Interview mit Laelaps AI
Laelaps AI bietet eine Security-Intelligence-Plattform, die mithilfe autonomer Robotik und KI-gestützter Systeme Herausforderungen in der Überwachung bewältigt. Das Unternehmen wurde 2025 von Dr. Sophia Belser, Rokas Bendikas und Dr. Mania Stamatopoulou gegründet. Es zählt zu den jungen europäischen Anbietern im Bereich der autonomen Sicherheitstechnik.
Seit Juni 2026 ist Laelaps AI Mitglied im BVSW. Wir sprachen mit CEO Dr. Sophia Belser.
BVSW: Frau Dr. Belser, bitte beschreiben Sie kurz, was Laelaps AI anbietet.
Laelaps AI entwickelt eine Security-Intelligence-Plattform, die stationäre Sicherheitsinfrastruktur und autonome Robotikplattformen zu einem einheitlichen Lagebild zusammenführt. Hintergrund ist, dass immer mehr Sicherheitstechnik im Einsatz ist, von Überwachungskameras, über digitale Zutrittssysteme bis hin zu autonomen Sicherheitsrobotern. Neue Lösungen werden dabei parallel zu Legacy-Produkten betrieben, wodurch heterogene Systemumgebungen heute Realität sind. Unsere Plattform bietet eine zentrale Ebene, die alle Informationen zusammenführt und mittels KI analysiert und bewertet. Dadurch lassen sich kritische Ereignisse schneller und zuverlässiger identifizieren.
BVSW: Was war der Anlass für die Gründung von Laelaps AI?
Zum Zeitpunkt der Ukraine-Invasion haben wir drei Gründer gerade promoviert, Mania in Informatik und Robotik, Rokas in Künstlicher Intelligenz und ich im Bereich angewandter Quantenphysik. Wir haben uns viele Gedanken darüber gemacht, wie wir dazu beitragen können, den europäischen Raum sicherer zu gestalten. Das war der Impuls zur Gründung von Laelaps AI. Für uns war schnell klar, dass die Kombination aus KI und Autonomie hier den entscheidenden Hebel bietet. Die KI wertet die wachsende Menge an Sensordaten über alle bestehenden Systeme hinweg aus und erkennt Muster und kritische Ereignisse in Echtzeit. Autonome Robotikplattformen übernehmen Patrouillen und verifizieren Ereignisse mobil vor Ort. So schließt sich der Sicherheitskreislauf. Sicherheitskräfte werden dabei nicht ersetzt, sondern unterstützt: Sie können sich auf die Entscheidungen konzentrieren, die wirklich zählen.
BVSW: In welchen Branchen kommt Ihre Lösung heute überwiegend zu Einsatz?
Unsere Plattform kommt vor allem zur Sicherung von kritischen Infrastrukturen zum Einsatz, etwa in Rechenzentren, Energieanlagen und kritischen Produktionsstätten, im zivilen Bereich ebenso wie im militärischen Umfeld, wobei es hier vor allem um die Sicherung von Liegenschaften geht.
Je nach Zielsetzung bieten wir unterschiedliche Konfigurationsmöglichkeiten. Für manche Kunden geht es um die Überwachung des gesamten Außenbereichs, andere wollen ein begrenztes Areal im Auge behalten und beispielsweise sicherstellen, dass bestimmte Türen jederzeit geschlossen sind. Wir können die KI so anpassen, dass sie zu den Zielsetzungen passt.
BVSW: Wie ist der Ablauf eines solchen Projekts?
Wir schauen uns gemeinsam mit dem Kunden den jeweiligen Standort an, nehmen auf, welche Sicherheitslösungen bereits im Einsatz sind und besprechen die Herausforderungen vor Ort sowie die Erwartungen und Ziele. Anschließend definieren wir, welche Robotersysteme zum Einsatz kommen sollten und wie viele davon benötigt werden. Kunden müssen dabei die bestehende Hardware nicht komplett austauschen, eine sinnvolle Ergänzung bestehender Systeme genügt, da die Laelaps AI-Plattform auch mit existierender Hardware umgehen kann.
Anschließend starten wir mit dem Pilot-Projekt, das meist mehrere Monate läuft und bei dem anhand vorab festgelegter KPIs überprüft wird, wie gut sich die Ziele mit den gewählten Konfigurationen erreichen lassen.
BVSW: Arbeiten Sie mit Systemintegratoren zusammen?
Derzeit betreuen wir alle Projekte selbst. Das ist für uns wichtig, um zu überprüfen, ob die Lösung ihre Aufgaben erfüllt und wo sie sich verbessern und weiterentwickeln lässt.
BVSW: Ein klassischer Einwand gegen autonome Systeme lautet oft: Was passiert, wenn die KI falsch liegt? Wie begegnen Sie dem Risiko von Fehlalarmen?
Wir sind uns dieser Problematik bewusst, weshalb in unserer Plattform verschiedene Entscheidungsebenen vorgesehen sind. Damit lassen sich Fehlalarme weitgehend ausschließen. Unsere Software wurde zudem anhand einer Vielzahl realer Situationen trainiert und lässt sich an die lokale Umgebung anpassen. Auf Wunsch des Kunden lernt das System im laufenden Betrieb vor Ort kontinuierlich dazu. Letztlich gilt aber auch bei uns das Prinzip des „Human-in-the-loop“, bei dem der Mensch immer die finale Entscheidung trifft, was auch regulatorisch wichtig ist.
BVSW: Wo findet die Datenauswertung statt?
Diese Entscheidung liegt ganz beim Kunden. Gerade bei sensiblen Informationen für den Sicherheitsbereich müssen die Kunden darauf vertrauen können, dass ihre Daten jederzeit sicher sind. Deshalb kann die Laelaps AI-Plattform flexibel betrieben werden – On-Premises im eigenen Rechenzentrum, in einer Private Cloud oder in einer Public Cloud. So bestimmen die Kunden selbst, wo ihre Daten gespeichert und ausgewertet werden.
BVSW: Was ist derzeit Ihr wichtigster Markt?
Zentraleuropa und dort vor allem die DACH-Region. Die kritischen Infrastrukturen hier werden immer häufiger zum Ziel von Angriffen, gleichzeitig wurde in der Vergangenheit nicht genug unternommen, um diese Anlagen abzusichern. Diese Lücke gilt es jetzt zu schließen. Außerdem sehen wir auch eine steigende Nachfrage aus Nordeuropa und dem Baltikum, die noch näher an der Ukraine liegen und ihre Schutzmaßnahmen ausweiten müssen.
BVSW: Sicherheitssysteme sind oft selbst potenzielle Angriffsziele. Wie sichert Laelaps AI die Plattform ab?
Cybersecurity hat für uns höchste Priorität. Wir haben Inhouse-Spezialisten, die sich darum kümmern, und schützen die Plattform mehrschichtig. Das reicht von sicheren Kommunikationsprotokollen über die Absicherung der Geräte bis hin zur sicheren Speicherung und Auswertung der Daten.
BVSW: Laelaps AI ist seit Kurzem Mitglied beim BVSW. Was hat Sie dazu bewogen, dem Verband beizutreten?
