Innovation erleben. Sicherheit gestalten. Zukunft sichern.

Der Bayerische Verband für Sicherheit in der Wirtschaft e. V. lädt Sie herzlich zur BVSW SecTec 2026 ein – dem führenden Kongress für Sicherheitstechnik in Deutschland. Bereits zum dritten Mal treffen sich hier Entscheider, Experten und Technologieanbieter, um aktuelle Trends, innovative Lösungen und praxisnahe Konzepte hautnah zu erleben.

Die Veranstaltung findet in einer attraktiven Location im bewährten Lunch-to-Lunch-Format statt und bietet den idealen Rahmen für intensiven fachlichen Austausch und nachhaltiges Networking.


Warum Sie als Besucher teilnehmen sollten

Die BVSW SecTec 2026 ist mehr als ein Kongress – sie ist eine Plattform für Wissen, Austausch und Innovation. Sie erfahren aus erster Hand, wie moderne Sicherheitslösungen in Unternehmen und Kritischen Infrastrukturen umgesetzt werden.

Ihr Mehrwert auf einen Blick:

➡️ Jetzt als Besucher anmelden


Thematische Schwerpunkte der BVSW SecTec 2026

Die Agenda deckt die aktuellsten Herausforderungen und Zukunftstechnologien ab:


Intensives Networking und praxisnaher Austausch

Das Lunch-to-Lunch-Format sorgt dafür, dass ausreichend Zeit für persönliche Gespräche, Diskussionen und Kooperationen bleibt. Treffen Sie Brancheninnovatoren, Sicherheitsverantwortliche und Entscheider und tauschen Sie sich über aktuelle Herausforderungen und zukünftige Trends aus.


Für Aussteller – Ihre Chance, sich zu präsentieren

Präsentieren Sie Ihre Lösungen einem hochkarätigen Fachpublikum und positionieren Sie Ihr Unternehmen als Innovationsführer der Sicherheitsbranche. Unsere maßgeschneiderten Ausstellerpakete bieten:

➡️ Infos zu Ausstellerpaketen und Teilnahmebedingungen


Seien Sie dabei, wenn die Sicherheitsbranche in München die Zukunft gestaltet!
Erleben Sie Innovationen, knüpfen Sie wertvolle Kontakte und gestalten Sie aktiv die Sicherheit von morgen.

Syrien befindet sich im Spannungsfeld zwischen Zerstörung und Aufbruch: Nach über 50 Jahren Diktatur und 13 Jahren Bürgerkrieg wünschen sich die Menschen vor Ort einen Neuanfang. Angesichts der Herausforderungen beim Wiederaufbau der Infrastruktur sind Partnerschaften mit ausländischen Akteuren durchaus erwünscht. Wer jedoch nach Syrien reisen möchte, sollte sich intensiv mit dem Thema Sicherheit auseinandersetzen. Andreas Radelbauer, Leiter der Auslands- und Reisesicherheit bei Corporate Trust, ist Redner auf der BVSW-Veranstaltung Auslandssicherheit im Juni 2026 am Munich Airport und wird dort über die Sicherheitslage für Reisende in Syrien referieren. Wir haben vorab mit ihm gesprochen.

BVSW: Wie bewerten Sie die Sicherheitslage aktuell in Syrien im Spannungsfeld zwischen Übergangsregierung, SDF, IS und anderen Gruppierungen?

Insgesamt ist es in einigen größeren Städten und vor allem in Damaskus relativ ruhig geworden. Die Sicherheitslage ist trotzdem weiter fragil, auch wenn schon zwischen Übergangsregierung (Präsident Ahmed al-Scharaa) und SDF (Syrien Democratic Forces – General Mazloum Abdi) Friedensabkommen geschlossen worden sind. Die Regierung Al-Sharah pocht auf staatliche Souveränität und Eingliederung der SDF in nationale Strukturen, im speziellen in der Nordost-Region, wo die SDF präsent ist. Allerdings sind wiederholt getroffene Vereinbarungen zwischen den Parteien aufgekündigt worden und militärisch eskaliert. Bezüglich IS kann man feststellen, dass sowohl die Übergangsregierung als auch SDF den IS bekämpfen, allerdings nicht als geschlossene Allianz, sondern jeweils mit eigenen Strukturen und Interessen. Abgesehen von SDF und IS gibt es auch noch kleinere islamistische Gruppen und lokale Stammesmilizen in der alawitischen Küstenregion und im Osten Syriens.

