellen Forschungseinrichtungen und in enger Zusammenarbeit mit den Kunden.
      7. Welchen Einfluss hat Künstliche Intelligenz auf Ihre Arbeit?
        Künstliche Intelligenz wird in Zukunft vor allem im Pre-Processing eine wichtige Rolle spielen. Dieser Bereich ist heute sehr zeitaufwändig und KI-gestützte Systeme können die einzelnen Schritte zunehmend automatisieren, indem sie etwa geeignete Vernetzungen vorschlagen.

        Ein weiterer wichtiger Bereich sind Variantenrechnungen. Statt einzelne Szenarien nacheinander zu berechnen, kann KI diese Studien automatisiert vornehmen. Ein typisches Beispiel wäre die Frage: Ab welcher Geschwindigkeit oder unter welchem Winkel durchdringt ein Projektil ein bestimmtes Schutzbauteil? KI kann hier systematisch viele Varianten durchspielen und Grenzwerte deutlich schneller ermitteln als klassische Vorgehensweisen.

        Ich nutze KI schon heute als Unterstützung bei der Programmierung, um Routineaufgaben zu beschleunigen. Damit bleibt mehr Raum für die eigentliche Analyse und Bewertung der Ergebnisse.
      8. Gab es schon mal Ergebnisse, die Sie oder Ihren Kunden überrascht haben?
        Ja, ein Beispiel dafür ist der sogenannte K-Effekt. Früher gab es keine numerische Simulation, Schutzkonzepte wurden ausschließlich experimentell überprüft. Dazu gab es klassische Beschussversuche: Ein Beschussmuster wurde im Beschusskanal getestet, das Projektil traf die Platte und wurde wie erwartet gestoppt.

        Beim fertigen Sonderschutzfahrzeug ist über dem eigentlichen Schutzblech noch das designgebende Blech angebracht. Wird das Sonderschutzfahrzeug für eine amtliche Zertifizierung im Realversuch beschossen, geht das Projektil bei bestimmten Trefferlagen durch beide Bleche hindurch. Das erscheint zunächst merkwürdig, wo doch noch mehr Material vorhanden ist.

        Doch der K-Effekt erzeugt genau diese Wirkung: Viele Projektile haben fertigungsbedingt einen kleinen Hohlraum in der Spitze. Trifft ein solches Projektil zuerst auf ein dünnes Blech, so wird dieser Hohlraum schlagartig zusammengedrückt oder die Spitze des Projektils direkt abgetragen. Dadurch verändert sich die Beschaffenheit des Projektils, insbesondere seine Querschnittsfläche innerhalb kürzester Zeit. Diese Geometrieänderung im Projektil führen zu einem stanzähnlichen Wirken im Schutzmaterial und verursachen kreisrunde Lochbilder. Das Versagen des Schutzmaterials erfolgt hierbei durch das sog. adiabate Scheren, bei dem Bereiche des Schutzblechs aufgeschmolzen werden.  