Ich finde es sehr spannend, dass der BVSW so viele unterschiedliche Branchen zusammenbringt, von Unternehmen aus dem militärischen und sicherheitstechnischen Bereich bis hin zu Anwenderunternehmen. Gleichzeitig hat mir gefallen, dass der Verband Unternehmen von ganz unterschiedlichen Größen offensteht, DAX-Unternehmen sind ebenso vertreten wie kleinere Betriebe. Für uns als junges Unternehmen ist es wichtig, Kontakte in die Sicherheitsbranche zu knüpfen und uns mit anderen auszutauschen. BVSW bietet hier viele Möglichkeiten.
Vielen Dank für das Gespräch!
Der Bayerische Verband für Sicherheit in der Wirtschaft (BVSW) bietet jungen Unternehmen mit dem BVSW Innovation Hub einen einfachen Einstieg in das Netzwerk der Sicherheitscommunity.
„Viele technische Innovationen lassen sich im Sicherheitsbereich einsetzen. Mit dem BVSW Innovation Hub wollen wir junge Unternehmen dabei unterstützen, ihre Lösungen auf dem Markt zu etablieren“, sagt BVSW-Geschäftsführerin Caroline Eder. „Über die neue Plattform erhalten Gründerinnen und Gründer Zugang zu rund 200 Entscheidungsträgern mit Sicherheitsverantwortung, können ihre Lösungen vorstellen, wertvolles Feedback einholen und sich neue Geschäftsmöglichkeiten erschließen. Gleichzeitig profitieren unsere Mitgliedsunternehmen von neuen Technologien und potenziellen Kooperationen. Damit entsteht ein Mehrwert für alle Beteiligten.“
Die Aufgaben in der Unternehmenssicherheit werden seit Jahren komplexer und vielschichtiger. Die Integration neuer Technologien kann Unternehmen dabei unterstützen, den wachsenden Herausforderungen angemessen zu begegnen.
Insbesondere für digitale Technologien gibt es zahlreiche Einsatzszenarien in der Sicherheit. Das zeigt sich deutlich am Beispiel von Künstlicher Intelligenz: KI kann große Datenmengen innerhalb kürzester Zeit auswerten, um beispielsweise kritische Vorfälle und Gefahrenlagen schneller zu erkennen. Gleichzeitig übernehmen KI-Agenten schon heute Routineaufgaben und entlasten dabei die Mitarbeitenden, während sich durch ihren Einsatz die Effizienz im Unternehmen gleichzeitig steigern lässt.
Zu den ersten Mitgliedern des BVSW Innovation Hub zählen ForceHub und Laelaps AI:Forcehub entwickelt eine KI-gestützte Plattform, mit der sich die Prozesse in Sicherheitsunternehmen automatisieren lassen. Laelaps AI bietet eine Lösung, die die unterschiedlichsten Sensoren zu einem koordinierten Überwachungssystem zusammenfasst.
Interessierte Startups können sich ab sofort beim BVSW über eine mögliche Mitgliedschaft informieren.
Der Bayerische Verband für Sicherheit in der Wirtschaft (BVSW) und der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) veranstalten am 17. und 18. November 2026 ihren 12. Bayerischen Sicherheitstag in München. Die Fachtagung bringt Behörden, Unternehmen und Sicherheitswirtschaft zusammen und fördert den offenen Austausch zu aktuellen Herausforderungen in der Sicherheit.
„Wissen und Erfahrungen zu teilen ist eine wichtige Voraussetzung für Resilienz. Der gemeinsame Sicherheitstag von BVSW und BDSW bietet dafür eine ideale Plattform und setzt gleichzeitig ein Zeichen für gelungene Kooperation in der Sicherheit“, sagt Caroline Eder, BVSW-Geschäftsführerin.
Schirmherr der Fachtagung ist Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Innern, für Sport und Integration. Er wird den Sicherheitstag am 18. November mit einer Keynote zur aktuellen Lage der Inneren Sicherheit in Bayern eröffnen.
Das weitere Tagungsprogramm richtet den Blick auf landesweite und europäische Themen: Über die Sicherheit als strategischen Pfeiler für Europas Verteidigungsfähigkeit spricht Sven Dawson, Head of Corporate Security bei Airbus Defence and Space. Anschließend diskutieren Vertreter aus Feuerwehr, Innenministerium und Bevölkerungsschutz über Krisenmanagement und Katastrophenschutz sowie über die Zusammenarbeit von Staat und Wirtschaft.
Nach der Mittagspause steht die digitale Sicherheit im Fokus. Die datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz von Bodycams im privaten Sicherheitsgewerbe stehen auf der Agenda, ebenso wie Risiken durch gekündigte IT-Mitarbeitende. Den Abschluss der Fachvorträge bildet die Frage, wie Unternehmen ihre Sicherheitsmaßnahmen enger verzahnen können, um dadurch ihre Resilienz nachhaltig zu stärken.
Am Vorabend der Veranstaltung findet ein gemeinsames Abendessen statt. Teilnehmende haben die Gelegenheit, ihr Netzwerk zu erweitern und sich in entspannter Atmosphäre auszutauschen.
Veranstaltungsort ist der Paulaner am Nockherberg in München. Die Anmeldung ist ab sofort über die Veranstaltungswebsite möglich:
bayerischer-sicherheitstag.com

Die aktuellen Überlegungen zur organisatorischen Neuordnung des Geheimschutzes in der Wirtschaft betrachtet der Bayerische Verband für Sicherheit in der Wirtschaft e. V. (BVSW) mit großer Sorge. Aus Sicht des Verbandes darf eine Umstrukturierung nicht dazu führen, dass bewährte Zuständigkeiten, klare Verantwortlichkeiten und die enge Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft geschwächt werden.
Gerade angesichts der sich verschärfenden sicherheitspolitischen Lage gewinnt der Geheimschutz in der Wirtschaft weiter an Bedeutung. Hybride Bedrohungen, staatliche und wirtschaftliche Spionage, Cyberangriffe sowie gezielte Einflussnahmen auf Unternehmen machen deutlich, dass der Schutz sicherheitsrelevanter Informationen und Technologien heute ein wesentlicher Bestandteil der nationalen Sicherheitsvorsorge ist. Gleichzeitig ist er ein wichtiger Faktor für die Resilienz der deutschen Wirtschaft und die Sicherung technologischer Souveränität.
Vor diesem Hintergrund hält der BVSW eine klare, auf Bundesebene ministeriell verankerte Verantwortung für den Geheimschutz in der Wirtschaft für unverzichtbar. Die Verbindung politischer Steuerung, fachlicher Expertise und einer verlässlichen Zusammenarbeit mit den betroffenen Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren bewährt und bildet die Grundlage eines leistungsfähigen Geheimschutzsystems.
Besonders positiv bewerten die Mitgliedsunternehmen die spürbaren Verbesserungen bei den Sicherheitsüberprüfungen. Die in den vergangenen Jahren erreichten Fortschritte zeigen, dass bestehende Strukturen erfolgreich weiterentwickelt werden können. Aus Sicht des BVSW wäre es deshalb ein falsches Signal, diese Stabilisierung durch organisatorische Veränderungen zu gefährden oder eingespielte Ansprechpartner und Verantwortlichkeiten aufzubrechen.