BVSW: Mit welchen Methoden ermitteln und bewerten Sie die Risiken in Syrien?

Grundsätzlich ist es nicht möglich, ganz Syrien mit einer Aussage zu bewerten. Jede Stadt, Region, Bezirk, Straße, usw. hat unterschiedliche Risiken, die man betrachten und bewerten muss. Wir verfügen über spezielle Länderinformationssysteme, die in Echtzeit Informationen liefern. Aber vor allem beurteilen wir die Risiken sehr individuell mit persönlichen Eindrücken vor Ort in Verbindung mit einem lokalen Netzwerk in ganz Syrien. Diese Risikobewertung wird immer in Verbindung mit dem jeweiligen Kunden abgestimmt.

BVSW: Welche Rolle spielen lokale Partner, Behörden oder Sicherheitsnetzwerke bei der Analyse und wie gewährleisten Sie deren Zuverlässigkeit?

Eine sehr große! Es ist absolut erforderlich, Kontakte zu Regierungskreisen, Behörden, Wirtschaftsverbänden, Sicherheitsprovidern etc. zu haben, zu pflegen und diese sowohl zu hinterfragen als auch deren Handlungsfähigkeit zu überprüfen. Die Zuverlässigkeit der Kontakte hat hier oberste Priorität, wobei man nicht von den Standards in Europa ausgehen darf und immer bereit sein muss, Kompromisse zu finden.

BVSW: Was sind derzeit die größten sicherheitstechnischen Herausforderungen für Reisende in Syrien?

Die größten sicherheitstechnische Herausforderungen für Reisende in Syrien sind derzeit eine insgesamt hochvolatile Konfliktlage, fehlende staatliche Schutzstrukturen und ein hohes Risiko für Gewalt- und Willkürereignisse im ganzen Land.

BVSW: Wie bereiten Sie Ihre Klienten auf Reisen nach Syrien vor?

Durch eine klare Bestandsaufnahme, welche Tätigkeiten der Klient vor Ort umsetzen möchte. Im Anschluss daran wird ein individuelles Konzept entwickelt, welches unter anderem Länderrisiken, Risk Assessments, Reisesicherheits-trainings, Fahrerservice mit Personenschutz, Evakuierungsplanung (mit Safe Houses), Krisenhotline mit Alarmablaufplanung, medizinischen Rückführung und weitere risikominimierende Maßnahmen beinhaltet.

BVSW: Zu welchen Maßnahmen sind Unternehmen rechtlich verpflichtet, wenn sie ihre Mitarbeitenden nach Syrien entsenden?

Es geht hier vor allem um die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, welche nicht in einem einzigen „Fürsorgepflicht‑Gesetz“ steht, sondern sich auf mehrere zentrale Normen, vor allem im BGB und im Arbeitsschutzrecht verteilt. Bei einer Entsendung ins Ausland erhöht sich der Umfang der Fürsorgepflichten, weil zusätzliche Risiken wie Sicherheit, politische Lage, medizinische Versorgung etc. hinzukommen. Speziell vor der Entsendung ist es eine Risikoanalyse zum Einsatzland erforderlich. Eine Orientierung gibt hier die ISO 31030 Travel-Risk-Management Richtlinie. Verletzt der Arbeitgeber seine Fürsorgepflicht fahrlässig oder vorsätzlich, drohen Schadensersatz‑ und ggf. Schmerzensgeldansprüche der Arbeitnehmer.

BVSW: Welche Technologien setzen Sie ein, um Reisende abzusichern und welche Limits gibt es hier?

Es werden vor allem digitale Technologien, wie z.B. spezielle Smartphone-Apps, Standort-Tracking, Notfall- und SOS-Lösungen, Kommunikations- und Massenalarmierungssysteme verwendet. Der Einsatz solcher Technologie stößt dabei immer wieder auf klare rechtliche, organisatorische und technische Grenzen – sowohl im Heimat- als auch im Zielland. Speziell in den DACH-Staaten spielt hier der Datenschutz eine große Rolle.

BVSW: Wie bewerten Sie die zukünftige Entwicklung der Reisesicherheit in Syrien?

Zunächst einmal die behördliche Einschätzung: das Auswärtige Amt hält eine landesweite Reisewarnung aufrecht und warnt ausdrücklich vor Reisen nach Syrien; die Sicherheitslage wird als „äußerst volatil“ beschrieben. Botschaften bleiben immer noch geschlossen, allerdings finden schon Vorbereitungs- und Aufbauprozesse statt, die laut Insidern zeitnah abgeschlossen und Botschaften noch 2026 wieder eröffnet, bzw. dauerhaft besetzt werden sollen.