        Ohne numerische Simulation ist der K-Effekt kaum vorhersehbar, mit der numerischen Simulation aber lässt sich nachvollziehen, warum mehr Material zu weniger Schutz führt und wie konstruktive Gegenmaßnahmen im Einzelfall aussehen müssen.
      9. Wie überprüfen Sie, ob Ihre Ergebnisse auch in der Praxis Bestand haben?
        Zunächst ist die Verwendung validierter Daten wichtig, um sicherzustellen, dass die numerische Simulation das reale Werkstoffverhalten korrekt widerspiegelt.  Ein weiterer Aspekt ist die numerische Genauigkeit der Simulation, die sich über die Größe der herangezogenen Elemente beeinflussen lässt. Je feiner das Netz, also je kleiner die verendeten Würfel, desto genauer werden auch die Ergebnisse. Irgendwann ist allerdings ein Punkt erreicht, an dem eine weitere Verkleinerung der Würfel die Ergebnisse nicht mehr verbessert, sondern nur die Rechenzeit erhöht. Ab da gilt das Ergebnis als numerisch stabil und zuverlässig, wenn die Eingangsgrößen entsprechend validiert sind.
      10. Wo liegen die Grenzen der numerischen Simulation?
        Eine Grenze in der numerischen Simulation liegt in der limitierten Rechenleistung, obwohl sich diese Situation ständig verbessert. Auch ab einer bestimmten Größe der Modelle kommt numerische Simulation an ihre Grenzen und es müssen Vereinfachungen getroffen werden. Die Frage, wie sich beispielsweise ein Bewehrungsstahl im Fundament des Eiffelturms verhalten würde, wenn ganz oben eine Drohne mit der Spitze des Turms kollidiert, lässt sich schwer berechnen. Solche Szenarien würden riesige Modelle erfordern, bei denen die Struktur in sehr viele kleine Elemente zerlegt werden muss, um alle lokalen Effekte abzubilden. Selbst mit maximaler Rechenpower würde eine vollständige Simulation solcher Größenordnungen zu lange dauern, um praktisch einsetzbar zu sein. Hier lassen sich aber sehr gute Ersatzmodelle finden und eine Aussage über die Kräfte im Fundament treffen.

        Vielen Dank für das Gespräch!

      Vom 11. bis 13. März 2026 fand die 14. BVSW Wintertagung am Spitzingsee statt. Über 150 Gäste aus Wirtschaft, Behörden, Wissenschaft und Politik folgten der Einladung. Damit verbuchte der etablierte Sicherheitskongress einen neuen Teilnehmerrekord und setzte gleichzeitig ein Zeichen für die Bedeutung von Austausch und Vernetzung in einem zunehmend volatilen Sicherheitsumfeld.  

      Hybride Bedrohungen, die Erosion strategischer Allianzen und zunehmende geopolitische Spannungen prägen aktuell die Sicherheitslage in Deutschland. Welche Folgen das für Unternehmen und die Gesellschaft hat, beleuchtet die BVSW Wintertagung jedes Jahr: Sie bringt unterschiedliche Perspektiven aus Staat, Wirtschaft und Forschung zusammen, um Impulse für mögliche Lösungsansätze zu geben.

      „Wir freuen uns, dass sich wieder so viele herausragende Sicherheitsexpertinnen und -experten für eine Teilnahme entschieden haben“, sagt BVSW-Geschäftsführerin Caroline Eder. „Das ist für uns eine Bestätigung, wie wichtig dieses Format in Zeiten wachsender Verunsicherungen ist.“

      In den insgesamt zwölf Vorträgen zeichnete sich ein gemeinsames Bild ab: Deutschland befindet sich zunehmend im Spannungsfeld der Rivalität zwischen den USA, China und Russland. Hybride Angriffe richten sich nicht nur gegen Unternehmen und Infrastrukturen, sondern zunehmend auch gegen demokratische Prozesse. Sicherheit muss heute daher ganzheitlich gedacht werden, als Zusammenspiel von technologischer Souveränität, wirtschaftlicher Resilienz und gesellschaftlichem Zusammenhalt.

      Neue Herausforderungen durch Sicherheitslage im Wandel


      Zum Auftakt der Tagung gab der bayerische Landespolizeipräsident Michael Schwald einen Überblick über die innere Sicherheit: Cyberkriminalität zählt nach wie vor zu den größten Bedrohungen. Doch auch die geopolitischen Konflikte weltweit haben Auswirkungen auf die Sicherheit im Freistaat. Obwohl die Sicherheitslage objektiv stabil sei, nehme die subjektive Verunsicherung zu. Dies sei teilweise auch auf gezielt gesteuerte Kampagnen in den sozialen Medien zurückzuführen.