Auch auf Ebene der Länder ist der Geheim- und Sabotageschutz der Wirtschaft regelmäßig bei den obersten Landesbehörden mit politischer Verantwortung angesiedelt. Dieser hohe Stellenwert sollte sich auch auf Bundesebene widerspiegeln. Die Unternehmen benötigen gerade in sicherheitskritischen und technologisch sensiblen Bereichen eine strategisch handlungsfähige, politisch legitimierte und dauerhaft verlässliche staatliche Ansprechstruktur.
Der BVSW sieht deshalb die diskutierte Umstrukturierung kritisch. Eine Verlagerung ministerieller Verantwortung birgt die Gefahr von Reibungsverlusten, längeren Entscheidungswegen und einer Schwächung der vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft. Gerade in einer Zeit zunehmender geopolitischer Spannungen sollte der Geheimschutz nicht organisatorisch fragmentiert, sondern weiter gestärkt werden.
Aus Sicht des BVSW sollte der Geheimschutz in der Wirtschaft daher auch künftig als bundesministerielle Aufgabe mit klarer politischer Verantwortung geführt und kontinuierlich weiterentwickelt werden. Dort, wo industrielle Schutzbedarfe, technologische Innovationen, internationale Verpflichtungen und gesamtstaatliche Sicherheitsinteressen zusammentreffen, sind eindeutige Zuständigkeiten und ministerielle Steuerung von zentraler Bedeutung.
Der Bayerische Verband für Sicherheit in der Wirtschaft ist überzeugt, dass Kontinuität, klare Verantwortlichkeiten und eine enge Partnerschaft zwischen Staat und Wirtschaft wesentliche Voraussetzungen für einen wirksamen Geheimschutz sind. Der Verband wird sich auch weiterhin dafür einsetzen, die Interessen der geheimschutzbetreuten Unternehmen einzubringen und den Dialog mit den verantwortlichen Stellen konstruktiv zu begleiten.
Der BVSW hat seine Position bereits gegenüber der Bundespolitik eingebracht und sich für den Erhalt einer klaren ministeriellen Verantwortung des Geheimschutzes in der Wirtschaft eingesetzt. Auch künftig wird der Verband den politischen Dialog konstruktiv begleiten und die Interessen seiner Mitgliedsunternehmen in den weiteren Prozess einbringen.
ForceHub entwickelt eine KI-gestützte Plattform, die Sicherheitsdienste und Anbieter von Facility Management bei Verwaltungsaufgaben entlastet. Sie bietet unter anderem eine Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit, intelligente Berichterstattung, automatische Dokumentationen, digitale Mitarbeiterakten und Onboarding-Funktionen. Seit Juni ist das Unternehmen Mitglied im BVSW. Wir sprachen mit Gründer und Geschäftsführer Henry Burkert.
BVSW: Herr Burkert, welches Ziel verfolgen Sie mit ForceHub?
Henry Burkert: Wir wollen das KI-gestützte Betriebssystem für die Sicherheitsbranche werden. Das bedeutet, wir bieten eine zentrale, intelligente Plattform, die die unterschiedlichsten operativen Bereiche eines Sicherheitsunternehmens nahtlos abdeckt. Gestartet sind wir da, wo operativ der Schuh bei vielen Unternehmen drückt: bei zeitfressenden, manuellen Prozessen in der Verwaltung. Wir nehmen Unternehmen nicht nur ein bisschen Papierkram ab, sondern wir sorgen für mehr Kapazitäten in der Verwaltung. Damit schaffen wir den nötigen Freiraum für Wachstum durch weniger manuelle Büroarbeit.
BVSW: Wie kamen Sie auf die Idee, ForceHub zu gründen?
Henry Burkert: Tatsächlich war das eher ein Zufall. Ich hatte bereits im Personalbereich ein Software-Startup gegründet. Mit einem unserer Kunden, einem Sicherheitsdienstleister aus Augsburg, sind wir ins Gespräch gekommen und haben erkannt, dass Digitalisierung und dabei die Verwendung von KI gerade im Sicherheitsbereich noch sehr viel Potenzial bietet.
BVSW: Was meinen Sie damit konkret?
Henry Burkert: Das lässt sich am besten an einem unserer Kernmodule verdeutlichen: Ein zentraler Hebel liegt im gesamten Compliance- und Dokumentenmanagement. Wir erleben in der Praxis oft, dass Verwaltungen Fristen mühsam in Excel-Listen pflegen und den Mitarbeitenden wochenlang wegen Führungszeugnissen, abgelaufener Personalausweise oder Erste-Hilfe-Nachweisen hinterherlaufen müssen.
ForceHub automatisiert diesen Prozess komplett. Unsere KI erkennt im Hintergrund automatisch, wann welcher Nachweis fällig wird, kontaktiert die Sicherheitskraft proaktiv und bittet sie, das Dokument hochzuladen. Die KI prüft die Bildqualität sowie die inhaltliche Gültigkeit und berechnet bei wiederkehrenden Dokumenten direkt das neue Fälligkeitsdatum für die Zukunft.
Trotzdem gilt bei uns strikt das „Human-in-the-Loop“-Prinzip: Die Verwaltung behält immer die volle Kontrolle, sieht jeden Schritt der KI und gibt das Dokument am Ende mit einem Klick frei oder lehnt es ab. Das sichert die Compliance, ohne dass im Büro permanent jemand den Nachweisen hinterherspringen muss. Welche Dokumente und Qualifikationen dabei überprüft werden, bleibt den Unternehmen komplett selbst überlassen. Wir haben Kunden, die so bereits bis zu zehn verschiedene Nachweise parallel über ForceHub verwalten.
BVSW: Welches Problem haben Sie im Markt gesehen, das bestehende Lösungen nicht schon adressieren?
Henry Burkert: Bei uns stehen immer zwei Fragen im Vordergrund: Erstens, wie lassen sich Prozesse mittels KI optimieren, um Zeit zu sparen, und zweitens, mit welchen Mitteln wir das für den jeweiligen Kunden erreichen. Hier sind wir äußerst flexibel und wollen unseren Kunden nicht vorschreiben, mit welchen Tools sie arbeiten müssen. Die Unternehmen entscheiden selbst, wie die Mitarbeitenden mit der Plattform kommunizieren – über eine App, über E-Mail oder SMS.
BVSW: In der Lösung von ForceHub spielt Mehrsprachigkeit eine wichtige Rolle. Was bedeutet das konkret?
Henry Burkert: Im Sicherheitsbereich arbeiten viele Menschen mit Migrationshintergrund. Wir wollen sicherstellen, dass Unternehmen trotz möglicher Sprachbarrieren hochwertige Ergebnisse bekommen, zum Beispiel bei Einsatzberichten. Derzeit unterstützen wir 20 Sprachen. Der Mitarbeiter kann den Bericht in seiner Muttersprache eingeben oder einfach sprechen. Die KI achtet darauf, dass nichts Wichtiges fehlt. Hat ein Mitarbeiter eventuell die Uhrzeit vergessen, fragt das System gezielt nach. Am Ende wird daraus ein deutschsprachiger Bericht im einheitlichen PDF-Format.