Aus meinen persönlichen Erfahrungswerten in Syrien denke ich, dass die zukünftige Entwicklung des Landes nicht nur Risiken birgt, sondern auch wirtschaftliche Chancen für DACH-Unternehmen mit sich bringt. Aus meiner Sicht eine gute Zeit, sich als „Early Bird“ durch verhältnismäßige Vorbereitungshandlungen als Unternehmen zu etablieren. Corporate Trust ist seit August 2025 in Syrien präsent und im Stande, sämtliche Sicherheitsdienstleistungen abzudecken.

Andreas Radelbauer, Leiter Auslands- und Reisesicherheit, Head of Travel Risk & Security bei Corporate Trust

Der Bundestag hat das Gesetz verabschiedet: Unternehmen müssen ihre operative Widerstandsfähigkeit stärken.


Mit dem Beschluss des KRITIS-Dachgesetzes durch den Deutschen Bundestag am 29. Januar 2026 setzt Deutschland ein deutliches Signal: Der Schutz kritischer Infrastrukturen wird umfassender, verbindlicher und strategischer. Neben der bereits etablierten Cybersicherheit rücken weitere zentrale Disziplinen der operativen Resilienz in den Fokus – allen voran physische Sicherheit, Business Continuity Management und professionelles Krisenmanagement.

Von der IT-Sicherheit zur ganzheitlichen Resilienz

Das KRITIS-Dachgesetz überführt die europäische CER-Richtlinie zur Resilienz kritischer Einrichtungen in nationales Recht und gilt sektorübergreifend für öffentliche wie private Betreiber kritischer Infrastrukturen. Ziel ist es, einheitliche Mindeststandards zu schaffen, um zentrale Versorgungsleistungen auch in Ausnahmesituationen zuverlässig aufrechtzuerhalten. Unterstützt wird dies durch abgestimmte Aufsichts- und Unterstützungsmaßnahmen der zuständigen Behörden.

All-Gefahren-Ansatz und doppelte Regulierung

Kern des Gesetzes ist der All-Gefahren-Ansatz. Betreiber sind verpflichtet, regelmäßig Risiko- und Bedrohungsanalysen durchzuführen, angemessene physische Schutzmaßnahmen zu implementieren sowie umfangreiche Melde- und Nachweispflichten zu erfüllen. Da das KRITIS-Dachgesetz die Anforderungen der NIS-2-Richtlinie ergänzt, müssen viele Organisationen künftig zwei eng miteinander verzahnte Regelwerke parallel berücksichtigen. Verstöße können mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden – Untätigkeit ist damit keine Option mehr.

Relevanz auch jenseits der KRITIS-Pflicht

Operative Resilienz ist längst nicht nur ein Thema für unmittelbar betroffene KRITIS-Betreiber. Auch Unternehmen außerhalb des gesetzlichen Geltungsbereichs profitieren von einer systematischen Stärkung ihrer Widerstandsfähigkeit. Wer Risiken frühzeitig identifiziert, Krisen strukturiert bewältigen kann und seine Geschäftsprozesse absichert, erhöht nicht nur die eigene Stabilität, sondern verschafft sich im Ernstfall auch einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber weniger vorbereiteten Marktteilnehmern.

Verantwortung gegenüber Mitarbeitenden und Unternehmen

Resilienz ist zugleich Ausdruck unternehmerischer Verantwortung. Der Schutz von Mitarbeitenden, sichere Arbeitsbedingungen und die Aufrechterhaltung zentraler Abläufe sind entscheidende Faktoren für Vertrauen, Motivation und langfristige Bindung. Unternehmen, die präventiv handeln, senden ein klares Signal: Sicherheit, Stabilität und Verlässlichkeit sind integrale Bestandteile ihrer Unternehmensführung.

Unterstützung aus der Praxis

Vor diesem Hintergrund bietet der BVSW ein umfassendes und praxisnahes Programm an, das Organisationen bei der Einordnung und Umsetzung der neuen Anforderungen unterstützt. In kompakten Formaten erhalten Top-Entscheider eine fundierte Orientierung zu regulatorischen Rahmenbedingungen, aktuellen Bedrohungslagen und strategischen Handlungsoptionen. Ergänzend dazu werden Sicherheitsabteilungen und verantwortliche Fachbereiche in vertiefenden Formaten gezielt auf die praktische Umsetzung, komplexe Risikoszenarien sowie auf Krisen- und Ereignisfälle vorbereitet.