      Manfred Hauser, Präsident des Bayerischen Landesamts für Verfassungsschutz, bestätigte diese Entwicklungen. Deutschland stehe zunehmend im Visier fremder Mächte. Insbesondere für die Wissenschaft sieht er wachsende Risiken, denn die technologische Spitzenforschung sei ein Ziel staatlich gesteuerter Spionage. Gleichzeitig betonte er die Stärke demokratischer Gesellschaften: Entscheidend sei, sich dieser Stärke bewusst zu bleiben und das Vertrauen in die demokratischen Strukturen zu bewahren.

      Geopolitische Machverschiebungen und die Folgen für Europa

      Der zweite Kongresstag startete mit einem Überblick über die geopolitische Weltlage von Prof. Dr. Günther Schmid. Die Welt befinde sich in einem Systemkonflikt zwischen demokratischen und autoritären Modellen, so der Politikwissenschaftler, während traditionelle Machtstrukturen erodierten. Russland strebe danach, den Verlust seines Imperiums zu kompensieren und wieder als Großmacht anerkannt zu werden. China verfolge langfristige Strategien, um die Regeln der internationalen Weltordnung neu zu definieren, etwa durch massive Investitionen in Infrastrukturen und globale Lieferketten. In den USA setze Donald Trump verstärkt auf wirtschaftlichen Druck, um seine geopolitischen Ziele zu erreichen. Europa müsse seine sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit ausbauen, wenn es seine Rolle auf der globalen Bühne behaupten wolle, so Dr. Schmid.

      Verwundbare Infrastrukturen, technologische Abhängigkeiten

      Wie sehr moderne Gesellschaften von funktionierenden Infrastrukturen abhängen, zeigte Carsten Baeck anschließend anhand des großflächigen Stromausfalls in Berlin Anfang 2026. Der Vorfall verdeutliche, welche weitreichenden Folgen ein einzelner Angriff auf kritische Systeme haben könne. Auch Unternehmen sollten daher mögliche „Single Points of Failure“ identifizieren und für Redundanzen sorgen. Ebenso entscheidend sei eine klare Krisenkommunikation. Darüber hinaus plädierte Baeck für eine stärkere gesellschaftliche Solidarität in Krisensituationen, etwa auch durch nachbarschaftliche Unterstützung.

      Anschließend richtete Prof. Dr. Timo Kob den Blick auf die technologischen Abhängigkeiten Deutschlands. Die digitale Souveränität scheitere bislang an fehlenden Strategien und Ambitionen. Auch der Föderalismus wäre hinderlich auf dem Weg zur Cybernation, ebenso wie der Fachkräftemangel. Kob sprach sich für eine intensivere Förderung der MINT-Fächer in der Schule aus, ebenso wie für die gezielte Einbindung von Frauen in technische Berufe.

      Hybride Bedrohungen: Herausforderung für Wirtschaft und Staat

      Die zunehmende Bedeutung hybrider Konfliktformen stand im Mittelpunkt des Vortrags von Dr. Konstantinos Tsetsos. Militärische Konflikte würden heute immer öfter durch andere Mittel ergänzt, wie beispielsweise Cyberattacken, Desinformation oder wirtschaftlicher Druck. Resilienz werde für Unternehmen zum Wettbewerbsfaktor und müsse ganzheitlich gedacht werden. Neben technischen Schutzmaßnahmen sei auch organisatorische und kulturelle Widerstandsfähigkeit erforderlich.

      An diese Analyse knüpfte Oliver Rolofs an und beleuchtete die strukturellen Herausforderungen Europas im Umgang mit hybriden Bedrohungen. Auch er sah die technologischen Abhängigkeiten kritisch: Statt digitaler Souveränität drohe eine Art „Datenfeudalismus“, bei dem zentrale digitale Infrastrukturen von wenigen Akteuren kontrolliert würden.