BVSW: Der EU AI Act wird seit seinem Inkrafttreten schrittweise wirksam. Wie haben Sie ForceHub darauf ausgerichtet?
Henry Burkert: Wir haben bei der Entwicklung eng mit einem Datenschutzanwalt zusammengearbeitet und alle rechtlichen Vorgaben von Anfang an in die Plattform eingebaut, EU-AI-Act-konform und DSGVO-konform. Alle Daten werden in deutschen Rechenzentren gehostet und nicht für KI-Trainingszwecke eingesetzt.
Und auch hier gilt: Die KI handelt nie ohne Wissen und Einverständnis des Menschen. Insbesondere im Umgang mit personenbezogenen Daten ist das entscheidend. KI optimiert nur die Prozesse und spart damit Zeit, aber der Mitarbeiter in der Verwaltung hat immer das letzte Wort.
BVSW: Eine KI kann auch Fehler machen. Wie haben Sie das bei ForceHub berücksichtigt?
Henry Burkert: Die Berichte beispielsweise werden an die Person weitergeleitet, die für die Freigabe verantwortlich ist. Sie bekommt allerdings nicht nur ein fertiges PDF, sondern erhält auch Einblick in die Konversation zwischen KI und Mitarbeiter. Damit sieht der Verantwortliche nicht nur das Ergebnis, sondern auch, wie es zustande gekommen ist und kann bei Bedarf nochmal nachfragen.
BVSW: Wie läuft der Onboarding-Prozess bei Ihnen ab?
Henry Burkert: Alle Kunden starten mit einer 14-tägigen Testphase, in der sie die Lösung unbegrenzt ausprobieren können. Davor klären wir in einem rund einstündigen Onboarding-Meeting, worauf der Fokus in der Testphase liegen soll, wie die Kommunikation mit den Mitarbeitern üblicherweise abläuft und was das Ziel des KI-Einsatzes ist. Nach der Testphase gibt es ein Abschlussmeeting, und wenn die Kunden sich entscheiden, die Lösung weiter zu nutzen, können sie direkt in den operativen Betrieb übergehen.
BVSW: Sie sind Anfang des Jahres gestartet. Wie lief es bis jetzt und was planen Sie als nächstes?
Henry Burkert: Wir haben bereits Kunden gewonnen, zudem befinden sich einige Projekte in der Pilotphase. Außerdem haben wir die ersten Monate genutzt, um den Markt wirklich gut zu verstehen. Dafür haben wir viele Gespräche mit Unternehmen unterschiedlichster Größen geführt. Ganz neu haben wir ein weiteres Modul an den Start gebracht, nämlich unseren Telefonassistenten, der speziell für die Sicherheitsbranche trainiert wurde. Damit wollen wir vor allem die Verwaltung von kleineren Sicherheitsunternehmen entlasten und sicherstellen, dass kein Anruf untergeht, ganz gleich, ob es sich um einen Kunden oder einen potenziellen Bewerber handelt.
BVSW: Warum haben Sie sich für eine Mitgliedschaft beim BVSW entschieden?
Henry Burkert: Als bayerisches Unternehmen war es für uns von Anfang an eine echte Herzensangelegenheit, Teil des BVSW zu werden. Uns ist ein Punkt bei der Entwicklung von ForceHub extrem wichtig: Wir wollen keine Lösung im stillen Kämmerchen entwickeln, sondern getreu dem Motto „mit der Branche für die Branche“. Der direkte Austausch, das Netzwerken auf Augenhöhe und das gegenseitige Lernen von- und miteinander sind für uns unverzichtbar, um eine Plattform zu bauen, die den Betrieben im Alltag auch wirklich hilft. Der BVSW bietet mit seinem starken Netzwerk und seiner tiefen Branchenkompetenz dafür die absolut optimalen Bedingungen für uns als junges Unternehmen.
BVSW: Vielen Dank für das Gespräch!
Wie gelingt es Unternehmen, ihre Mitarbeitenden und Geschäftsaktivitäten in einer zunehmend unsicheren Welt zu schützen?
Mit dieser Frage beschäftigte sich der Peer-Austausch des Bayerischen Verbands für Sicherheit in der Wirtschaft (BVSW) zum Thema Auslandssicherheit im Lufthansa Aviation Training Center am Flughafen München. Die Resonanz unserer Mitglieder hat eindrucksvoll gezeigt: Der Bedarf an Austausch, Praxiswissen und belastbaren Netzwerken war selten größer.
Die hochkarätigen Vorträge machten deutlich, mit welchen Herausforderungen Unternehmen heute im internationalen Umfeld konfrontiert sind. Von Rückholflügen aus Krisengebieten im Auftrag der Bundesregierung über Genehmigungsprozesse für Reisen in Hochrisikoländer, die aktuelle Sicherheitslage in Syrien und Evakuierungsmaßnahmen bis hin zum staatlichen Krisenmanagement bei Entführungen und Geiselnahmen sowie Praxisfällen zu Markenmissbrauch und virtuellen Entführungen – die Referentinnen und Referenten gewährten spannende Einblicke in reale Krisenszenarien und vermittelten wertvolle Handlungsempfehlungen für die Unternehmenspraxis.
Besonders beeindruckend war die Offenheit, mit der Erfahrungen, Herausforderungen und Best Practices geteilt wurden. Genau dieser vertrauensvolle Austausch macht den besonderen Mehrwert des neuen BVSW-Formats aus. Denn gerade in Krisensituationen sind aktuelle Informationen, belastbare Kontakte und gegenseitiges Vertrauen entscheidende Erfolgsfaktoren.
Ein absolutes Highlight der Veranstaltung war die exklusive Führung durch das Lufthansa Aviation Training Center. Unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten faszinierende Einblicke in die Trainingswelt der Luftfahrt, besichtigten einen Flugsimulator und konnten sogar selbst an einer Evakuierungsübung teilnehmen – inklusive Rutschpartie über die Notrutsche. Ein außergewöhnliches Erlebnis, das eindrucksvoll verdeutlichte, wie wichtig Vorbereitung, Training und professionelles Krisenmanagement im Ernstfall sind und das sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Neben den fachlichen Impulsen bot die Veranstaltung zahlreiche Gelegenheiten zum persönlichen Austausch und Networking. Die intensive Diskussion aktueller Herausforderungen zeigte einmal mehr, wie wichtig der Dialog zwischen Wirtschaft, Behörden und Sicherheitsexperten ist, um Unternehmen bestmöglich auf internationale Risiken vorzubereiten.
Der BVSW bedankt sich herzlich bei allen Referierenden für ihre Expertise und die spannenden Einblicke sowie bei unseren Mitgliedern für die engagierten Diskussionen und den offenen Austausch. Ein besonderer Dank gilt dem Team der Unternehmenssicherheit der Lufthansa Group – insbesondere Karan Singh, Paul Biehl und Florian Westrich –, das diese außergewöhnliche Veranstaltung ermöglicht, hervorragende Rahmenbedingungen geschaffen und unseren Gästen einen einzigartigen Blick hinter die Kulissen gewährt hat.
Wir freuen uns bereits auf die Fortsetzung dieses erfolgreichen Formats und den weiteren Austausch zu den aktuellen Herausforderungen der Unternehmenssicherheit.