Fazit: Pflicht wird zur strategischen Chance

Das vom Bundestag beschlossene KRITIS-Dachgesetz markiert einen Paradigmenwechsel: Operative Resilienz ist nicht länger ein Randthema oder reine Compliance-Frage, sondern entwickelt sich zum strategischen Erfolgsfaktor. Für Betreiber kritischer Infrastrukturen ebenso wie für Unternehmen, die ihre Zukunftsfähigkeit aktiv gestalten wollen.


Der BVSW informiert über folgende Veranstaltungen unseres Mitgliedsunternehmens International SOS. Bitte beachten Sie: Es handelt sich nicht um eine Veranstaltung des BVSW, sondern um ein Angebot unseres Mitgliedsunternehmens.

SAVE THE DATE – Workforce Resilience Day 2026

Auch 2026 lädt International SOS wieder zum Workforce Resilience Day ein. An mehreren Standorten erhalten Fach- und Führungskräfte die Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Lösungsansätze rund um den Schutz von Mitarbeitenden zu informieren und auszutauschen.

Veranstaltungsorte und Termine

Frankfurt am Main
03.02.2026 | 09:30–16:30 Uhr
Scandic Hotel Hafenpark

München
05.02.2026 | 09:30–16:30 Uhr
Motorworld München

Wien
05.03.2026 | 08:30–12:30 Uhr
Bar Campari

Die Anmeldung erfolgt direkt über International SOS für den jeweiligen Veranstaltungsort.

Inhalte und Themenschwerpunkte

Die Teilnehmenden erwartet ein vielseitiges Programm mit praxisnahen Impulsen und aktuellen Themen, unter anderem:

Die konkreten Inhalte und Schwerpunkte variieren je nach Veranstaltungsort. Eine detaillierte Agenda wird etwa vier Wochen vor der jeweiligen Veranstaltung bereitgestellt.

Zielgruppe

Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Verantwortliche aus den Bereichen:

Teilnahme und Anmeldung

Die Teilnahme ist auf zwei Mitarbeitende pro Unternehmen begrenzt. Interessierte werden gebeten, sich frühzeitig anzumelden.

Bei Fragen oder Anregungen zum geplanten Themenspektrum steht International SOS vorab gerne zur Verfügung:
germany@internationalsos.com

Der BVSW wünscht den Veranstaltungen einen erfolgreichen Verlauf und dankt seinem Mitglied International SOS für das Engagement und den fachlichen Austausch.

Zur Anmeldung und weiteren Informationen

Die jüngste Sabotage durch linksextremistische Akteure auf Teile der Stromversorgung im Süden Berlins zeigt, wie verletzlich Unternehmen und kritische Infrastrukturen gegenüber Angriffen von außen sind. Gleichzeitig können Bedrohungen auch von innen kommen – durch Innentäter, deren Risiken oft unterschätzt werden.

🎓 Webinar: Innentäter als besondere Bedrohung für Ihr Unternehmen

In diesem Online-Webinar beleuchtet Prof. Dr. Goertz, wer Innentäter werden kann, warum dies geschieht und welche präventiven Maßnahmen Unternehmen ergreifen können, um sich gegen interne Bedrohungen besser zu wappnen.

🔎 Zentrale Leitfragen

📌 Inhalte (Auszug)

🗓 Organisatorische Details

👥 Zielgruppe
Corporate Security Officer, Sicherheitsverantwortliche in Unternehmen und Behörden, Verantwortliche für Standort- und Objektsicherheit, Notfall- und Krisenmanagement, Werkschutz, Leitstellen, operative Sicherheitsplanung, Facility Management, Errichter und Planer von Sicherheitstechnik sowie Mitarbeitende kundenintensiver Bereiche (z. B. Banken, Versicherungen, Medien).

📝 Anmeldung und Info

➡️ Jetzt anmelden und interne Bedrohungen professionell erkennen und abwehren.

Interview mit Erik Liegle über moderne Krisen, Organisationen unter Druck und die echte Resilienzdividende

Herr Liegle, wenn Sie auf die letzten Jahre blicken: Was hat sich im Resilienz- und Krisenmanagement am stärksten verändert?