      Risiken in globalen Lieferketten

      Anschließend sprach Thorsten Neumann, Präsident und CEO von TAPA EMEA, über Frachtkriminalität, die der deutschen Wirtschaft hohe Schäden zufügt. Die Täter nutzen die unterschiedlichsten Methoden, um Fracht zu stehlen, von stuntreifen Überfällen auf Lastwagen bei voller Fahrt, über gefälschte Lieferadressen bis hin zu fingierten Polizeikontrollen. Mitarbeiter müssen daher für dieses Thema sensibilisiert werden. Unternehmen sollten Sicherheitsmaßnahmen zudem nicht nur als Kostenfaktor, sondern auch als Investition in ihre Wettbewerbsfähigkeit betrachten.

      Sicherheit als gesamtgesellschaftliche Aufgabe


      Zum Start in den dritten Kongresstag stellte Christina Moritz den im August 2025 gegründeten Nationalen Sicherheitsrat vor. Das Gremium soll eine koordinierte Entscheidungsfindung in Sicherheitsfragen ermöglichen und gleichzeitig die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Ressorts verbessern. Die Politikwissenschaftlerin sprach sich dafür aus, die Wirtschaft stärker einzubinden, da viele sicherheitspolitische Herausforderungen nur im engen Austausch zwischen Staat und Unternehmen bewältigt werden können.

      Im Anschluss zeigte Prof. Dr. Nils Goldschmidt, Professor an der Universität Tübingen und Mitglied des Deutschen Ethikrats, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt die Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg ist. Dies konnte in einer Studie mit Daten aus 171 Ländern empirisch nachgewiesen werden. Soziale Irenik, so Dr. Goldschmidt, sei ein harter ökonomischer Faktor. In der Studie belegt Deutschland Platz 10 beim gesellschaftlichen Zusammenhalt und Platz 18 bei der Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung. Ein Ergebnis, das sich durchaus sehen lassen kann.

      Dieser wirtschaftliche Erfolg rückt Deutschland ins Visier anderer Staaten. Dr. May-Britt U. Stumbaum, Direktorin des Spear Instituts, erklärte, wie rivalisierende Großmächte versuchen, sich Technologien für ihren wirtschaftlichen Erfolg zu sichern, um damit eine neue Weltordnung nach ihren jeweiligen Vorstellungen zu etablieren. Deutschland sei zwar in vielen Bereichen abhängig, verfüge jedoch auch über erhebliche Stärken, die es zu nutzen gelte.

      Europa zwischen Krisen und neuer Verantwortung

      Den traditionellen Schlusspunt der Tagung setzte Dr. Benedikt Franke mit einem Rückblick auf die Münchner Sicherheitskonferenz. Seine Analyse zeichnete das Bild einer internationalen Ordnung im Umbruch. Der Zustand der transatlantischen Beziehungen werde nicht mehr zu dem zurückkehren, wie er vor Trumps zweiter Amtszeit war. Trotz vieler Kritikpunkte verfüge Europa aber über erhebliches Potenzial. Entscheidend sei jedoch der politische Wille, dieses auch zu nutzen.

      BVSW Wintertagung steht für Dialog und Vernetzung

      Neben den spannenden Vorträgen bot die BVSW Wintertagung wieder reichlich Gelegenheit, zu diskutieren und sein Netzwerk zu erweitern. Für das kommende Jahr steht auch schon der Termin für das Gipfeltreffen der Sicherheitswirtschaft fest: Die 15. BVSW Wintertagung findet vom 10. Bis 12. März 2027 statt – Anmeldungen sind ab sofort möglich.

      Wir bedanken uns bei unseren Sponsoren BMW, Genussschmelzerei Essendorfer und Enzianbrennerei Grassl sowie unseren Fachmedienpartnern GIT Sicherheit und Security Insight.

      Am 21. und 22. April 2026 lädt der Bayerische Verband für Sicherheit in der Wirtschaft zur BVSW SecTec ein. Der etablierte Fachkongress für Sicherheitstechnik findet bereits das dritte Jahr in Folge statt. Er präsentiert Innovationen und deren Einsatzmöglichkeiten im Spannungsfeld zwischen neuen Bedrohungen, operativen Herausforderungen und rechtlichen Vorgaben.