Exklusive Einblicke in Krisenmanagement, Prävention und Best Practices für internationale Geschäftsreisen
Am 11. Juni 2026 lädt der BVSW seine Mitglieder zu einem exklusiven Peer-Austausch zum Thema Auslandssicherheit in das Lufthansa Aviation Training am Munich Airport ein.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen Best Practices, reale Vorfälle sowie wirksame Präventionsmaßnahmen rund um internationale Geschäftsreisen und Auslandseinsätze. Ziel ist es, aktuelle Herausforderungen praxisnah zu beleuchten und gemeinsam Lösungsansätze zu diskutieren.
Themenschwerpunkte sind unter anderem:
Die Veranstaltung bietet neben fundierten Fachimpulsen einen vertraulichen Austausch auf Augenhöhe. Teilnehmende profitieren von praxisnahen Einblicken, wertvollen Erfahrungsberichten sowie der Möglichkeit zum intensiven Networking.
Ein besonderes Highlight ist die exklusive Führung durch das Lufthansa Aviation Training.
Hinweis: Die Kapazitäten sind begrenzt – die Vergabe der Plätze erfolgt nach dem Prinzip „First come, first served“.
Die Teilnahme ist für BVSW-Mitglieder kostenfrei und exklusiv.
Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung!
BVSW-Interview mit Axel Wochinger, Geschäftsführer der Result Group
Die Result Group ist eines der international führenden Beratungsunternehmen für globales Risiko- und Krisenmanagement und unterstützt Unternehmen, Behörden sowie exponierte Privatpersonen bei der Abwehr von kriminellen Angriffen. Der BVSW sprach mit Axel Wochinger über Ransomware-Attacken.
BVSW: Herr Wochinger, Ransomware bleibt eine der größten Cyberbedrohungen. Welche neuen Trends sehen Sie aktuell?
Ransomware-Angriffe haben in den letzten Jahren stark zugenommen und dieser Trend wird sich fortsetzen. Jedes Unternehmen, das IT einsetzt, stellt ein potenzielles Angriffsziel dar – vom Handwerksbetrieb bis zum DAX-Konzern. Künstliche Intelligenz verschärft die Lage zusätzlich, denn sie erleichtert Kriminellen die Erschließung neuer Angriffsvektoren, das Auffinden von Sicherheitslücken sowie die Durchführung automatisierter Angriffe. Zwar verstärken Unternehmen ihre Sicherheitsmaßnahmen, doch letztlich bleibt die Situation ein ständiger Wettlauf um Überlegenheit.
BVSW: Welche Maßnahmen sind innerhalb der ersten 24 Stunden nach einer Ransomware-Attacke wichtig?
Eine Erstmaßnahme ist es, den Schaden zu begrenzen. Dazu muss die gesamte IT vom Internet getrennt werden, um zu verhindern, dass die Angreifer weitere Teile des Netzwerks übernehmen. Gleichzeitig sollte der Krisenstab zusammentreten, um den Schaden zu bewerten und die nächsten Schritte zu koordinieren.
Meldepflichten müssen eingehalten werden. Einmal gegenüber einer möglicherweise vorhandenen Cyberversicherung sowie gegenüber den Datenschutzbehörden, wobei für Unternehmen, die der NIS2-Regelung unterliegen, noch striktere Meldefristen gelten. Schließlich sollte auch eine Strafanzeige bei der Polizei gestellt werden, denn ein Ransomware-Angriff ist eine Straftat.
Wichtig ist es auch, die sogenannte Ransom-Note zu sichern. Dabei handelt es sich um eine Nachricht der Erpresser, in der sie ihre Forderungen stellen. Wir empfehlen jedoch, die Ransom-Note weder zu öffnen noch eine planlose Kommunikation mit den Erpressern zu starten. Es besteht kein Zeitdruck in diesem Moment. Besser ist es, in Ruhe die nächsten Schritte zu planen.
BVSW: Welche typischen Fehler machen Unternehmen häufig bei Ransomware-Attacken?
Viele verfallen in eine operative Hektik. Dazu gehört beispielsweise eine vorschnelle Kontaktaufnahme mit den Tätern, obwohl man gar nicht in der Lage ist, eine angemessene Kommunikation zu führen. Auch eine planlose Kommunikation gegenüber Kunden und Mitarbeitern kann mehr schaden, als sie nützt. Oft wollen Betroffene auch so schnell wie möglich wieder arbeitsfähig werden und aktivieren Backups, ohne vorher ermittelt zu haben, wo genau sich die Täter im System befinden und wie sie hereingekommen sind. Möglicherweise werden die Backups dadurch unbrauchbar.
Entscheidend ist es, Ruhe zu bewahren und Struktur in das Geschehen zu bringen.
BVSW: Wie sieht ein Krisenstab für Cybervorfälle aus?
Jedes Unternehmen kann selbst festlegen, wer Teil des Krisenstabs wird. ISO-Normen zum Krisenmanagement können hier eine Orientierungshilfe darstellen. Im Kern braucht es einen erfahrenen Krisenstabsleiter, der nicht der Geschäftsführer selbst sein sollte, sondern jemand der ihm in der Hektik der Krise den Rücken freihalten kann. Dazu kommen der IT-Leiter, ein Vertreter der Rechtsabteilung, Forensik- und Kommunikationsexperten, die Compliance-Abteilung sowie gegebenenfalls ein Betriebsratsvertreter, etwa wenn Mitarbeiterdaten betroffen sind und. In produzierenden Unternehmen könnte noch jemand von der Produktion mit dabei sein, um zu klären, ob noch produziert werden kann und wie sich der Regelbetrieb wieder aufnehmen lässt.Externe Spezialisten und Berater, bspw. für Verhandlungsführung, Datenschutzrecht, Incident Response oder Krisenkommunikation können ebenfalls den Krisenstab ergänzen.
Wichtig dabei ist, dass der Krisenstab klein und schlagkräftig bleibt. Ein zu großes Gremium, das vor allem Verantwortung verteilt, wird im Ernstfall nicht funktionieren.
BVSW: Wie können Führungskräfte auch unter extremen Druck fundierte Entscheidungen treffen?
Das ist eine der großen Herausforderungen. Entscheidend ist es, die richtigen Leute im Krisenstab zu haben, jene, die auch in solchen Fällen Ruhe bewahren können. Deshalb auch mein Hinweis, dass der Geschäftsführer nicht Teil des Krisenstabs sein sollte. Er trägt die strategische Gesamtverantwortung und muss das große Bild im Blick behalten. Besser ist jemand mit Führungserfahrung im Unternehmen, der durchsetzungsstark ist und strukturiert arbeitet. Der Geschäftsführer wird nur für die wichtigen Entscheidungen dazugeholt, oder der Krisenstabsleiter brieft ihn. Eine gute Vorbereitung auf den Ernstfall ist ebenso wichtig, weshalb Unternehmen Krisenszenarien regelmäßig proben sollten. Wer ein solches Szenario schon einmal durchgedacht hat, fühlt sich handlungssicherer.
BVSW: Ist es sinnvoll mit den Angreifern zu verhandeln?