Das deutlichste Merkmal ist die Gleichzeitigkeit von Krisen. Früher hatten wir es mit klar abgegrenzten Ereignissen zu tun: ein Brand, ein IT-Ausfall, ein Lieferant, der ausfällt. Heute überlagern sich geopolitische Spannungen, Energie- und Lieferkettenrisiken, Cyberangriffe, Klimaextreme, Personalmangel und ein hochdynamischer Informationsraum. Diese Verdichtung macht Krisen kaum noch planbar – und zwingt Organisationen, anders zu denken.

Inwiefern anders?

Wir verabschieden uns zunehmend von der Idee, jede Krise mit einem eigenen Plan beherrschen zu können. Klassische Krisenordner vermitteln Struktur, aber sie ersetzen keine Handlungsfähigkeit. Entscheidend ist heute die Fähigkeit, unter Unsicherheit zu arbeiten: ein gemeinsames Lagebild zu entwickeln, funktionsübergreifend zu entscheiden und auch bei unklarer Datenlage handlungsfähig zu bleiben. Das ist eine Fähigkeitenfrage und keine Frage der Dokumente.


„Die größten Verwundbarkeiten entstehen dort, wo Effizienz Puffer verdrängt hat.“

Wo sehen Sie im Moment die größten Risiken für Unternehmen?

An den Schnittstellen. Viele Organisationen sind in den vergangenen Jahren extrem effizient geworden, aber genau diese Effizienz hat Puffer und Redundanzen verdrängt. Das fällt spätestens dann ins Gewicht, wenn eine einzige Komponente ausfällt und eine Kaskade von Problemen auslöst.

Ein weiterer Punkt sind Abhängigkeiten, die oft unterschätzt werden: von einzelnen Lieferanten, kritischen Cloud-Dienstleistern oder spezifischen Rohstoffen. Wenn dort etwas schiefgeht, sind die Auswirkungen gewaltig.

Und dann gibt es das menschliche Element. In vielen Unternehmen hängt Schlüsselwissen an einzelnen Personen. Diese „Single Points of Failure“ sind eines der unterschätztesten Risiken überhaupt. Ebenso entscheidend ist die Kultur: Wenn Mitarbeitende sich nicht trauen, Probleme anzusprechen, verliert die Organisation ihre wichtigste Krisenfrüherkennung.


„Resilienz zeigt sich daran, wie Organisationen mit der Realität umgehen – nicht daran, wie viele Pläne sie haben.“

Woran erkennen Sie, dass ein Unternehmen wirklich resilient ist?

An seinem Umgang mit Störungen. Resiliente Unternehmen verstehen Vorfälle als Lernanlässe – und zwar ernsthaft. Die Frage lautet nicht: „Wer war schuld?“, sondern: „Was sagt uns dieser Vorfall über unsere Strukturen, unsere Kommunikation oder unsere Prioritäten?“

Sie erkennen auch schwache Signale, beispielsweise irritierende Messwerte, Hinweise aus der Belegschaft, technische Auffälligkeiten. Fast jede größere Krise kündigt sich an. Wer diese Frühindikatoren wahrnimmt, gewinnt Zeit und Handlungsspielräume.

Und schließlich ist Resilienz immer eine Führungsfrage. Wenn Führungskräfte Resilienz als strategisches Thema begreifen, fließt sie in Investitionsentscheidungen, Governance-Fragen und Prioritäten ein. Dann ist ein wichtiger Reifegrad erreicht.


„Die Resilienzdividende wirkt jeden Tag – nicht nur im Krisenfall.“

Eines Ihrer kommenden Seminare beim BVSW befasst sich mit der Resilienzdividende. Was ist damit gemeint?

Die Resilienzdividende beschreibt den doppelten Ertrag aus Investitionen in Sicherheit und Widerstandsfähigkeit.

Die erste Ebene ist die klassische Schutzfunktion: weniger Ausfallzeiten, weniger Vertragsstrafen, stabilere Lieferfähigkeit, geringeres Reputationsrisiko. Das lässt sich durch Szenarioanalysen, Business-Impact-Analysen oder Wiederanlaufzeiten genau beziffern.

Die zweite Ebene ist strategischer und oft viel wirksamer: Resilienz schafft Leistungsfähigkeit im Alltag.
Wenn Mitarbeitende cross-trainiert sind, steigt nicht nur die Ausfallsicherheit, sondern auch die Flexibilität in der täglichen Arbeit. Resilientere Lieferketten schaffen Marktvorteile, weil man liefern kann, wenn andere es nicht können. Und Transparenz über Abhängigkeiten legt häufig Ineffizienzen offen, die man sonst nie erkannt hätte.