      „Die digitalen Technologien entwickeln sich rasant und haben das Potenzial, Sicherheitssysteme zu verbessern. Gleichzeitig ist eine technologische und rechtliche Einordnung Voraussetzung für nachhaltige und rechtssichere Investitionsentscheidungen“, sagt Caroline Eder, Geschäftsführerin des BVSW. „Mit der BVSW SecTec bieten wir in diesem dynamischen Umfeld Orientierung und geben ein kompaktes und praxisorientiertes Update zu aktuellen Trends und marktrelevanten Entwicklungen.“

      Sicherheitstechnik im Wandel

      Ausgewählte Expertinnen und Experten präsentieren in Fachvorträgen neue Technologien und erklären deren Relevanz für Unternehmen, KRITIS-Betreiber und Behörden. Thematisch spannt die BVSW SecTec 2026 einen weiten Bogen:

      Der Fachkongress beleuchtet den Einsatz von Drohnen bei KRITIS sowie die technischen Möglichkeiten und rechtlichen Grenzen zur Abwehr unbemannter Luftfahrtsysteme.

      Außerdem erfahren die Teilnehmenden, wie digitale Simulationen in unterschiedlichen Einsatzszenarien einen Beitrag zur Prävention von Gefahrenlagen leisten können. So lassen sich beispielsweise die Auswirkungen von Beschuss- oder Absprengszenarien am Computer nachstellen. Im öffentlichen Raum oder bei der Gebäudeplanung helfen Simulationen von Personenströmen, sicherheitskritische Engpässe zu ermitteln.

      Künstliche Intelligenz entfaltet ihr Potenzial nicht nur in der Gefahrenprävention, sondern zunehmend auch im Personalwesen. Ein gemeinsamer Anwenderbericht eines Sicherheitsdienstleisters und eines KI-Anbieters wird zeigen, wie Künstliche Intelligenz schon heute beim High-Volume-Recruiting unterstützen kann. Für Sicherheitsdienstleister können solche Lösungen insbesondere bei der Vorbereitung von Großveranstaltungen oder bei temporären Auftragsspitzen zum Gamechanger werden.

      Mit neuen Technologien lässt sich auch das Besuchermanagement im Unternehmen völlig neu denken. Die Teilnehmenden erhalten Einblick in die Funktionsweise der digitalen Pforte. Sie ermöglicht intelligente Zutrittsprozesse und sorgt für mehr Sicherheit und Transparenz.

      Bei all den technischen Innovationen darf das Thema digitale Souveränität nicht fehlen: Prof. Dr. Gabi Dreo Rodosek von der Universität der Bundeswehr in München wird über die Schutzmöglichkeiten vor hybriden Angriffen im KI-Zeitalter referieren.

      Ausstellung und Networking

      Neben dem hochwertigen Vortragsprogramm bietet die BVSW SecTec eine begleitende Fachausstellung. Hier haben die Teilnehmenden die Gelegenheit, Produkte und Lösungen kennenzulernen und mit den Austellern und Entwicklern ins Gespräch zu kommen. Die limitierte Anzahl an Ausstellungsmöglichkeiten, die zwischen Catering- und Vortragsbereich platziert sind, fördert den interaktiven Charakter des Fachkongresses.

      Darüber hinaus bietet die Veranstaltung im bewährten Lunch-to-Lunch-Format die Gelegenheit, sich zwischen den Vorträgen auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und Kooperationen anzubahnen. Neben mehreren Networking-Pausen findet am ersten Tag ein Sektempfang mit anschließenden gemeinsamen Abendessen statt. Der zweite Kongresstag endet mit einem Mittagessen.

      Veranstaltungsort:
      NH München Ost Conference Center, Einsteinring 20, 85609 Aschheim bei München