Die Ransome-Note verrät, mit welcher Tätergruppe man es zu tun hat und welche Forderungen sie stellt. Die Reaktion ist abhängig von der Lage: Hat das Unternehmen funktionierende Backups und sind die abgeflossenen Daten nicht besonders sensibel, kann man unter Umständen auf die Kommunikation gänzlich verzichten.Anders sieht es aus, wenn die IT schwer getroffen ist und/oder sehr sensible Daten abgeflossen sind. Dann lohnt sich die Kontaktaufnahme, aber nicht um direkt zu zahlen. Vielmehr geht es darum, Informationen über das Gegenüber zu gewinnen und Zeit zu überbrücken, während die Forensiker prüfen, ob sich die Daten vielleicht doch wiederherstellen lassen.
BVSW: Auf was für Leute trifft man bei solchen Verhandlungen?
Keineswegs auf die Klischeevorstellung des einsamen Hackers. Es handelt sich um hochprofessionelle Tätergruppen, die oft arbeitsteilig vorgehen. Die einen produzieren Schadsoftware, die anderen setzen sie als eine Art Franchisenehmer ein. Die Lösegeldforderungen werden auch nicht willkürlich festgelegt, sondern anhand der gewonnenen Daten kalkuliert. Umso wichtiger ist es, ebenfalls professionell und mit erfahrenem Personal in die Verhandlungen zu starten. Wir unterstützen Unternehmen dabei.
Die meisten Gruppen stammen aus dem osteuropäischem und asiatischem Raum und operieren bewusst aus Staaten mit einem schwachen Rechtssystem, um die Entdeckungswahrscheinlichkeit gering zu halten. In Ländern wie Nord-Korea oder Russland agieren sie bisweilen unter staatlicher Duldung, teilen Daten mit Geheimdiensten oder arbeiten direkt mit Regierungen zusammen. Kommuniziert wird fast ausschließlich über Darknet-Chatprogramme, seltener auch über anonymisierte E-Mails.
BVSW: Welche Kriterien sollten Unternehmen bei der Entscheidung über eine mögliche Lösegeldzahlung berücksichtigen?
Zwei Fragen stehen hier im Mittelpunkt: Welche Daten sind weg und lassen sie sich eventuell wieder herstellen? Manchmal zahlen Unternehmen, weil eine Entschlüsselung der Daten nicht möglich ist. Manchmal, weil Daten abgeflossen sind, die sie nicht in der Öffentlichkeit sehen wollen, oder weil der Angriff vertraulich bleiben soll.
Gegebenenfalls lässt sich der Lösegeldbetrag über geschicktes Verhandeln reduzieren, was allerdings stark von der Tätergruppe abhängig ist. Auf jeden Fall ist Fingerspitzengefühl gefragt: Wer zu stark verhandelt, riskiert die gesamte Vereinbarung zu gefährden. Erfahrung ist hier entscheidend.
BVSW: Wie stehen die Behörden zu Lösegeldzahlungen und ist man im Falle einer Zahlung die Täter wirklich los?
Die Behörden empfehlen generell nicht zu zahlen, weil man damit Kriminelle finanziert.Gleichzeitig müssen Unternehmen wirtschaftlich überleben und die Behörden wissen das auch. Wir verstehen uns hier als Mediator, der beide Interessen im Blick hat.
Generell besteht das Risiko, dass die Täter eine Vereinbarung nicht einhalten oder wiederkommen. Aber aus unserer Erfahrung und auch aus der Erfahrung anderer Verhandler ist das bisher jedoch noch nicht vorgekommen. Die Täter wollen als zuverlässige „Geschäftspartner“ gelten.Sobald eine Tätergruppe als unzuverlässig gebrandmarkt ist, wird das nächste Unternehmen nicht mehr zahlen. Aus dieser Logik heraus kann man davon ausgehen, dass die Vereinbarung eingehalten wird.
Eine solche Vereinbarung umfasst typischerweise einen Nichtangriffspakt, das Löschen der abgezogenen Daten und einen Entschlüsselungsmechanismus zur Wiederherstellung der gesperrten Systeme.
BVSW: Welche Risiken entstehen im Verlauf eines Ransomware-Angriffs?
Mittlerweile haben alle verstanden, dass jeder zum Opfer werden kann. Wer eine Ransomware-Krise professionell managt, muss keinen Reputationsschaden fürchten. Anders sieht es aus, wenn grobe Fahrlässigkeit die Krise erst ermöglicht hat oder das Krisenmanagement dilettantisch wirkte. Deshalb ist frühzeitige und professionelle Krisenkommunikation so wichtig.
Rechtliche Konsequenzen drohen, wenn die Geschäftsleitung das Thema IT-Sicherheit nachweislich vernachlässigt hat. In dem Fall kann es zu einer Geschäftsführerhaftung kommen. Kunden mit sehr hohen Datenschutzanforderungen könnten das Unternehmen verlassen oder rechtlich gegen das Unternehmen vorgehen.
Und wo grobe Fahrlässigkeit im Umgang mit Daten festgestellt wird, drohen hohe Bußgelder.
BVSW: Was unterscheidet Unternehmen, die eine Ransomware-Krise erfolgreich bewältigen, von denen, die daran scheitern?
Meist müssen mehrere Dinge zusammenkommen, ehe Unternehmen scheitern. Besonders gefährdet sind Unternehmen, die ohnehin schon in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld agieren, aus dem Cash-Flow heraus leben und keine oder unzureichende Versicherungen haben, oder Versicherungsobliegenheiten nicht erfüllt haben. Wenn dann ein Angriff kommt, fehlt schlicht der finanzielle Puffer, um die Krise zu überstehen.
BVSW: Welche Maßnahmen sollten Unternehmen heute ergreifen, um sich auf zukünftige Cyberbedrohungen einzustellen?
Der Faktor Mensch spielt immer eine zentrale Rolle, regelmäßige Schulungen der Mitarbeitenden sind daher unverzichtbar. Entscheidend ist aber auch immer, wie das System dahinter aufgestellt ist. Zwei-Faktor-Authentifizierung, eine restriktive Rechtevergabe, starke Passwörter, Netzwerksegmentierung und zuverlässige Backups zählen zum Mindeststandard. IT-Sicherheit ist ein Bereich, in den kontinuierlich investiert werden muss. Die Technik entwickelt sich immer weiter und jedes Unternehmen muss auf dem Laufenden bleiben. Was vor drei Jahren noch ausreichend war, ist heute längst überholt. Der Wettlauf zwischen Angreifern und Verteidigern beschleunigt sich immer weiter und Stillstand ist damit auch für Unternehmen keine Option.
Vielen Dank für das Gespräch!
Interview mit Alexander Dupp, alexanderdupp.de
BVSW: Herr Dupp, Sie sind seit Kurzem Mitglied im BVSW. Was hat Sie zur Mitgliedschaft bewogen?
Mich hat vor allem mein Netzwerk zum BVSW geführt. Ich habe Kontakte zu mehreren Mitgliedern und konnte so einen guten Einblick in die Arbeit des Verbands gewinnen. Vor allem der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen sowie der Zugang zu aktuellen Entwicklungen in der Unternehmens- und Gebäudesicherheit stellen für mich einen besonderen Mehrwert dar. Außerdem schätze ich den Wissenstransfer zwischen Praxis, Normung und Wirtschaft sowie den interdisziplinären Ansatz, der für moderne Sicherheitstechnik so entscheidend ist.