Diese Kombination aus Verlustvermeidung und Leistungssteigerung macht die Resilienzdividende so wertvoll. Sie wirkt nicht nur im Notfall, sondern in jeder Phase des Geschäftsbetriebs.


„Ein starker Krisenkern ist wertvoller als ein großer Krisenstab.“

Wie bauen Unternehmen ein wirksames Krisenmanagement auf, ohne große Strukturen entwickeln zu müssen?

Durch Fokus und Konsequenz. Ein kleiner, klar definierter Krisenkern ist oft effektiver als ein großer, aber untrainierter Krisenstab. Rollen müssen eindeutig sein, Entscheidungswege klar, Schnittstellen zu IT, Fachbereichen und externen Partnern vorbereitet.

Regelmäßige Übungen sind entscheidend. Dabei geht es nicht um große Inszenierungen, sondern um kurze, realistische Formate. Schon zwei Stunden pro Quartal zeigen, wo Informationen hängenbleiben oder Prioritäten unklar sind.

Und: Komplexität ist der Feind der Krise. Dinge wie kurze Action-Cards, vorbereitete Kontaktlisten oder klare Prioritäten sind im Ernstfall wertvoller als umfangreiche Handbücher.


„Standards sind Landkarten – nicht Zielbilder.“

Viele Führungskräfte fühlen sich von Normen und Regulierung überfordert. Wie sollte man damit umgehen?

Standards wie ISO 27001, ISO 22301 oder die neue 22372 für Security and Resilience geben eine wichtige Richtung vor, ebenso wie die Anforderungen aus NIS2 und KRITIS. Aber sie sind kein Selbstzweck. Unternehmen sollten sie als Orientierung nutzen und pragmatisch übersetzen: Zuerst die größten Verwundbarkeiten angehen, dann schrittweise ausbauen. Ein iteratives Vorgehen verhindert Überforderung und erzeugt echten Nutzen.

Resilienz entsteht dort, wo Standards gelebt werden, nicht dort, wo sie abgeheftet werden.


„In der Krise entscheidet der Mensch – nicht die Technik.“

Wie wichtig ist der menschliche Faktor in der Krisenbewältigung?

Er ist zentral. Technik unterstützt, aber am Ende entscheiden Menschen, ob eine Organisation handlungsfähig bleibt. Gute Führung schafft Orientierung, klare Prioritäten und Vertrauen. Eine offene Kultur ermöglicht, dass Fehler angesprochen und schwache Signale geteilt werden. Und Kommunikation, sowohl intern als auch extern, entscheidet darüber, ob Vertrauen aufgebaut oder zerstört wird.

Wir sehen es immer wieder: Zwei Unternehmen mit ähnlicher Ausstattung performen im Ernstfall völlig unterschiedlich, abhängig von Führung und Kultur. Genau deshalb ist die Resilienzdividende immer auch eine Kulturdividende.


„Wenn Führungskräfte nur eines tun sollen: einmal im Monat den Mut zur Realität.“

Wenn Sie einem Geschäftsführer eine einzige Maßnahme empfehlen dürften, welche wäre das?

Eine monatliche „Was-wäre-wenn“-Stunde. Eine Stunde, in der die Führung gemeinsam durchdenkt, was passieren würde, wenn ein kritischer Lieferant ausfällt, die IT stillsteht oder das Unternehmen plötzlich Reputationsdruck erlebt. Ohne PowerPoint, ohne große Inszenierung.

Diese Routine schafft ein gemeinsames Lageverständnis, deckt Schwachstellen auf und verankert Resilienz im Denken derer, die im Ernstfall entscheiden müssen. Genau dort beginnt nachhaltige Resilienz.

Unsere BVSW-Seminarreihe:

Professionelles Krisenmanagement mit Organisationsentwicklungsfokus
Termin: 23.3.2026 – 27.03.2026
Format: 5-tägiger Präsenzlehrgang mit Workshopelementen
Zielgruppe: Angehende und aktive Krisenmanager, Referenten und Sachbearbeiter, die mit dem Thema betraut sind, BCM- oder Resilienzverantwortliche, Führungskräfte, die ihre Krisenkompetenzen und -festigkeit ausbauen möchten


Krisenmanagement & Resilienz-Dividende
Termin: 03.03.2026, 13:00 Uhr – 16:00 Uhr
Format: online, 3 Stunden
Zielgruppe: Geschäftsführer, Inhaber, Vorstände und Top-Entscheider mit Verantwortung für Krisenmanagement, Business Continuity und Resilienz

Welche Erkenntnisse lassen sich aus frei verfügbaren Informationen im Internet gewinnen – und wie erfolgt eine professionelle, rechtssichere Auswertung? Dieses praxisnahe Webinar vermittelt einen strukturierten Einstieg in die Welt der Open-Source-Intelligence (OSINT) und zeigt, wie öffentlich zugängliche Daten gezielt für fundierte Entscheidungsprozesse genutzt werden können.

