Sicherheitsgipfel 2013: Gelungene Fortsetzung

Dem Ruf des BVSW und der I.G.T.- Sicherheitsmedien war nunmehr zum zweiten Mal eine illustre Teilnehmer und Referentenschar zur Wintertagung unter dem Motto „Die Grenzen der Sicherheit“ an den Spitzingsee gefolgt.

Nach der Begrüßung der gut 100 Sicherheitsexperten durch Wolfgang Wipper, Vorstandsvorsitzender des BVSW, eröffnete Prof. Dr. Günther Schmid, ehemals Bundesnachrichtendienst, die Vortragsreihe und verdeutliche die künftige Weltordnung: Es wird keine Hegemonialmacht, aber auch keine geschlossene politische Blockbildung mehr geben. Einen wesentlichen Grund für diese neue Weltordnung sieht Schmid in der globalen Energiepolitik. Über die positive Entwicklung der bayerischen Sicherheitslage berichtete der bayerische Landespolizeipräsident Waldemar Kindler zu Beginn des zweiten Tages.

Der Botschafter der Islamischen Republik Afghanistan in Deutschland, Prof. Dr. Abdul Ashraf, warb in seinem Referat für eine enge Zusammenarbeit von Deutschland und Afghanistan. Besonders beim Ausbau der Infrastruktur wie Transitstraßen, Eisenbahnen, Pipelines und Flughäfen wünschte er sich mehr Unterstützung von Deutschland und deutschen Unternehmen. Gleichzeitig trat er für Gespräche und Verhandlungen mit den Taliban ein: „Versöhnung ist alternativlos“, beschrieb er den Ansatz. Den Ursachen von religiösem Fundamentalismus ging im Anschluss Prof. Dr. Rolf Schieder auf den Grund.

Kommunikation in Krisensituationen stellte der Dermatologe Prof. Dr. Matthias Volkenandt in den Fokus seines Vortrags. Seine wichtigste Botschaft: Das Gegenüber nicht nur auf der kognitiven Ebene anzusprechen, sondern zunächst auf der emotionalen. Über das Entstehen von Skandalen und die Wirkmechanismen, die dabei einsetzen, referierte Managementberaterin Tina Glasl. Ihre Kernbotschaft: Weniger Informationen führten nicht zu weniger Berichterstattung. Uwe Knebelsberger, Geschäftsführer der CorporateTrust GmbH, richtete sich mit dem Thema Reisesicherheit an Unternehmen, die ihre Mitarbeiter auch in Krisenregionen entsenden müssen. Prof. Dr. Andrea Riemer thematisierte „Strategie und Leadership“ und skizzierte, wie Teams heute erfolgreich geführt werden können.

Am Freitag lag der Schwerpunkt der ersten Vorträge beim Thema IT-Sicherheit. Prof. Dr. Claudia Eckert erläuterte die Eigenschaften moderner Informations-und Kommunikationstechnik (IKT). Neben den Vorteilen ging sie aufdie vielfältigen Bedrohungen ein: Sie reichten von schwachen Zugangscodes über mobile Endgeräte bis hin zu fehlenden Sicherheitsvorgaben. Die Grenzen des physikalischen Grundwissens der Anwesenden testete Prof. Dr. Harald Weinfurter. Sein Referat „Quantenkryptographie, der Schlüssel zur sicheren Kommunikation?“ zeigte, dass auch die Übertragung per Glasfaser nicht sicher ist.

Klaus Stüllenberg von der Stiftung Kriminalprävention stellte seine mehrfach aktualisierte Zukunftsstudie zum Sicherheitsmanagement vor. Wer Kriminalität vorbeugen wolle, müsse wissen, wie sich die Sicherheitslandschaft verändere. In seinem Fazit charakterisierte er Sicherheit als Querschnittsfunktion, die Unternehmensprozesse unterstützen, sich dabei aber auch anpassen müsse. Das letzte Wort hatte der Zukunftsforscher Prof. Dr. Stefan Carsten, Institut für Transportation Design in Braunschweig. Seine These: Zukunft ist nicht vorhersagbar, aber gestaltbar.

Schon jetzt sollten sich Interessierte den Termin für nächstes Jahr vormerken: Der 3. Sicherheitsgipfel wird vom 12.bis 14. März 2014 am gleichen Ort stattfinden.

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Die Referenten der Wintertagung 2013
















Prof. Dr. Abdul Ashraf, Prof. Dr. Stefan Carsten, Prof. Dr. Claudia Eckert, Tina Glasl, Waldemar Kindler, Uwe Knebelsberger, Prof. Dr. Andrea Riemer, Prof. Dr. Rolf Schieder, Prof. Dr. Günther Schmid, Klaus Stüllenberg, Prof. Dr. Matthias Volkenandt, Prof. Dr. Harald Weinfurter, Heinrich Weiss, Wolfgang Wipper