Nicht zuletzt ist der BVSW für mich auch eine Plattform, um mein eigenes Fachwissen aus Gutachten, Prüfung und der Erstellung von Sicherheitskonzepten einzubringen und mein Netzwerk in Bayern und darüber hinaus weiter auszubauen.
BVSW: Welche Leistungen bieten Sie an und mit welchen Anliegen kommen Ihre Kunden auf Sie zu?
Unser Leistungsspektrum umfasst die gesamte Bandbreite der physischen Gebäudesicherheit – von der Planung bis zur Begutachtung im Schadensfall. Zu unseren Kunden zählen Unternehmen unterschiedlicher Branchen, exponierte Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft sowie Privatpersonen, die den Einbruchschutz an ihrem Anwesen verbessern oder neu planen möchten. Entsprechend ihrer Anforderungen entwickeln wir gemeinsam mit Architekten und Sicherheitsfachleuten individuelle Sicherheitskonzepte. Außerdem führen wir Risiko- und Schwachstellenanalysen für Neubauten und Bestandsobjekte durch. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Erstellung von Gutachten – etwa nach Einbrüchen oder bei Baumängeln. In unserem Prüflabor können wir zudem reale Situationen nachstellen und analysieren.
BVSW: Was bedeutet „bauliche Sicherheit“ für Sie konkret im Alltag?
Gebäudesicherheit ist immer ein Binom aus Mechanik und Elektrik. Wichtig ist, dass beide Systeme zusammen funktionieren. Es genügt nicht, einen starken physischen Schutz durch die Gebäudehülle herzustellen und dann keine Video- und Alarmsysteme zu installieren.
BVSW: Worin unterscheiden sich die Anforderungen an die Sicherheit von Unternehmensgebäuden im Vergleich zu privaten Wohnhäusern?
Im Unternehmen stehen oft höhere Schutzwerte im Fokus, wie beispielsweise Daten, Technik und Prozesse. Gleichzeitig ist der Zugang komplexer, bedingt durch unterschiedliche Nutzergruppen mit entsprechenden Berechtigungen. 24/7-Betriebsabläufe erhöhen das Risiko zusätzlich.
Ein privates Wohnhaus dagegen ist in erster Linie ein emotionaler Schutzraum für die Familie. Deshalb liegt der Fokus hier stärker auf der persönlichen Sicherheit sowie dem klassischen Einbruchsschutz.
Die Grenzen sind allerdings fließend. Wer in seinem Wohngebäude einen hohen Sicherheitsstandard braucht, benötigt eventuell ein ähnliches Schutzniveau im Unternehmen.
BVSW: Welche besonderen Anforderungen stellen schutzbedürftige Familien und exponierte Personen an bauliche Sicherheitskonzepte?
Im privaten Wohnbereich gelten heute erhöhte Anforderungen an die Gebäudehülle mit einer Widerstandsklasse von RC3 als sinnvolle Untergrenze. Die aktuellen normativen Voraussetzungen sind etwas älter und fordern ein geringeres Schutzniveau, das aber nicht das veränderte Täterverhalten berücksichtigt. Heute kommt auch der Gelegenheitstäter mit schwerem Werkzeug.
Gleichzeitig sollen die Sicherheitsmaßnahmen diskret sein, das Haus darf keinen Festungscharakter bekommen. Eine mehrstufige Zugangssicherung ist ebenso wichtig wie die Berücksichtigung von Flucht- und Notfallszenarien. In besonderen Fällen kann eine Abstimmung mit dem Personenschutz und Behörden erforderlich sein.
BVSW: Gibt es typische Denkfehler oder Fehleinschätzungen, die sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen machen?
Häufig wird angenommen, dass eine Einbruchmeldeanlage und eine Kamera ausreichen. Doch eine Einbruchmeldeanlage schlägt erst dann Alarm, wenn ein Einbruch stattgefunden hat und der Täter sich bereits im Gebäude befindet. Sinnvoller ist es, bereits frühzeitig zu detektieren, ob sich jemand dem Anwesen nähert. Außerdem wird oft auf verschiedene Einzelmaßnahmen gesetzt, statt ein stimmiges Gesamtkonzept zu planen.
BVSW: Wo liegen Ihrer Erfahrung nach die größten Schwachstellen, wenn es um Einbruchsschutz geht?
Türen und Fenster sind nach wie vor der Hauptangriffspunkt für Einbrüche. Eine unzureichende Montagequalität kann das Problem zusätzlich verschärfen. Ungesicherte Übergänge wie Terrassen, Dächer oder Nebengebäude stellen ebenso ein Risiko dar wie schlecht einsehbare Zugänge, beispielsweise Treppenabgänge oder die Einfahrt am Garagentor. Täter könnten sich hier verstecken, um unbemerkt in die Garage zu schlüpfen, nachdem das Garagentor geöffnet wurde. Generell bieten alle Türen und Tore, die sich vor dem Betreten des Geländes automatisch öffnen, Tätern die Gelegenheit, unbemerkt einzudringen.
BVSW: Sie entwickeln objektbezogene Sicherheitskonzepte. Wie gehen Sie dabei vor?
Im Regelfall erhalten wir ein Anforderungsprofil von einem Sicherheitsdienstleister, der einen ganzheitlichen Blick auf die Situation hat und festlegt, welche Schutzklasse für die Außenhaut erforderlich ist.
Ist kein Partner eingebunden, beraten wir den Kunden zu den passenden Sicherheitsklassen. Nach einer Objektbegehung und Bestandsaufnahme erstellen wir eine Risikoanalyse und definieren Schutzziele. Außerdem unterteilen wir das Gebäude in unterschiedliche Schutzzonen mit einem individuellen Sicherungsniveau. Anschließend planen wir die mechanischen und elektrischen Maßnahmen, holen uns aber Kooperationspartner aus den Bereichen Alarm- und Videotechnik dazu.
BVSW: Welche Rolle spielt Ihr Prüflabor in der Entwicklung und Bewertung von Sicherheitslösungen?Das Prüflabor bietet die Möglichkeit, realitätsnahe Tests von Bauelementen durchzuführen, und schafft so eine ideale Verbindung zwischen Theorie, Norm und Praxis. Für die Zulieferindustrie überprüfen wir neue Bauteile – sowohl gemäß der geforderten Norm als auch im Hinblick auf ein realistisches Angriffsszenario in Abhängigkeit vom Anforderungsprofil. Außerdem können wir ganze Hauswände nachstellen, wobei wir auch optische Gesichtspunkte berücksichtigen. Der Kunde hat dann die Möglichkeit, die Wand seines späteren Hauses zu begutachten, und wir führen in Abstimmung mit den Sicherheitsberatern eine einbruchhemmende Prüfung durch.
BVSW: Wie kann man sich das vorstellen?