Behandelt werden die Grundlagen von OSINT, typische Anwendungsfelder sowie bewährte Werkzeuge, die von Ermittler:innen, Analyst:innen und Sicherheitsexpert:innen eingesetzt werden. Gemeinsam mit unserem Partner, dem Team der epp GmbH, erhalten die Teilnehmenden einen hands-on Einblick in erprobte Methoden und aktuelle Best Practices.

Im Mittelpunkt stehen reale, aktuelle Fallbeispiele: Anhand konkreter Fälle wird Schritt für Schritt aufgezeigt, wie OSINT-Recherchen durchgeführt, Informationen validiert und Ergebnisse strukturiert ausgewertet werden. Das Webinar bietet damit nicht nur theoretisches Wissen, sondern einen klaren Best-Practice-Ansatz für die unmittelbare Anwendung im beruflichen Alltag.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Multimedia-Forensik. Unter anderem werden Geolocation und Reverse Image Search eingesetzt, um Bild- und Videomaterial zu analysieren und Orte, Situationen oder Hintergründe belastbar zu verifizieren. Darüber hinaus wird nachvollziehbar dargestellt, wie die Identifizierung von Personen im Internet methodisch erfolgt – stets orientiert an realen, aktuellen Anwendungsfällen.

Den Abschluss bildet eine offene Frage- und Diskussionsrunde mit Raum für Erfahrungsaustausch und praxisbezogene Fragestellungen.
Fragen im Vorfeld können gerne eingereicht und gezielt in das Webinar integriert werden.

Termin ist der 22.01.2026
Format: online
Uhrzeit: 14.00 Uhr – 16.00 Uhr
Preis: Mitglieder 210 € und Nichtmitglieder 300 €


Direkt nach den Weihnachtsfeiertagen und dem Jahreswechsel gerät dieser Stichtag erfahrungsgemäß schnell aus dem Blick. Verpassen Sie nicht Ihre Chance und melden Sie sich rechtzeitig zur IHK-Frühjahrsprüfung an. Eine fristgerechte Anmeldung ist Voraussetzung für Ihre Teilnahme am Prüfungsverfahren.


Lehrgang „Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft (IHK)“ beim BVSW

Der Bayerische Verband für Sicherheit in der Wirtschaft (BVSW) e. V. bietet den anerkannten Lehrgang zur Geprüften Schutz- und Sicherheitskraft (IHK) an. Der Kurs richtet sich an Personen, die ihre berufliche Qualifikation in der Sicherheitswirtschaft erweitern und vertiefen möchten.

Mit einem klaren Praxisschwerpunkt, qualifizierten Trainerinnen und Trainern sowie einer strukturierten Prüfungsvorbereitung ist der BVSW seit Jahren ein verlässlicher Bildungspartner in der Sicherheitsbranche.


Ziel des Lehrgangs

Der Lehrgang bereitet umfassend auf die IHK-Fortbildungsprüfung zur Geprüften Schutz- und Sicherheitskraft vor. Diese Qualifikation ist bundesweit anerkannt und ermöglicht den Einsatz in anspruchsvollen Tätigkeitsfeldern des Sicherheitsgewerbes.

Nach erfolgreichem Abschluss können Absolvent*innen u. a. verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen in:

(Inhalte gemäß IHK München)


Lehrgangsinhalte (Auszug aus dem IHK-Rahmenplan)


Warum der BVSW der richtige Bildungspartner ist


Termine & Anmeldung

Anmeldung zum Lehrgang: https://www.bvsw.de/aus-und-weiterbildung/kw/bereich/kategorien/kategorie-id/6/oberkategorie-id/2/kategorie-name/Gepruefte%20Schutz-%20und%20Sicherheitskraft/#inhalt
Anmeldung zur IHK-Prüfung über https://www.ihk-muenchen.de/ausbildung-fortbildung/fortbildung/pruefungen/schutz-und-sicherheitskraft/

Selbstverständlich beraten wir Sie gern persönlich und begleiten Sie vom ersten Schritt bis zur erfolgreichen IHK-Prüfung.


Jetzt informieren, rechtzeitig anmelden und keine Chancen vergeben!

Sicherheit ist ein Zukunftsthema – technologisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich.
Deshalb richtet der BVSW seinen Blick gezielt auf junge, innovative Start-ups, die mit neuen Lösungen Sicherheitslücken schließen, Risiken reduzieren und Unternehmen sowie Institutionen widerstandsfähiger machen.

Wir möchten Start-ups nicht nur aufnehmen, sondern aktiv unterstützen und in unser Verbandsnetzwerk integrieren. Dafür haben wir sowohl finanzielle Anreize als auch konkrete Netzwerk- und Kooperationsmöglichkeiten geschaffen.

Welche Start-ups wir ansprechen

Wir suchen insbesondere Unternehmen mit innovativen Produkten und Services in Bereichen wie:

Wenn ihr in einem dieser Felder baut, skaliert oder pilotiert, seid ihr bei uns genau richtig.

Was euch eine BVSW-Mitgliedschaft bringt

1. Finanzieller Rückenwind
Gerade in der Wachstumsphase zählt jeder Euro. Deshalb bieten wir Start-ups attraktive finanzielle Einstiegskonditionen, um die Mitgliedschaft schnell und unkompliziert zu ermöglichen.

2. Zugang zu relevanten Partnern
Unser Netzwerk verbindet Start-ups mit Mittelstand, Industrie, Anwendungsunternehmen, Expert:innen und sicherheitsnahen Strukturen.
Ziel sind echte Kooperationen, Pilotprojekte und Marktzugänge.

3. Sichtbarkeit in einem sicherheitsrelevanten Umfeld
Sicherheitsinnovationen brauchen Reichweite und Vertrauen. Wir unterstützen eure Positionierung durch Verbandsformate, Events und Kommunikation.

Zulassungsvoraussetzungen und Beitrag

Um Start-ups zielgerichtet zu fördern, gelten klare Aufnahmebedingungen.
Die Zulassungsvoraussetzungen und Infos zur Mitgliedschaft findet ihr hier.

Jetzt Teil des BVSW werden

Wenn ihr Sicherheit technologisch weiterdenkt und in ein Netzwerk wollt, das Innovation mit Praxis verbindet, freuen wir uns auf eure Bewerbung.

Oder kontaktiert uns direkt – gemeinsam machen wir Sicherheit smarter, schneller und wirksamer

Kompetenz aus der Unternehmenspraxis – für Ihren Erfolg

Cyberattacken, Lieferkettenausfälle, geopolitische Spannungen – die Zahl und Komplexität der Krisen, mit denen Unternehmen konfrontiert sind, nimmt rasant zu. Wer heute vorbereitet ist, sichert morgen die Zukunft seines Unternehmens.

In den vergangenen Monaten haben zahlreiche Cyberangriffe deutsche Unternehmen schwer getroffen – von Flughafendienstleistern bis zu mittelständischen Betrieben. Einige mussten nach massiven Ransomware-Attacken sogar Insolvenz anmelden. Diese Entwicklungen zeigen deutlich: Kein Unternehmen ist zu klein oder zu etabliert, um nicht ins Visier zu geraten.

Resilienz entscheidet über Überleben oder Scheitern.

Doch Krisenfestigkeit ist kein Zufallsprodukt. Sie entsteht durch systematisches, professionelles Krisenmanagement – und durch Führungskräfte, die Verantwortung übernehmen, bevor es zu spät ist.

Mit der BVSW-Seminarreihe „Resilienz und Krisenmanagement“, entwickelt gemeinsam mit den Expertinnen und Experten von compleneo Consulting, bieten wir praxisnahe Strategien, Methoden und Werkzeuge, um Organisationen widerstandsfähiger zu machen.

Ihre Mehrwerte:

Wer heute in Resilienz investiert, sichert die Handlungsfähigkeit von morgen – und verschafft seinem Unternehmen einen strategischen Vorsprung in einer zunehmend volatilen Welt.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt zu handeln.
Informieren Sie sich über die Seminarreihe, sichern Sie sich frühzeitig Ihre Teilnahme und stärken Sie die Widerstandsfähigkeit Ihres Unternehmens nachhaltig.

Weitere Details zu Terminen und Inhalten finden Sie in unserer Übersicht.