Unser Ziel ist es, das Bauteil in der Wand so zu öffnen, dass eine durchgangsfähige Öffnung entsteht – und zwar ausschließlich mit manueller Kraft und unter Einsatz jener Werkzeuge, die je nach einbruchhemmender Klasse oder Anforderungsprofil vorgesehen sind. Dazu zählen beispielsweise Brecheisen, Trennschleifer oder Spaltwerkzeuge – kurz: alles, was der Werkzeugfundus hergibt. Diese manuellen Tests sind so wichtig, weil sich ein und dasselbe Material je nach eingesetztem Werkzeug, Kraftaufwand und Engagement des Täters völlig unterschiedlich verhalten kann.
BVSW: Wie groß ist die Diskrepanz zwischen Normprüfung und realem Angriffsszenario?
Eine Norm basiert immer auf standardisierten und reproduzierbaren Bedingungen. Ein Einbrecher dagegen ist ein denkender Mensch – und der lässt sich nicht in ein normatives Raster pressen. Täter nutzen häufig genau jene Schwachstellen, die außerhalb der Normlogik liegen. Wie kreativ dabei vorgegangen wird, zeigen eindrücklich die Schäden, die mitunter in Justizvollzugsanstalten oder forensischen Kliniken entstehen und selbst Fachleute überraschen. Die dort Untergebrachten haben schlicht Zeit zum Nachdenken – und kommen dabei auf erstaunlich ausgefallene Ideen.
Hinzu kommt, dass viele Normen das veränderte Täterverhalten nicht mehr vollständig abbilden und in Teilen überholt sind. Insgesamt lässt sich festhalten: Normen sind die Basis, doch je nach Schutzbedürfnis sind individuelle Prüfungen unerlässlich.
BVSW: Welche Entwicklungen werden die bauliche Sicherheit in den nächsten Jahren am stärksten verändern?
Die Gewalt der Täter steigt, der sparsame Umgang mit Energieressourcen spielt eine zunehmend größere Rolle, und auch das Thema Resilienz rückt immer mehr in den Fokus, insbesondere bei Gebäuden der kritischen Infrastruktur.
Ein Zusammenspiel aus höheren Sicherheitsstufen und verbesserten Bauteilen in Bezug auf die Wärmedämmung sowie in Bezug auf den Schutz vor Unwettergefahren ist das, was wir in den nächsten Jahren sehen werden.
BVSW: Wohin geht der Trend: Mehr Technik oder stärkere physische Gebäudehülle?
Mechanik bildet das Fundament, die Elektrik ergänzt – aber beides funktioniert nur im Zusammenspiel. Auch eine Abstimmung auf die Bedürfnisse und Lebensgewohnheiten der Schutzperson ist wichtig, damit die Sicherheitsmaßnahmen nicht als Hindernis wahrgenommen werden. Andernfalls tendieren Menschen dazu, sie nicht zu nutzen oder zu umgehen – und damit haben wir wieder eine offene Flanke.
BVSW: Wenn Sie Unternehmen oder exponierten Personen nur einen einzigen Rat geben dürften – welcher wäre das?
Sicherheit sollte immer ganzheitlich und frühzeitig geplant werden.
Vielen Dank für das Gespräch!
Über Alexander Dupp: Mit über 20 Jahren Erfahrung im Sachverständigenwesen hat Alexander Dupp eines der führenden Gutachterbüros Deutschlands aufgebaut. Seine Spezialisierung liegt in der Begutachtung von Fenstern, Türen, Fassaden, Toren und Rollläden – von Alltagsschäden bis zu hochkomplexen Sicherheitssystemen und Denkmalschutzprojekten. Seit April ist er Mitglied im BVSW.

Lernen von erfahrenen Krisenmanagern – BVSW Seminar 22.–26. Juni 2026
In einer Welt, die von unvorhersehbaren Ereignissen und komplexen Bedrohungen geprägt ist, genügt es nicht mehr, auf Krisen nur zu reagieren. Wahre Stärke zeigt sich in der Vorbereitung, in der Fähigkeit, Stürme nicht nur zu überstehen, sondern gestärkt aus ihnen hervorzugehen.
Dieses 5-tägige Intensivseminar „Professionelles Krisenmanagement mit Organisationsentwicklungsfokus“ bietet die Möglichkeit, genau diesen entscheidenden Schritt zu gehen.
Vergessen Sie trockene Theorie und endlose PowerPoint-Folien. In diesen fünf intensiven Tagen tauchen die Teilnehmenden tief in die Materie ein und erleben Krisenmanagement hautnah.
Der geschützte Rahmen ermöglicht es, unter professioneller Anleitung den Ernstfall zu proben, Fähigkeiten gezielt zu schärfen und sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen. Vermittelt werden nicht nur Methoden – im Fokus steht die Befähigung, eine nachhaltige Kultur der Resilienz im eigenen Unternehmen zu verankern.
Dieses Seminar ist eine Investition in die berufliche Zukunft und die Sicherheit der eigenen Organisation.
Am Ende dieser Woche werden die Teilnehmenden:
Das Seminar richtet sich an die Gestalter und Verantwortlichen der unternehmerischen Sicherheit: an angehende und aktive Krisenmanager, an BCM- und Resilienzverantwortliche sowie an Führungskräfte, die ihre Organisation für die Zukunft wappnen und ihre Krisenkompetenz entscheidend ausbauen wollen.
| Unser Referententeam: Erik Liegle war in führenden Sicherheitsfunktionen bei Polizei, Europol sowie in internationalen Konzernen tätig. Er leitete u. a. den Bereich Corporate Forensics bei Volkswagen und der Deutschen Bahn AG mit Schwerpunkten auf strategische und operative Sicherheitsberatung, komplexe Ermittlungen sowie Krisenmanagement. Zuvor bekämpfte er bei Europol organisierte Kriminalität und führte u.a. Spezialeinheiten der Berliner Polizei. Heute berät er Unternehmen in den Bereichen Corporate Security, Risiko- und Krisenmanagement, Forensik, Compliance sowie Cyber- und Logistikschutz. Peter Mnich verfügt über umfassende Erfahrung im Aufbau und Betrieb von Notfall- und Krisenmanagementstrukturen. Nach seiner militärischen Laufbahn in mehreren Verwendungen leitete er die Konzernsicherheit eines internationalen Schienenverkehrskonzerns und beriet die Bundesdruckerei beim Aufbau ihres Krisenmanagements. Als Krisenberater war er zudem weltweit in Präventions- und Akutlagen wie Entführungen, Erpressungen oder Cyberangriffen tätig. Seit 2005 begleitet er Unternehmen in verschiedenen KRITIS-Sektoren bei der Professionalisierung von Sicherheits- und Krisenprozessen und engagiert sich zudem als systemischer Organisationsentwickler, Forscher, Auditor sowie Trainer in internationalen Übungen und Projekten. Jan Seitz ist in der Sicherheitsforschung tätig und spezialisiert auf die Entwicklung und Adaption von Modellen und Maßnahmen im Kontext KRITIS und Resilienz. Seine Schwerpunkte liegen in der Resilienz komplexer Systeme, der Strategieentwicklung sowie der Standardisierung von Abläufen. Praxiserfahrung sammelte er unter anderem in Forschungsprojekten wie AKRIMA und RESKON sowie bei Simulationen und Krisenübungen in der Lebensmittelindustrie, in Kommunen und im Logistiksektor. |